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Eine Visualisierung des möglichen Bahnhaltepunktes in Adendorf vom Oktober 2016. Grafik: ingenieurbüro vössing hannover

Park-Chaos wegen Haltepunkt befürchtet

Adendorf. Die Bahn kommt. Und mit ihr die Autos. Das zumindest befürchten die Anwohner rings um die beiden möglichen neuen Bahnhaltpunkte in Adendorf an der Bahn und in der Dorfstraße. Bei einer Informationsveranstaltung vor wenigen Tagen im Adendorfer Rathaus wurde schnell deutlich, dass dies die größte Sorge der Anwohner ist: Zugeparkte Straßen und jede Menge Verkehr zu den Pendlerzeiten. Zumal bei den ersten Entwürfen nur wenige Parkplätze vorgesehen sind, dafür aber abschließbare Fahrradboxen.

Nicht ohne Grund, erklärte Bürgermeister Thomas Maack: „Fahrrad und Pedelec sind die Zukunft, da wollen wir Geld ausgeben.“ Der Bahnhof sei eher als „Bike und Ride-Modell“ gedacht, Pkw-Stellplätze nur so viele wie nötig geplant. „Wir rechnen derzeit mit etwa 60 Reisenden am Tag, aber mehr als ein paar Parkplätze wollen wir nicht, denn wir setzen auf das Rad.“ Was gebaut werden muss, ist mindestens ein Behinderten-Parkplatz. Daraufhin meinte eine Zuhörerin: „Bauen Sie meinetwegen drei Behindertenparkplätze, aber lassen Sie die anderen weg.“

„Nichts ist in Beton gegossen“

Was die potenziellen Parkplatzprobleme in den Seitenstraßen angeht, kann sich der Bürgermeister Konzepte mit Parkverboten und Anliegerparkplätzen vorstellen. „Das wird alles im Rat noch besprochen, nichts ist in Beton gegossen.“ Maack betonte: „Wir können darüber reden, dann finden wir auch eine Lösung.“

Diplom-Ingenieur René Scharding schilderte den Zuhörern im Rathaus die möglichen Varianten für einen Bahnhaltepunkt. Adendorf gehört in die Bahnhofkategorie 6, die kleinste überhaupt mögliche nach den Statuten der Deutschen Bahn. Diese sehen einen Bahnsteig von 140 Meter Länge vor, dazu ein Wetterschutz­häuschen, Beleuchtung, dynamische Schriftanzeiger und Wegeleit- und Informationssysteme. Dazu kommen noch Fahrradparkplätze, ob als geschlossene Boxen oder Käfige ist bislang aber noch unklar.

Zwei Varianten sind denkbar

Je zwei Varianten sind an den beiden Standorten denkbar. Beim Standort Waldwinkel unterscheiden sie sich im Wesentlichen in der Zuwegung über Rampen oder Treppen. In der Dorfstraße, dem ursprünglichen Bahnhofsgelände, könnten außerdem zwei Bahnsteige statt nur einem entstehen.

Was und wo genau gebaut wird, hängt aber von der Bahn ab. Denn bei einer eingleisigen Verkehrsführung kommt es zu sogenannten „betrieblichen Einschränkungen“, die wenn möglich vermieden werden sollen, erklärte Mareen Lebherz von der DB Station&Service, die ebenfalls an diesem Abend eingeladen war. Doch viel konnte sie kaum beitragen. Denn die Entscheidung, ob die betriebliche Einschränkung akzeptiert wird oder nicht, ist noch nicht gefallen.

Von Claudia Misiek