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Der Landkreis Lüneburg und die Telekom haben am Montag mit dem offiziellen Spatenstich das Startsignal für den Glasfaser-Ausbau gegeben. Mit dabei: Scharnebecks Samtgemeindebürgermeister Laars Gerstenkorn, Matthias Schulze-Mantei von „AteneKOM“, Landrat Manfred Nahrstedt, Bernd Wilhelm von der Telekom und die Landesbeauftragte Monika Scherf (v.l.). Foto: t&w

Schluss mit dem Schneckentempo

Lüdersburg. Das Geheimnis ruhte auf einem orangefarbenen Zettel in Bernd Wilhelms Sakko-Tasche: In Amelinghausen, Barendorf und Bleckede beginnt das Projekt des Landkreises Lüneburg zum Ausbau des Glasfasernetzes. Und auch im benachbarten Neu Darchau sollen die Bagger schon bald rollen. Das gab der Leiter des Produktions- und Betriebsmanagements bei der Telekom Technik Nord am Montag am Rande des offiziellen Spatenstichs für das Projekt bekannt. Die Nachricht waberte zwischen Bagger, Spaten und pinken Bauhelmen von einem kommunalen Funktionsträger zum nächsten.

Schnelles Internet in vier Gebieten

„Wer als nächstes zum Zuge kommt, wird jetzt sukzessive in Detailplanungen und Baubesprechungen mit weiteren Tiefbaufirmen abgestimmt“, so Wilhelm. In vier Gebieten gleichzeitig möchte das Unternehmen die Hausanschlüsse für schnelleres Internet legen, gräbt in Amelinghausen sogar bereits an mehreren Stellen die Verlege-Rinnen frei. Der gelbe Bagger, der zum offiziellen Startschuss auf der künstlich hergerichteten Baustelle in Lüdersburg parkte, hat da lediglich Symbolcharakter. Wirklich gebuddelt wird hier wohl erst später.

Scharnebecks Samtgemeindebürgermeister Laars Gerstenkorn nimmt‘s gelassen. Ihm sei nun vor allem wichtig, dass es überhaupt losgehe. Wie berichtet hatten die Lüdersburger bereits 2012 die Samtgemeinde Scharnebeck aufgefordert, sich für schnelles Internet stark zu machen und damit den Stein für ein kreisweites Breitbandnetz ins Rollen gebracht. „Wir haben eine Mitteilung, dass der Ausbau hier im Juni beginnen soll“, verrät Geerstenkorn. Was da nun dran ist, kann ihm Bernd Wilhelm am Montag aber nicht sagen. Nur so viel: „Voraussichtlich beginnen wir dort noch im Juli.“

Startschuss fällt auch in Barendorf, Bleckede und Neu Darchau

Wie in Amelinghausen werden auch in Barendorf, Bleckede und Neu Darchau in den kommenden Wochen Kabel verlegt – direkt bis vor die Haustür in 60 Zentimeter tiefen und 30 Zentimeter breiten Gräben. Denkbar sei aber auch, dass bis zum vorgesehenen Projektende im Dezember nächsten Jahres noch andere Methoden zum Einsatz kommen – etwa jene, bei der die Straße um einen schmalen Schlitz aufgefräst, im selben Schritt die Leitung verlegt und der Spalt sofort wieder verfüllt werden könne, erklärt Wilhelm.

„Statt Schneckentempo heißt es demnächst Lichtgeschwindigkeit für alle, die online arbeiten, surfen oder Filme schauen“, kündigt Landrat Manfred Nahrstedt an. Mehr als 3900 Kilometer Kabel will die Telekom in den kommenden 18 Monaten im Kreisgebiet verlegen, über 15 400 unterversorgte Haushalte können einen Anschluss ans Netz erhalten. Der Landrat rechnet vor: „Bis Ende letzter Woche hatten die Besitzer von rund 10 300 Immobilien den Bauarbeiten zugestimmt, das entspricht gut 67 Prozent der Adressen.“

Bund beteiligt sich an Kosten

16,7 Millionen Euro zahlen die Lüneburger der Telekom dafür, dass sie die unterversorgten Haushalte im Landkreis an ein Glasfasernetz anschließt. Bislang hieß es stets, der Bund steuere 8,35 Millionen Euro bei – eine Zahl, die sich laut Matthias Schulze-Mantei vom Fördermittelverwalter „AteneKOM“ eventuell noch nach oben korrigieren ließe – je nachdem wie hoch die Anschluss­quote noch steigt. „Die Zahl ist noch nicht fixiert.“

Von Anna Petersen

3900 Kilometer Kabel will die Telekom in den kommenden 18 Monaten im Kreisgebiet verlegen. Insgesamt 15 400 Haushalte gelten in den betroffenen Gebieten als unterversorgt. Für 10 300 Immobilien liegen Anträge auf Herstellung eines kostenlosen Hausanschlusses vor.