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Khatuna Chokoshulili (r.) und Seyed Hesam Miremadi besuchen einen Sprachkursus des ver.di-Bildungswerkes. (Foto: ca)

Sprache als Sprungbrett in einen Job

Lüneburg. Die beiden sprechen schon recht gut Deutsch – doch für eine Ausbildung reicht es nicht. Deshalb pauken Khatuna Chokoshulili aus Georgien und Seyed Hes am Miremadi aus dem Iran beim ver.di-Bildungswerk Grammatik und Formulierungen. „Ich würde gern als Übersetzerin arbeiten“, sagt die 33-Jährige. Neben ihrer Landessprache könne sie Russisch, Kurdisch und Spanisch. Wenn das nicht klappe, könne sie auch als Friseurin arbeiten wie vor Jahren in Georgien. Aber auch dafür müsse sie besser Deutsch sprechen.

Ähnlich erklärt es Miremadi, der im Iran eine Ausbildung als Taucher, Schweißer und Kameramann gemacht hat. Der 34-Jährige hofft, mit besseren Sprachkenntnissen in Lüneburg oder Hamburg in einer Firma als Schweißer anfangen zu können.

Viele brechen Ausbildung wegen mangelnder Sprachkenntnisse ab

Auf eigenen Füßen stehen zu können – das ist der große Wunsch der zweifachen Mutter, die in Barendorf wohnt, und ihres Mitschülers, der mit seiner Partnerin in Lüneburg zu Hause ist. Beide loben das praxisnahe Angebot.

Natalia Bock betreut das Projekt. Sie berichtet, dass das Land Niedersachsen für Bildungsangebote für Flüchtlinge zwischen Elbe und Harz in diesem Jahr 46 Millionen Euro zur Verfügung stelle. Denn 70 Prozent brächen Arbeits- und Ausbildungsverhältnisse wegen mangelnder Sprachkenntnisse ab: Die weiterführenden Kurse sollen gegensteuern. Für die Interessenten sind die vier Monate dauernden Seminare weitgehend kostenlos. Erfolgversprechend: Die Anbieter arbeiten zum Beispiel mit der Handwerkskammer und Berufsschulen zusammen, um den Teilnehmern eine berufliche Zukunft zu geben. ca
Kontakt: (04131) 6996713.