Mittwoch , 26. September 2018
Aktuell
Home | Lokales | Amelinghausen | Lernen 4.0
Frank Dederichs ist Geschäftsführer der IQuanto GmbH: „Wir wollen die Bildungslandschaft rocken“, sagt er. (Foto: kre)
Frank Dederichs ist Geschäftsführer der IQuanto GmbH: „Wir wollen die Bildungslandschaft rocken“, sagt er. (Foto: kre)

Lernen 4.0

Amelinghausen/Lüneburg. Frank Dederichs legt die Messlatte an den eigenen Anspruch hoch. Muss er auch, denn selbstbewusst kündigt er an: „Wir werden den Bildungsmarkt rocken!“ Dederichs ist Diplom-Ingenieur und Geschäftsführer der IQuando GmbH mit Sitz in Amelinghausen. Ein junges Unternehmen, erst im August vergangenen Jahres gegründet.

Das Unternehmen bietet berufsbegleitend Lehrgänge zum Staatlich geprüften Techniker an. So weit, so gut. Was die IQuando GmbH nach Dederichs Worten besonders macht, ist die Art der Wissensvermittlung: „Wir wollen die Wege des Lernens personalisieren, individualisieren und vor allem auch flexibilisieren“, klärt Dederichs auf. Mit anderen Worten: „Unsere Teilnehmer entscheiden selbst, wo, wann, wie und wie lange sie lernen wollen“, verdeutlicht der Diplom-Ingenieur, spricht vom „Lernen 4.0“

Nicht nur Wissen auf Vorrat

Moderne Lernplattform-Technologie aus Australien macht‘s möglich. Was sich im Outback bewährt hat soll nun auch die Bildungslandschaft in der Heide revolutionieren.

Ein wichtiger Ansatz ist für Dederichs und seine Kollegen die Lern-Akzeptanz: „Wenn ich weiß wofür ich lerne, fällt mir das in der Regel auch leichter“, glaubt der IQando-Geschäftsführer. Im Gegensatz zum Lernen „auf Vorrat“, wie er es formuliert, und wie es seinen Worten zufolge noch allzu gerne in den Schulen praktiziert werde: „ Da wird Wissen vermittelt, das die Schüler nie, oder erst sehr viel später im Leben – wenn überhaupt – brauchen werden.

„Fachwissen alleine wird in einem technischen Studiengang immer weniger von Bedeutung sein.“ Frank Dederichs, Geschäftsführer

Wer muss schon wissen, wie beispielsweise der Blutkreislauf eines Karpfens funktioniert? Wenn er nicht gerade Biologie studieren will.“

Dederichs ist fest davon überzeugt, dass „reines Fachwissen alleine in einem technischen Studiengang immer weniger von Bedeutung“ sein wird: „Um sich den künftigen Herausforderungen von Industrie 4.0 stellen zu können, sind vor allem die Kompetenzen, sich neue Sachverhalte selbst aneignen zu können und das eigene Problemlösevermögen entscheidend“, glaubt der IQuando-Geschäftsführer: „Das reine Fachwissen überholt sich in einer sehr schnelllebigen Zeit sehr schnell. Umso wichtiger ist für die Betriebe daher ein trainierter, systematisch vorgehender ‚Problemlöser‘ mit offenen Blick für das Neue, ist Dederichs überzeugt.

Lernplattform wird zur verlängerten Werkbank

Die Aus- und Weiterbildung solcher Fachkräfte habe sich die IQuando GmbH auf die Fahnen geschrieben – Dank neuer digitaler Lernsysteme für ein kombiniertes Fern- und Präsenzstudium. Dazu gehöre die Organisation des Studiums über Smartphone ebenso, wie das interaktive Lernen mit dem Tablett und am Laptop. Dazu gibt es alle 14 Tage Präsenzveranstaltungen. „So wird die Lernplattform zur verlängerten Werkbank, zum Training on the job“, versinnbildlicht Dederichs.

Die Regelstudienzeit zum staatlich geprüften Techniker“ betrage sechs Semester und endet mit einer Abschlussprüfung. Wer mehr erfahren will: Am Donnerstag, 21. August, findet ab 18 Uhr in der Leuphana Universität eine Infoveranstaltung für Interessierte statt.

Von Klaus Reschke