Mittwoch , 19. September 2018
Aktuell
Home | Lokales | Mehr Tweets als Trump
Lea-Sophie Reuter (l.) und Jasline Müller haben der LZ in der Katzenstraße eine Tanzprobe geliefert, die beiden Schülerinnen wollen eine Art Fan-Club für koreanische Popmusik in Lüneburg gründen. Foto: t&w

Mehr Tweets als Trump

Lüneburg. Die Bangtan Boys haben es Lea-Sophie Reuter (15) und Jasline Müller (16) besonders angetan, die südkoreanische Boygroup ist nicht zuletzt wegen ihrer starken Präsenz in den sozialen Medien immer bekannter geworden. So überholten die sieben Mitglieder 2017 mit mehr als 500 Millionen Kurznachrichten sogar Präsident Donald Trump bei Twitter. „K-Pop“ lautet der Sammelbegriff für koreanischsprachige Popmusik, ist in den Augen der beiden Schülerinnen die Neuentdeckung, jetzt suchen sie in Lüneburg und Umgebung Gleichgesinnte. Entstanden ist ihre Idee in der „Jugend Projekt Challenge“. Die dritte Auflage ist jetzt nach vier Monaten Laufzeit zum Abschluss gekommen.

Mancher wußte gar nicht, dass diese Welt existiert

Wer Lea-Sophie und Jasline auf die Bands anspricht, die auf Koreanisch und Englisch singen, wird in eine Welt gezogen, von der mancher gar nicht wusste, das sie existiert. So erging es jetzt vielen Gästen, die zur Abschlussveranstaltung im Mosaique an der Katzenstraße gekommen waren. Zur Anschauung hatten die Mädchen nicht nur ein Plakat mit etlichen Beispielen aus der K-Pop-Szene vorbereitet, sondern auch ihren Laptop mit Musikvideos bereitgestellt. Auch eine Tanzprobe durften die Zuschauer bestaunen. „Das geht in Richtung Hip-Hop und Breakdance, jede Gruppe hat einen anderen Stil“, erklärt Jasline, die die Musikrichtung vor eineinhalb Jahren für sich entdeckt hat. „Die Sänger achten bei ihrer Choreografie auf Perfektion.“

200 Euro Startkapital hatte die Organisation „beWirken“ den insgesamt zwölf Teilnehmern und vier Projekten zur Verfügung gestellt, die Ende Januar eingestiegen waren. Carla Hollstein und Marlena Hartz haben sich zum Beispiel vorgenommen, einen Ort für musikalisch und künstlerisch interessierte junge Menschen zu schaffen. Damit sind sie auch einen Schritt weitergekommen: So soll Ende August im Jugendzentrum ein Kunst-Workshop stattfinden.

Interessen ansprechen, die in der Schule zu kurz kommen

Dass es in der Jugend Projekt Challenge eben nicht darauf ankommt, nach vier Monaten ein fertiges Projekt vorweisen zu können, betont Paul Wunderlich. Der 23-jährige Student zählt zu den zwölf Trainern, die die Teilnehmer während der Arbeitsphase unterstützt haben. Ebenso wurden Workshops zu Themen wie Selbstorganisation, Öffentlichkeitsarbeit, Finanzierung und Präsentation angeboten. Zum Hintergrund sagt Wunderlich: „Wir möchten ihnen Wege neben den schulischen und beruflichen Karrieren öffnen, persönliche Interessen ansprechen, die vielleicht in der Schulzeit keinen Platz finden.“

Um die Projekte tatsächlich eines Tages zum Abschluss zu bringen, werden die Teams noch Hilfe benötigen. Angeboten hat sich bereits Jens Dörmann, der Abteilungsleiter im Jugendamt der Stadt hatte Bildungsdezernentin Pia Steinrücke vertreten. „In den vergangenen Jahren haben sich aus der Jugend Projekt Challenge heraus tolle Projekte entwickelt, selbst heute gibt es noch enge Kooperationen.“ Aufgabe der Stadt sei es, auch im Nachhinein für die Jugendlichen da zu sein und dabei zu helfen, dass die Ideen Bestand haben und „nicht nach einem Wochenende verpuffen“.

Weitere Ideen für „Jugend Projekt Challenge“

Neuer Sportpark für Lüneburg

Für den Erhalt der Skateranlage auf den Sülzwiesen hatte sich eine Gruppe stark gemacht. In den vergangenen Monaten haben Skater, BMX-Rad-Fahrer, Inliner und weitere Helfer die Fläche gemeinsam mit dem VfL auf Vordermann gebracht, die 200 Euro Startkapital beispielsweise in eine neue Grindbox investiert. „So gut wie heute war die Anlage noch nie“, sagt Sven Stieler, der nun wieder 30 bis 50 Besucher pro Tag im 22 Jahre alten Park beobachtet. Der 28-Jährige sieht dort dennoch keine Zukunftsperspektive. „Der Asphalt weist Risse auf und ist sehr rau geworden, das Fahren ist bald nicht mehr möglich.“ Zudem würden einige Metallkonstruktionen langsam nachgeben. Deshalb planen die Skater mit dem VfL, dem die Fläche gehört, etwas komplett Neues. „Wir wollen eine kleine Parkanlage schaffen – mit Basketballkörben, Tischtennisplatten und Grünflächen.“ Rund 350 000 Euro soll das kosten, nun sucht das Team Geldgeber.

von Anna Paarmann

One comment

  1. Das ist eine voll schöne Idee für Leute die Kpop mögen und nicht viel mit fandom hier zu tun haben :3