Donnerstag , 13. Dezember 2018
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Wenn der Unterricht vorbei ist, möchten viele Kinder am liebsten gleich nach Hause. Doch wenn ihre Eltern arbeiten, ist keiner da, der aufpasst. (Foto: Monkey Business)
Wenn der Unterricht vorbei ist, möchten viele Kinder am liebsten gleich nach Hause. Doch wenn ihre Eltern arbeiten, ist keiner da, der aufpasst. (Foto: Monkey Business)

Und wer passt am Nachmittag auf?

Lüneburg. Die Nachfrage wächst, das merkt die Stadtverwaltung vor allem an den Grundschulen. Dort tummeln sich immer mehr Kinder auch am Nachmittag, wenn der Unterricht längst vorbei ist. Gerade für Alleinerziehende und in Familien, in denen beide Eltern voll berufstätig sind und Großeltern nicht in der Nähe wohnen, sind die organisierten Betreuungen in den Schulen ein Rettungsanker. Und weil der Bedarf größer ist als das Angebot, werden diese Plätze weiter aufgestockt.

Im Schulausschuss gab Thomas Wiebe für die Verwaltung einen Überblick über den aktuellen Stand und die Planungen für das kommende Schuljahr. Vier Grundschulen sind derzeit schon Ganztagsschulen: die Anne-Frank-Schule in Kaltenmoor (336 Schüler), die Igelschule (275), die Schule Im Roten Felde (272) und die St.-Ursula-Schule (221). Dort findet am Nachmittag auch Unterricht statt, so dass eine Betreuung über den Mittag hinaus sichergestellt ist – zum Teil auch ergänzend durch Hort­einrichtungen.

Nur in Ochtmissen wird nicht aufgestockt

Mittelfristig sollen alle Grundschulen Ganztagsschulen werden, doch bis es so weit ist, gibt es ein Betreuungsvakuum. An den anderen Grundschulen in Lüneburg gibt es derzeit 562 Plätze in der Nachmittagsbetreuung, meist durch Träger wie zum Beispiel PädIn oder Die Rübe abgedeckt, 118 sollen hinzukommen, damit wären es dann 680. Die Pläne für den Sommer im Einzelnen:

  • Grundschule Häcklingen: 223 Schüler, 90 Kinder in der Nachmittagsbetreuung, 8 zusätzliche Plätze werden im neuen Schuljahr geschaffen.
  • Hasenburger Berg: 322 Schüler, 100 in der Nachmittagsbetreuung, 20 zusätzliche Plätze werden im neuen Schuljahr geschaffen.
  • Heiligengeistschule: 193 Schüler, 32 in der Nachmittagsbetreuung, 20 zusätzliche Plätze werden im neuen Schuljahr geschaffen.
  • Hermann-Löns-Schule: 182 Schüler, 70 in der Nachmittagsbetreuung, 20 zusätzliche Plätze werden im neuen Schuljahr geschaffen.
  • Kreideberg: 223 Schüler, 100 in der Nachmittagsbetreuung, 20 zusätzliche Plätze werden im neuen Schuljahr geschaffen.
  • Lüne: 299 Schüler, 130 in der Nachmittagsbetreuung, 30 zusätzliche Plätze werden im neuen Schuljahr geschaffen.
  • Sandberg: 85 Schüler, 40 in der Nachmittagsbetreuung.

Sozialdezernentin Pia Steinrücke machte deutlich, dass es immer schwieriger werde, freie Träger für die Betreuung zu gewinnen, vor allem weil die nicht über genügend Personal verfügten. „Notfalls müssen wir als Stadt das dann eben auch mal selbst machen“, kündigte sie an.

Wiebe nannte auch die Zahl der Anmeldungen der Abc-Schützen für das Schuljahr 2018/2019. Danach werden 658 Mädchen und Jungen ab August in den 1. Klassen der Lüneburger Grundschulen Lesen, Schreiben und Rechnen lernen. Die meisten Zugänge bekommt die Schule Lüne (94 Schüler), gefolgt von der Anne-Frank-Schule in Kaltenmoor (94) und der Schule Im Roten Felde (88), die wenigsten Neuzugänge erwartungsgemäß die kleinste Grundschule in Ochtmissen (15).

Von Alexander Hempelmann

One comment

  1. Jahrtausendstark

    Ist es denn ein Wunder? Früher konnte der Mann seine Frau und sein Kind von seinem Gehalt mitversorgen und die Mutter konnte das Kind erziehen. Heute sind Mutter und Vater dazu gezwungen beide arbeiten zu gehen um überhaupt die Kosten decken zu können und das Kind wird von anderen erzogen… oder auch nicht. Schöne neue Welt *schmuzel*