Mittwoch , 19. September 2018
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Das griechische Restaurant in der Heiligengeiststraße ist bereits ausgezogen. Hier eröffnet ein Burger-Laden. (Foto: t&w)
Das griechische Restaurant in der Heiligengeiststraße ist bereits ausgezogen. Hier eröffnet ein Burger-Laden. (Foto: t&w)

Und noch ein Burger-Restaurant

Lüneburg. Sie genießt ihre Flitterwochen, doch bevor es nach Irland ging, räumte Christine Bartz mit ihrem Mann noch ihr Geschäft „Froken Dina“ Am Berge 3 leer. Fünf Jahre lang gab es hier dänische Kunst und dänische Köstlichkeiten, sie hatte eine Mietoption für weitere fünf Jahre. Das Geschäft lief gut: „Ich hatte viele Stammgäste, sie kamen sogar aus Hamburg und Berlin zu uns. Ich werde sie vermissen.“ Auch andernorts im Lüneburger Stadtzentrum gibt es Bewegung: Einige Läden schließen, neue Geschäfte öffnen.

Nicht wirtschaftliche, sondern private Gründe stehen hinter der Schließung des Ladens von Christine Bartz. Die Dänin zieht mit ihrer Familie zurück in ihre Heimat: „Meine Tochter Christina ist neun Jahre alt, sie soll in Dänemark zur Schule gehen. Sie ist die einzige in der Familie, die kein Dänisch spricht.“ Vermissen wird sie ihr Geschäft sicher: „Der Laden hatte eine Seele.“ Ein neuer Mieter ist bereits gefunden, einziehen wird ein vietnamesisches Nagelstudio.

Burger statt Gyros

Das Haus Heiligengeiststraße 42 war bislang Anlaufstelle für die Freunde der griechischen Küche. Künftig werden dort Burger serviert: Ottos‘ Burger heißt der Laden. Dahinter steckt eine GmbH, die in Hamburg bereits vier Burger-Restaurants betreibt. Das könnte eine Konkurrenz sein zu Peter Pane, die Räumlichkeiten des ehemaligen Comodo am Schrangenplatz werden bereits umgebaut für das Konzept „Burgergrill & Bar“. Am Berge 13, bei Living & Lifestyle, läuft der Räumungsverkauf. Auch bei Anne Lyn‘s Sinnlichkeiten in der Kuhstraße muss nun alles raus.

Von Bio-Futter für die artgerechte Ernährung von Hund oder Katze über Spielzeug für die Tiere bis hin zu Kissen und Körben für die Vierbeiner – all das gab es bei Tackenberg in der Bardowicker Straße 18. Das Geschäft ist nun geschlossen. Abgelaufen ist auch die Zeit für den gastronomischen Betrieb Knöfel‘s An der Münze, dort soll der Naturkostladen „Auszeit“ öffnen.

Bäckereikette aus Lübeck

Die Bäckerei Junge, die ihren Geschäftssitz in Lübeck hat, eröffnete hier jüngst eine Filiale, ist wochentags in dem aufwändig sanierten Gebäude An den Brodbänken 8 stets bis 20 Uhr für Kunden da. Das seit 1897 bestehende Traditionsunternehmen besitzt Bäckereigeschäfte in Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Auch in der Bäckerstraße tut sich etwas. Die Räumlichkeiten, in denen noch das Modegeschäft Only sein Domizil hat, stehen zur Vermietung. Ein Handyladen hat dichtgemacht. Und in Höhe Sand kündigt das Unternehmen India seine Eröffnung an.

Von Rainer Schubert

11 Kommentare

  1. Lüneburg hat es lange Zeit geschafft eine vielfältige, stark unterscheidbare und lokale Gastronomie und Handelsstruktur zu erhalten. Aber schon vor einiger Zeit begann ein Strukturwandel und der nimmt jetzt immer mehr an Fahrt auf.

    Immer mehr eigenständige und lokale Betriebe machen dicht, teilweise entsteht dauerhafter Leerstand und an anderer Stelle dringen Ketten in die Stadt. Ich stehe ja nicht generell allen Ketten pauschal ablehnend gegenüber aber ich bin schon ein Freund einer großen Vielfalt mit einem starken bzw. hohen Anteil an eigenständigen und lokalen Betrieben, die ja auch dann das besondere Flair ausmachen bzw. eine Eigenständigkeit prägen. In den meisten Städten gleicht sich das Angebot, es sind immer diesselben Unternehmen meist Ketten die präsent sind. Natürlich ist auch der Konsumwandel und die Hinwendung hin zum digitalen bzw. Internethandel eine massive Herausforderung für den stationären und lokalen Einzelhandel. In der Zukunft wird für eine örtliche Attraktivität und Vitalisierung sicherlich die Gastronomie an Bedeutung gewinnen, denn dieser Bereich lässt sich nicht in der Form in das Internet verlagern. Aber entscheidend ist dann auch in dem Fall, dass es eben ein möglichst ansprechendes und vielfältiges gastronomisches Angebot gibt.

    • Die Nachfrage bestimmt das Angebot. So einfach ist das in der Marktwirtschaft. Keine Kette der Welt macht aus Jux und Dollerei eine Filiale auf, sondern weil die Nachfrage da ist und damit Geld verdient wird. Wenn Einzelbetrieb (Gastro) über den Jordan gehen, dann weil das Angebot und / oder Preis nicht stimmen. Da hilft auch kein Jammern. Langfristig angeboten wird letztendlich nur das, was auch nachhaltig nachgefragt wird. Und wenn die Nachfrage zu gering, z.B. weil das Angebot zu speziell, dann verschwindet so ein Geschäft eben wieder.

      • Das sehe ich etwas anders …. angeboten wird langfristig das, was sich preislich rechnet (nicht was nachgefragt wird). Der Markt wird uns schon beibringen was wir wollen (s. Red Bull, Apple, Starbucks, …). Bei den hohen Mieten/Pacht hier in LG kann sich ein privat geführtes Unternehmen das (fast) nicht mehr leisten. Nur noch optimierte Ketten die ihre Produkte/Herstellung (Burger, Kleidung, …) absolut durchrationalisiert haben (große Einkaufsmengen, Produktion in Billigländern, …) werden überleben. Es sei denn es wird nicht mehr an den höchstbietenden vermietet … sondern an denjenigen der „moralisch“ am besten passt. Aber das wird in einer freien (sozialen ?!) Marktwirtschaft schwer möglich sein.

      • Da haben Sie aber einige Unschlüssigkeiten in ihrem Kommentar her Richiegolz. Das allgemeine Marktgesetzt aus der Betriebswirtschaftslehre lautet zwar die Nachfrage bestimmt den Markt was in Teilen auch stimmt allerdings übersehen Sie hier was entscheidendes. Es gibt natürlich eine Nachfrage nach Schnitzel, Burger, Currywurst usw. Die kann aber auch ein eigenständiger unabhängiger Gastronom oder Händler anbieten. Die Ketten bringen ja nicht generell neue oder eigenständige Produkte auf den Markt, die es anderweitig nicht gibt, sondern Sie tun dies in großem industriellen teilweise sehr effizienten Formen. Die Ketten investieren primär weil Sie es noch können. Sie haben meist das Kapital und die Kraft auch unrentablere Zeiten oder Standorte auszugleichen. Aber diese Ketten wiederum haben auch große Probleme gegen die großen Onlinehändler, die Gastronomie da mal ausgenommen. Und auch dort Amazon bietet ja nicht nur exklusive Waren an sondern vorallem Waren und Güter die man früher bei ganz vielen eigenständigen Händlern kaufen konnte. Es konzentriert sich alles immer mehr auf immer weniger Händler, die eine immer größere Macht erlangen. Da haben natürlich auch die Konsumenten einen großen Anteil daran, dass es überhaupt zu dieser Entwicklung gekommen ist. Monopole oder besonders manifestierte Oligopole sind immer unvorteilhaft in den Auswirkungen, für Kosumenten, die Gesellschaft, den Arbeitsmarkt, die Umwelt.

        Diese gesamten Entwicklungen sind eher strukturell strategisch aber Sie basieren nicht auf dem Nachfrage Gesetz bzw. Mechanismus. Das muss man differenziert betrachten.

      • Zu den Ketten im Vergleich zu Einzelbetrieben sei mal angemerkt, das man von 10 Läden, die je 1000 € abwerfen leben kann aber nicht von einem. Was man nicht unterschätzen darf ist auch die Bürokratie und die Fülle von Verpflichtungen und Vorschriften die man als Unternehmer zu bewältigen hat und die mittlerweile in keinem Verhältnis mehr zum eigentlichen Geschäft stehen. Man hat einfach keine Zeit und Energie mehr um sich um das eigentliche Geschäft und die Kunden zu kümmern. Die Latte wurde mit den ganzen Verordnungen, Gesetzen etc. so hoch gelegt, das sie schon einen Apparat an Beratern, Personal und Schulungsaufwand benötigen, dass dies nur noch größere Betriebe bewältigen können. Also lässt man es lieber gleich oder versklavt sich oder scheitert.

    • Ich möchte da auch mal an die Verantwortung der Sparkasse erinnern. Wenn z.B. die Firma P&C als Zugpferd der Heiligengeist- und Grapengießer Straße an den Marktplatz gelockt wird, wird am alten Standort Kundenfrequenz abgezogen den die kleineren Händler dort dringend benötigen und an einen Ort verlagert, der eh schon gut frequentiert ist und kleineren Händlern eine bessere Überlebenschance hätte bieten können. Für mich ist das falsche Politik einer Institution, die eigentlich die Lokalen Kräfte fördern sollte. In der Zentralen Lage am Markt hätte man viele kleinere Händler und Betriebe ansiedeln sollen.

  2. Es gibt zwei Gründe für den Wandel. Zum einen das veränderte Kaufverhalten der Kunden. Nicht Qualität ist gefragt, sondern zunehmend „Masse“ und „billig“. Das ist in der Gastronomie ähnlich – ein handwerklich gut gemachtes Tellergericht mit frischen Zutaten kostet eben etwas mehr, als die Billigware von der Burgertheke.
    Zum anderen liegt das veränderte Stadtbild auch an den Vermietern, die die Mieten immer weiter erhöhen, sodass nur noch große Ketten in der Lage sind, sie zu zahlen. Von aufwändigen Umbauten ganz zu schweigen.

  3. was wollt ihr, solange geiz geil ist, wird sich nichts ändern. solange in der gastronomie oft nicht einmal der mindestlohn gezahlt wird, hält sich der service stark in grenzen. und weil dort sich die katzen in den eigenen schwanz beißen, bleibt die kundschaft , die service liebt und auch bezahlen würde, weg und geht zu fast food.nur filialen können dieses verhalten überleben. der kunde selbst, hat es in der hand, hier etwas zu verändern. das essen ist in deutschland viel zu billig zu bekommen. deswegen landet ja auch so viel im müll. die wertschätzung einer guten gastronomie lässt da natürlich zu wünschen übrig. die deutschen werden immer dicker. dieses ist kein zufall und hat mit geld kaum etwas zu tun. die einstellung zu ernährung muss sich ändern.

  4. Die ganzen Kommentare klingen für mich wie Stammtischparolen einer Rentnergruppe. Die Welt verändert sich nun einmal, dass kann man nicht aufhalten und warum auch? Geiz ist geil ist auch Stammtisch. Die Gastronomiepreise sind in Lüneburg sehr hoch und ich frage mich warum ich für schlechtes Essen und teure Getränke in die Innenstadt gehen muss.
    Der Einzelhandel ist dem Internet nicht gewachsen, da die Auswahl viel größer ist. Billiger ist es auch.
    Die Stadt Lüneburg verdient prächtig an den Parkgebühren und besonders am Falschparken. Auch ein Grund die Innenstadt zu meiden.

    • Sehr geehrte Frau tamara

      Hm ihr Kommentar ist in der Form etwas ambivalent, sie werfen anderen vor sie pauschalisieren und verbreiten Stammtischparolen bedienen sich aber dann selbst dieser Argumentationsweise lol

      Inhaltlich stimmt da auch einiges in der Form nicht. Wo Sie recht haben, ja der Einzelhandel ist dem Internet nicht gewachsen im Netz ist alles schnell verfügbar, es ist preiswerter in den meisten Fällen und es wird bequem geliefert. Das die Konsumenten die doirt aber nur bei den bestimmten Unternehmen kaufen sich langfristig keinen Gefallen tun, ist den meisten nicht bewusst. Eine gewisse Konkurrenz oder Wettbewerbssituation ist immer sinnvoll schon allein eim Sinne einer Preisstabilität aus Sicht der Kunden sowie einer potenziellen Produktauswahl und unabhängigkeit von einzelnen Unternehmen.

      Sie sagen in Lüneburg sind die Preise in der Gastronomie zu hoch und Qualität niedrig ? Das wird von ihnen nicht differenziert dargestellt sondern einfach mal pauschal so geäußert. Ich bin mir sicher bzw. ich weiß das die Qualität ind er Lüneburger Gastronomie nicht einheitlich ist, es besteht dort eine Bandbreite. Und im Zeiten der Digitalisierung sollten Sie bedenken dass man vielfach Speisekarten auch Online einsehen kann inkl der Preise, auch dort habe ich nicht den Eindruck, dass generell die Preise überall zu hoch sind.

      Dann sagen Sie och nö Parken kostet ja Geld das ist scheisse. Ich weiß nicht ob Sie Lüneburgerin sind aber sicherlich wohnen Sie in irgendeiner Gemeinde, ihnen ist bewusst das die Kommunen vielfältige Aufgaben und Leistungen für das Gemeinwohl zu übernehmen bzw. zu tragen haben, die Kosten Geld. Daher sind legitime Einnahmequellen, zunächst Steuern aber auch anderweitige legitime Einnahmequellen sinnvoll und auch erforderlich. Ob das in bestimmten Fällen nicht auch besser mit dem Handel und der Gastronomie abgestimmt werden kann, ja das ist eine berechtigte Frage. Generell habe ich aktuell den Eindruck, dass die LCM bzw. das städtische Standortmarketing oder die Wirtschaftsförderung in Lüneburg bei manchen Belangen noch keine Ideen hat bzw. auch der Dialog mit den Gewerbetreibenden schon mal besser lief. Da sollte man eventuell mal Verbesserungen erwirken. Das örtliche Gewerbe und eine Stadt bzw. Kommune haben in vielen Bereichen eigentlich gleiche Interessen.

    • Geiz ist geil ist auch Stammtisch.
      aha, wer hat diesen spruch benutzt? der stammtisch? die afd mit ihren anhängern scheinen dermaßen naiv zu sein, dass es kaum zu glauben ist. die gastronomiepreise sind sehr hoch? wo und im welchem verhältnis? wie in singapur, oder auf mallorca, oder doch an der nord und ostsee? der einzelhandel ist dem internet nicht gewachsen? wie kommt man auf sowas? tamara, was verstehen sie von gutem essen und gute getränke? was dürfen die dann kosten? nur zu, ich bin ganz ohr.