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Besonders den Platz an der Thorner Straße haben sich die Studenten mit ihren Vorschlägen für einen schöneren Kreideberg vorgenommen. Foto: skyimage21

Amphitheater für den Kreideberg

Lüneburg. Es ist nicht das erste Mal, dass über eine Neugestaltung des Kreidebergs nachgedacht wurde. Dass sich nun aber Studenten aus Buenos Aires darüber Geda nken machten, ist schon ungewöhnlich. Die rund zehnköpfige Gruppe war im Rahmen eines internationalen Workshops an der Leuphana nach Lüneburg gekommen, jetzt präsentierten sie in der Uni ihre zum Teil überraschenden Ergebnisse.

Verdichtung, Belebung, Durchmischung, vor allem mehr Farbe und weg vom tristen Grau – das waren die Hauptbotschaften, die von den argentinischen Studenten und ihren deutschen Kommilitonen für eine Neugestaltung des Kreidebergs ausgingen.

Gemeinsam hatten sie zwei Tage lang mit Anwohnern und Architekten über Entwicklungsmöglichkeiten dieses Stadtteils gesprochen und waren mit Prof. Dr. Ursula Kirschner vom Institut für Stadt- und Kulturraumforschung durchs Viertel „spaziert“. Von ihr ging die Initiative zu einer Neuauflage dieses internationalen Workshops aus, der vor vier Jahren schon einmal zu einem Austausch zwischen deutschen und argentinischen Studenten geführt hat.

Zu wenig Service-Angebote, zu viel Durchgangsverkehr

Fünf Themen hatten die Studenten in den Blick genommen. Sie reichten von der Verbesserung der Mobilität und Anbindung an die Stadt über die Gestaltung des öffentlichen Raums und Begegnungsmöglichkeiten bis zur Wohnraumverbesserung. Besonders in den Blick geriet dabei der Platz an der Thorner Straße. Die Kritik der Studenten: Zu wenig Service-Angebote, zu viel Durchgangsverkehr, zu wenig Aufenthaltsqualität.

Ihre Vorschläge: statt der Parkplätze ein Amphitheater, angrenzend ein Biergarten und Coffeeshops, daneben Areale für Studenten und Kinder, ein Studentenwohnheim. Und: die Verlegung der Thorner Straße südlich um die bestehende Ladenzeile, um die „Spaltung“ des Platzes durch den Verkehr aufzuheben. Dass man dafür „auch gar nicht viel abreißen muss“, wie eine Studentin bemerkte, sorgte im Publikum, darunter auch Bürgermeister Eduard Kolle, für leichtes Schmunzeln. „Man muss wissen, dass die meisten Flächen und Gebäude Privateigentum sind, die Stadt hat da nur wenig Möglichkeiten“, klärte Kolle auf.

Doch der Bürgermeister war auch voll des Lobes: Die Vorschläge für die Umgestaltung des Thorner Platzes fand er „beeindruckend“, die Studenten hätten diese „Achillesferse des Viertels“ richtig erkannt. Vor allem die Idee zur Verlegung der Thorner Straße nehme er als Anregung mit. Dem schloss sich auch Karina Hellmann, Sanierungsmanagerin für den Kreideberg und Kaltenmoor, an. Allerdings gebe es auch „Restriktionen“ durch bestehende Bebauungspläne. Zugleich betonte sie, weitere Studenten seien auf dem Kreideberg zwar willkommen, „Priorität haben aber die dort lebenden Menschen“.

Aufgezeigte Probleme als Potenzial

Ulrike und Ekkehard Kuhlmay waren ebenfalls angetan, „das sind gute Anregungen, die braucht der Thorner Platz ganz dringend“, lobten die Ochtmisser die Vorschläge.

Auch die argentinischen Studenten zogen Bilanz. „In Argentinien haben wir andere Probleme als zu kleine Garagen“, sagte Natalia Felder und bezog sich damit auf entsprechende Kritik von Bewohnern. Hauptproblem in Argentinien seien die vielen „Villas“, wie die Slum-ähnlichen Viertel in ihrem Land heißen. Olivia Ottaviano fand: „In Deutschland sind schon die Probleme gelöst, die auf Argentinien erst noch zukommen.“ Ihre Kommilitonin Catarina Staric empfahl, „die aufgezeigten Probleme als Potenzial zu betrachten“.

Welche Probleme und He­rausforderungen die Leuphana-Studenten in Argentinien erwartet, wird sich im Herbst herausstellen, wenn es im September zum Gegenbesuch nach Buenos Aires geht.

Von Ulf Stüwe

8 Kommentare

  1. „Die Kritik der Studenten: Zu wenig Service-Angebote, zu viel Durchgangsverkehr, zu wenig Aufenthaltsqualität.“

    Zu viel Durchgangsverkehr, das habe ich schon einigemale angemerkt. Dank der vielen Neubaugebiete Richtung Ochtnissen, Vögelsen, Reppenstedt etc. wächst hier der Durchgangsverkehr stetig. Dann die Konzentration der Schulen im Bereich des Kreidebergs, diese zieht morgens und nachmittags verstärkt Helikopter-Eltern an.

    Um die Wohnqualität hier wieder etwas zu erhöhen wird es endlich Zeit, über eine Westumgehung nicht nur nachzudenken, sondern diese endlich auch zu realisieren. Es kann nicht sein, dass in den Randgebieten immer mehr „Schöner Wohnen“ geschaffen wird und der Verkehr, der dort entsteht, Lüneburg und hier besonders den Kreideberg verstopft.

    • Juergen
      sie möchten gerne immer mehr verkehr? oder warum wollen sie immer mehr straßen?

      • Na, auf den Kommentat von Herrn Bruns zu meinem Kommentar habe ich gewartet.

        Ich weiß nicht, ob Sie gelesen haben, was ich geschrieben habe?? Ich möchte den gesamten Durchgangsverkehr der umliegenden Gemeinden und Neubaugebiete nicht über den Kreideberg abgeleitet haben!

        Sie als „alter Kreideberger“ sollten das doch sicherlich verstehen, oder?

        Außerdem ist es chon merkwürdig, dass Sie immer nur Kommentare kommentieren, aber zu den jeweiligen Artikeln der Landeszeitung keine eigene Meinung zu haben scheinen. Finde ich schon etwas merkwürdig!

        Was hätten Sie denn zu Bernd L. zu sagen? Verkehrsvermeidung durch Schaffung von Einkaufszentren in den „Dörfern“ wie Ochtmissen??

        • jürgen, sie haben ja humor. ich habe zu allem eine eigene meinung. verkehrsvermeidung? aber immer gern. tante emma hat immer gereicht.

        • jürgen, glauben sie mir, ich habe zu allen themen, die ich kommentiere auch eine eigene meinung. zu ihrer frage, verkehrsvermeidung durch einkaufzentren? will man das kind mit dem bade ausschütten? der verkehr wird sich nur anders bewegen, er wird deswegen aber nicht weniger. der mensch sucht sich den bequemsten weg. verkehr wird durch zentren angelockt und nicht verhindert.

          • Na, dann alle auf den Friefhof, dann gibt es auch keinen Verkehr mehr.

            Tante Emma ist dank der Zentralisierung und Globalisierung schon da angekommen.

            Der Verkehr wird sich reduzieren, wenn die Menschen in ihren schönen Neubaugebieten eigene Einkaufsmöglichkeiten hätten. Da wird kein Kind mit dem Bade ausgeschüttet.

            Alles ein wenig Weltfremd, was Sie da zum Besten geben.

  2. „Ulrike und Ekkehard Kuhlmay waren ebenfalls angetan, „das sind gute Anregungen, die braucht der Thorner Platz ganz dringend“, lobten die Ochtmisser die Vorschläge.“

    Soso, die Ochtmisser Kuhlmay loben die Anregungen zur Umgestaltung des „Thoner Platzes“. In Ochtmissen gibt es auch Potential, Auch dort könnte man ein ähnliches Zentrum wie in Vögelsen bauen. Verkürzt die Fahrzeiten der Ochtmisser, wenn sie einkaufen wollen und entlastet den Durchgangsverkehr über den Kreideberg Richtung „Am Alten Eisenwerk“ (Aldi, Lidel, Kaufland etc.).

  3. Juergen
    Der Verkehr wird sich reduzieren, wenn die Menschen in ihren schönen Neubaugebieten eigene Einkaufsmöglichkeiten hätten
    dumm nur, wenn menschen kommen, die bei sich diese einkaufsmöglichkeiten nicht haben, oder? die kommen dann zu ihnen. schmunzel. oder wie wollen sie das verhindern? einen schönen text für einen laden hätte ich schon. auf dem schild sollte stehen: bei mir dürfen nur Anwohner kaufen. schmunzel.

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