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Der Spatenstich für das Breitband-Projekt des Landkreises Lüneburg am Montag in Lüdersburg hat nur symbolischen Charakter. Der eigentliche Ausbau in dem Ort startet vermutlich später. Foto: t&w

Startschuss für den Glasfaser-Ausbau

Lüneburg. Die Kritik war in den vergangenen Monaten immer lauter geworden. So laut, dass sich auch der scheidende Projektleiter Ulrich Mentz zeitweise gefragt h at: „Haben wir etwas falsch gemacht?“ Heute lautet seine Antwort: „Nein.“ Denn am Montag, 11. Juni, ist es nach Jahren des Planens und Verhandelns endlich soweit: Der Landkreis Lüneburg hat zum symbolischen ersten Spatenstich für den Ausbau des kreisweiten Glasfasernetzes nach Lüdersburg geladen.

Nicht nur Kreismitarbeiter Mentz atmet auf: „Telekom, Landkreis, Planungsbüros: Alle sind erleichtert, dass es endlich losgeht.“ Bis zum vierten Quartal 2019 sollen rund 15 400 unterversorgte Haushalte im Landkreis Lüneburg mit schnellen Internetverbindungen ausgestattet sein. „Am Ende bekommen wir ein traumhaftes Netz, das es im ländlichen Raum in dieser Qualität von der Telekom kaum gibt“, sagt Mentz.

Spatenstich hat rein symbolischen Charakter

Welche Samtgemeinde davon zuerst profitiert, steht bislang allerdings noch nicht fest. Der Projektleiter hofft, dass die Telekom möglicherweise am Montag einen groben Fahrplan vorlegt. Auch die Lüdersburger dürfen sich nicht zu früh freuen. Der Spatenstich hat rein symbolischen Charakter und mit den eigentlichen Arbeiten nichts zu tun. „Lüdersburg haben wir gewählt, weil hier aus Sicht des Kreises alles begann“, erklärt Projektleiter Mentz. 2012 hatte die Gemeinde die Samtgemeinde Scharnebeck aufgefordert, sich für schnelles Internet stark zu machen. Dieser Vorstoß mündete 2013 in einen Antrag der Samtgemeinde beim Kreis, ein Breitbandnetz zu bauen. Der Grundstein für die Planungen war gelegt.

Doch das Netz der gangbaren Wege schien anfangs unendlich – und doch beengt. Viele Möglichkeiten haben die Verantwortlichen ins Auge gefasst und wieder verworfen. „Für alle Beteiligten war und ist es das erste Mal, dass sie ein solches Projekt anschieben. Auch die Telekom hat das in dieser Form bisher noch nicht gemacht“, erklärt Mentz die lange Verfahrensdauer. Und: Der Vertrag mit der Telekom ist bis heute nicht unterschrieben.

Die Unterschriften unter dem Papier fehlen noch, weil die Zuwendungsbescheide von Bund und Land noch nicht vorliegen. „Es gibt vom Bund eine Liste von Nachforderungen, die noch abgearbeitet werden müssen“, erklärt Mentz, „doch der vorzeitige Baubeginn ist genehmigt.“ Und das ist für den Projektleiter entscheidend. Schließlich ist der Bund mit 8,35 Millionen Euro der wichtigste Geldgeber.

Land steuert zwei Millionen Euro bei

Anders als der Landkreis Uelzen, der ein kreisweites Glasfasernetz für mehr als 125 Millionen Euro in Eigenregie baut und verpachtet, hat sich der Landkreis Lüneburg entschieden, die sogenannte Wirtschaftlichkeitslücke auszuschreiben. 16,7 Millionen Euro zahlen die Lüneburger der Telekom dafür, dass sie die unterversorgten Haushalte im Landkreis an ein Glasfasernetz anschließt. Neben dem Bund steuert das Land noch zwei Millionen Euro bei, der Landkreis und die beteiligten Kommunen teilen sich die verbleibenden 6,35 Millionen Euro. Das Netz wird am Ende jedoch der Telekom gehören.

Wie hoch der Bedarf an schnellen Internetanschlüssen in den infrastrukturschwachen Räumen des Kreises ist, verdeutlicht diese Zahl: Obwohl erst ein Drittel der geplanten Informationsveranstaltungen gelaufen sind, haben bereits zwei Drittel der Grundstücks- und Immobilieneigentümer die Telekom beauftragt, einen Hausanschluss herzustellen. „Und die Zahl wächst täglich“, sagt Mentz.

Leiter im Büro Landrat

Waren die Planer zunächst von 14.359 unterversorgten Haushalten ausgegangen, ist deren Zahl auf rund 15.400 gestiegen. Als Gründe nennt der Projektleiter nicht erfasste Einzelhäuser und „Hinterlieger“ – also Häuser, die auf Grundstücken stehen, wo zunächst nur ein Gebäude registriert war.

Am Montag kann nun zumindest Mentz einen Haken hinter das Breitband-Projekt machen und sich voll auf seinen neuen Job konzentrieren: Seit Januar ist er Leiter im Büro Landrat.

Von Malte Lühr

One comment

  1. Steffen Hartmann

    Ein grober Ausbauplan durch die Ausführenden wäre echt hilfreich…