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Kita-Kinder wurden jetzt vom Service-Club Round Table 70 Lüneburg mit Warnwesten ausgestattet. Sie kommen im Sommer in die Schule und sollen frühzeitig auf Gefahren im Straßenverkehr hingewiesen werden. (Foto: t&w)

Hingucker im Straßenverkehr

Lüneburg. Allein im Jahr 2015 wurden deutschlandweit rund 23 898 Kinder im Straßenverkehr verletzt, 84 Unfälle endeten tödlich. Das geht aus einer Statistik des Deutschen Verkehrssicherheitsrates hervor. In Stadt und Landkreis Lüneburg hat es im vergangenen Jahr zwölf Schulwegunfälle gegeben, die Beteiligten kamen allesamt mit leichten Verletzungen davon. Nicht so in 2016: Die Verkehrsunfallstatistik der Polizei notiert 24 Ereignisse, 19 Schüler wurden leicht verletzt, vier schwer. Ein Unfall endete tödlich. Der Service-Club Round Table möchte dazu beitragen, dass Kinder im Straßenverkehr besser gesehen werden. Deutschlandweit werden deshalb zurzeit Warnwesten an Kindertagesstätten verteilt, in der Region Lüneburg sind es 1000 Exemplare. Als erste Einrichtung wurde jetzt die Kita Oedeme versorgt.

Das Projekt „Kita-Pate“

Seinen Ursprung hat das Projekt in Jever im Landkreis Friesland. Die Round Tabler vor Ort haben Eltern mit Kindern im Kita-Alter befragt und daraus geschlossen, dass nicht nur Hinweisschilder die Aufmerksamkeit auf Kinder im Straßenverkehr erheblich steigern. Auch reflektierende Westen haben eine starke Signalwirkung und weisen schon aus weiter Entfernung auf die kleinen Verkehrsteilnehmer hin.

Das deutschlandweite Projekt soll zur Sensibilisierung der Gefahren beitragen. Mehr Informationen unter www.kita-pate.de.

Hannelore Weckmüller hat für insgesamt 115 Jungen und Mädchen 130 leuchtend gelbe Westen erhalten, sie auch gleich mit einer Gruppe Vorschulkinder getestet. „Das ist echt super“, sagt die Kita-Leiterin, die die Kleidungsstücke schon bei so manchem Ausflug schmerzlich vermisst hat. „Man hat die Kinder damit einfach besser im Blick, sie sind auch für Autofahrer viel sichtbarer.“
Den Besuch der Round Tabler hat die Kita direkt mit einem Verkehrssicherheitstraining verknüpft, dafür war Matthias Nürnberger von der Polizei vor Ort. Die Notwendigkeit dafür sieht Weckmüller auch deshalb, weil sie glaubt, dass viele Kinder sich heutzutage schon früh allein auf den Schulweg begeben. „Bei den angehenden Erstklässlern ist die Unsicherheit noch groß“, macht sie deutlich. „Da gilt die Devise: Je öfter ich das mache, desto sicherer werde ich.“

Kinder sollen Gefahren im Verkehr erkennen

Das sieht auch Nürnberger so, der Kontaktbeamte ist für den Bereich Lüneburg-Süd zuständig. „Die Kinder sollten sich auf dem Schulweg nicht hetzen, gefährliche Stellen im Verkehrsraum erkennen können und stets mit den Fehlern der anderen Teilnehmer rechnen“, sagt der Polizeioberkommissar, der selbst morgens gern zur Warnweste greift. „Wenn ich normal gekleidet bin, sehen mich die Autofahrer oft schlecht und spät.“ Das neongelbe Utensil verlängere im Straßenverkehr die Reaktionszeit. Eine Notwendigkeit, eine Warnweste zu tragen, sieht Nürnberger nicht nur in der dunklen Jahreszeit. So sagt er zu den Vorschulkindern in Oedeme: „Auch wenn es hell ist, solltet ihr die Weste anziehen. Ihr werdet dann besser gesehen.“

Insgesamt elf Kindergärten haben bislang Termine mit den Lüneburger Round Tablern, RT 70, vereinbart. Swen Arnold sagt, dass der Bestand von 1000 Westen bei Bedarf auch aufgestockt werden könnte. 700 seien bislang schon fest verplant.

Einrichtungen, die Interesse an einem Satz Warnwesten haben, können die Service-Organisation per E-Mail unter kita-pate@rt70.de kontaktieren.

Von Anna Paarmann