Mittwoch , 19. September 2018
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Szene von den Dreharbeiten: Statt eines Kurzfilms ist nach einjähriger Vorbereitung ein Krimi in Spielfilmlänge entstanden. (Foto: privat)
Szene von den Dreharbeiten: Statt eines Kurzfilms ist nach einjähriger Vorbereitung ein Krimi in Spielfilmlänge entstanden. (Foto: privat)

Die „Schatten der Vergangenheit“

Lüneburg. Ziemlich beste Freunde sind sie nicht. Im Gegenteil: Vanessa, Lu, Philipp, Elias und Jonas können sich nicht ausstehen. Und dann finden sich die fünf Teenager plötzlich in einem verschlossenen Keller wieder, von einem Unbekannten entführt. Das ist der Einstieg zu einem spannenden Krimi, den das Lüneburger „Heartbeat“-Projekt zu einem Spielfilm verarbeitet hat. Mehr als ein Jahr lang haben 30 Jugendliche an der Produktion gearbeitet. Die Gala-Premiere steigt am Freitag, 22. Juni, 18 Uhr, in der Friedenskirche.

Nach sechs Musicalproduktionen als Gemeinschaftsprojekt der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde und des Scholl-Hauses ist das Team beim Film gelandet. „Wir haben nach einem anderen Format mit Event-Charakter gesucht“, sagt Leiterin Heidrun Weiß. „Beim Musical läuft alles auf die Aufführung zu. Beim Film ist die Vorbereitung weiter gestreckt, erfordert aber auch viel mehr Koordination.“

Ursprünglich war ein Kurzfilm geplant. Der Plot wurde erarbeitet, das Drehbuch wuchs. „Als wir das einer professionellen Regisseurin vorgelegt haben, hat die gemeint: Das wird ein toller 60-Minuten-Film“, sagt Weiß lachend. „Wir sind dann volles Risiko gegangen, weil wir die Geschichte, deren Charaktere die Jugendlichen mitentwickelt hatten, unbedingt richtig erzählen wollten.“ Dass trotz nur vier Drehwochenenden der enge Zeitplan nicht platzte, ist für die Leiterin „eines von vielen Wundern. Kein Hauptdarsteller wurde krank, das Wetter hat immer in den Drehplan gepasst. Und wir haben sehr viel Unterstützung bekommen, etwa von der Polizei und vom Landkreis“.

Selbst die Werbeclips für die Premiere sind eigene Werke

Die Produktion verlangte von den elf- bis 18-jährigen Mitgliedern der Filmcrew eine Menge Disziplin und Ausdauer. „Wir hatten schon einen hohen Anspruch an die Arbeit. Dabei staune ich total, was die Kinder an Fähigkeiten in diesem Medium für sich entdeckt haben“, sagt Weiß und spricht damit das Thema an, das im Film wie in der Projektarbeit zentral ist: „Jeder ist einzigartig und wertvoll. Und jeder kann etwas zu einem großen Ganzen beitragen.“ Während die einen schauspielerten, ließen sich andere in Kamera-, Ton- und Bildtechnik schulen, kümmerten sich um die Kostüme oder stellten Requisiten her. Parallel wurde ein Titelsong aufgenommen. Und bevor der Film startet, flimmern Werbeclips über die Leinwand, die sich die Jugendlichen ausgedacht haben.

Wer bei der Gala-Premiere dabei sein will, darf gern in festlicher Kleidung kommen und die Film-Crew am roten Teppich ab 17.30 Uhr begrüßen. Der Film läuft ein zweites Mal am Sonnabend, 23. Juni, ab 17.30 Uhr. Der Eintritt ist frei, um Spenden zur Deckung der Projektkosten wird gebeten.

Von Ute Klingberg