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Bei Starkregen im Juli 2016 drückt die Wasserflut einen Gullideckel im Birkenweg hoch. Seit Langem schon fordern die Anwohner einen leistungsfähigeren Regenwasserkanal. (Foto: Privat)

Neues Kanal-Konzept soll Probleme in Melbeck lösen

Melbeck. Da kann man fast schon abergläubisch werden: Just in dem Moment, in dem die Mitglieder des Melbecker Bauausschusses am Montagabend über das Oberflächenentwässerungs-Konzept diskutieren, öffnet Petrus die Schleusen, und es regnet wie aus Kübeln. Nach wochenlanger Trockenheit. Die Ratsherren und -damen erinnert das Sommergewitter daran, das sie die Regenwasser-Problematik links der Bundesstraße 4 (in Fahrtrichtung Lüneburg) endlich angehen müssen. Und das hat der Aussschuss jetzt auch vor – auf Grundlage der von der Purena Consult GmbH erstellten Expertise.

Seit Jahren werden ganze Straßenzüge in Melbeck bei Regen überflutet, melden viele Anwohner bei Starkregen „Land unter“. Schon stärkere Schauer reichen, um das Kanalnetz in den Straßen Hasenwinkel, Osterberg, Am Berge und Birkenweg zu überlasten. Nicht nur, dass die Straßen dann bis zu 30 Zentimeter hoch überflutet sind, Anwohner berichten auch, dass Regenwasser in den Schmutzwasserkanal gelangt, Gullydeckel hochdrückt und die stinkige Brühe sich im ungünstigsten Fall auf die Straße und die Keller von Wohnhäusern im Birkenweg und Hasenwinkel verteilt (LZ berichtete).

Rund fünf Jahre sind für Sanierung veranschlagt

Jetzt liegt das Oberflächenentwässerungs-Konzept vor, von dessen Umsetzung sich die Melbecker eine deutliche Entspannung bei Starkregen-Ereignissen erhoffen. 1,3 Millionen Euro sind für die Ertüchtigung des Regenwasserkanals insgesamt veranschlagt – verteilt auf fünf Jahre. Kosten, die nach der Straßenausbaubeitrags-Satzung die betroffenen Anwohner bis vor wenigen Jahren zu einem Gutteil noch hätten selbst tragen müssen. Doch die Straßenausbaubeitrags-Satzung ist seit der vergangenen Legislaturperiode in Melbeck Geschichte – deshalb muss sich die Gemeinde nun nach anderen Finanzierungsmöglichkeiten umschauen. Für den neuen Gemeindedirektor Carsten Riegel gibt es da nur eine realistische Option: die Erhöhung der Grundsteuer. „Ich werde dem Rat vorschlagen, für die Umsetzung des Oberflächenentwässerungs-Konzeptes entsprechende Kredite aufzunehmen“, sagt Riegel. Die Kosten des Kredites einschließlich Tilgung sollen über eine entsprechende Erhöhung der Grundsteuer gegenfinanziert, das Konzept bis 2023 komplett umgesetzt sein.

Begonnen werden soll bereits im nächsten Jahr im Birkenweg, im Hasenwinkel und der Straße Hohe Luft. Mit 224 000 Euro am teuersten ist der Bau einer Regenrückhaltung für den Birkenweg/Hasenwinkel. Insgesamt veranschlagt sind für all diese Maßnahmen rund 408 000 Euro. 2020 sollen die Straßen Am Berge, Am Voßberg, Hollenmoor, Osterberg, Sonnenring und Zur Ohe folgen. Die Gesamtkosten sind mit insgesamt 226 000 Euro veranschlagt.

2021 stehen der Amselweg, der Drosselweg und der Kiebitzweg auf dem Plan, einschließlich des Baus eines Stauraumkanals. Kalkulierte Kosten: 277 000 Euro.

Die Straßen auf der Höhe, B 4, und Lerchenweg sowie Am Großen Moor, Ernst-Harms-Straße und Stiller Winkel enschließlich entsprechender Stauraumkanäle sind für die Jahre 2022 und 2023 vorgesehen. Die Maßnahmen in den beiden letzten Jahren schlagen nochmals mit 229 000 (2022) und 191 000 Euro (2023) zu Buche.

Spätestens nach Abschluss dieser Arbeiten, so hoffen Anwohner und Ratsmitglieder, dürften Starkregenfälle auch in Melbeck keine allzu große Gefahr mehr darstellen.

Ausschuss beschäftigt sich auch mit „Lindenhof“-Abriss

Ein weiteres Thema im Bauausschuss betraf das Bauvorhaben Ecke Uelzener Straße (B4)/Wiesenweg: Wie berichtet, soll der „Lindenhof“ abgerissen werden, um Platz zu schaffen für einen Neubau parallel zur Bundesstraße mit Fachgeschäften im Erdgeschoss. Doch entsprechende Überlegungen sehen die Anlieger mit Sorge. Sie fürchten, dass mit dem Neubauvorhaben – den Fachgeschäften und Wohnungen – die Verkehrsbelastung im Kreuzungsbereich Wiesenweg/B4 noch weiter verschärft wird. Schon jetzt sei die verkehrliche Situation so extrem, „dass es uns zu den Hauptverkehrszeiten unmöglich ist, beispielsweise vom Wiesenweg nach links in Richtung Uelzen auf die B4 aufzufahren“, geben die Anwohner zu bedenken.

Eine Lösung, die von allen akzeptiert werden würde, fand der Ausschuss am Montagabend nicht. Musste er auch nicht: „Wir warten erst einmal ab, welche Pläne der Investor hat und sehen dann weiter“, formulierte Ausschussvorsitzender Carsten Fuhrhop einen Kompromiss.

Von Klaus Reschke

2 Kommentare

  1. Na prima, an der Universitätsallee gibt es ach schon ein Neues Kanal-Konzept: https://www.lzplay.de/index.php/2017/06/30/nach-schweren-regenguessen-libeskind-bau-steht-unter-wasser/