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Im ehemaligen Rathaus der Samtgemeinde Ilmenau sollen bald Kinder spielen. Foto: t&w

Altes Rathaus wird Krippe

Melbeck. Die Verwaltung ist umgezogen, das alte Rathaus der Samtgemeinde Ilmenau steht seit wenigen Tagen leer. Aber wohl nicht für lange: Denn künftig soll in dem Gebäude aus den 1970er-Jahren eine Kinderkrippe mit drei Gruppen untergebracht werden. Der Rat der Gemeinde Embsen hatte sich bereits für diese Lösung ausgesprochen, will mit einer Gruppe in das Gebäude einziehen. Jetzt traf auch der Melbecker Gemeinderat in seiner Sitzung am Montagabend eine entsprechende Grundsatzentscheidung. Damit ist die ursprüngliche Idee, das Gebäude als Asylunterkunft zu nutzen, endgültig vom Tisch.

Die Gemeinde Melbeck wird dann an zwei Standorten eine Kinderkrippe betreiben: Zum einen die in der Kindertagesstätte „Wurzelwerk“, die andere dann in der entsprechend umgebauten und renovierten ehemaligen Samtgemeindeverwaltung. Beide Gruppen an einem Ort zusammenzufassen, ist aus Sicht von Bürgermeister Klaus Hübner (CDU) aus finanziellen Gründen wenig sinnvoll: „Wir müssten Fördermittel zurückzahlen, die wir für den Anbau der Kinderkrippe an die Kita ‚Wurzelwerk‘ erhalten hatten“.

Die Samtgemeinde wird als Bauträger auftreten

Heinz-Eckhard Meyer (UWI) wollte mehr über die Kosten des Umbaus des Rathauses zur Kinderkrippe erfahren. „Nicht vergessen darf man in dieser Kalkulation auch die Außenanlagen und die Innenausstattung“, mahnte er an. Doch um genaue Zahlen zu nennen, dafür sei es jetzt noch zu früh. „Heute fassen wir den Grundsatzbeschluss“, erinnerte Hübner, Joachim Komander (CDU) drückte es so aus: „Jetzt stimmen wir darüber ab, was wir wollen, über das Wie werden wir später beraten!“

Fest steht allerdings, dass als Bauträger die Samtgemeinde auftreten und die Gruppenräume später an die Gemeinden vermieten wird. Wobei wie so oft der Teufel im Detail steckt, denn: Für die Kindertagesstätten sind in der Samtgemeinde Ilmenau die Gemeinden – nicht die Samtgemeinde – zuständig. Nun sollen aber im alten Rathaus drei Gruppenräume eingerichtet werden, die dritte will die Samtgemeinde sozusagen als „stille Reserve“ vorhalten. „Wie man das dann rechtlich genau regelt, darüber muss noch gesprochen werden“, erklärt Gemeindedirektor Carsten Riegel. Der Bedarf an Krippenplätzen in der Samtgemeinde jedenfalls sei groß: So habe auch schon Deutsch Evern Bedarf an fünf Plätzen im ehemaligen Rathaus angemeldet. Erste Kostenschätzungen der Architektin taxierten die Umbaukosten des alten Rathauses zur Kinderkrippe auf etwa 800.000 Euro. Geplant ist, dass die Kommunen dann die Räume für 25 Jahre anmieten und eine entsprechende Miete an die Samtgemeinde entrichten.

Pläne für die Gemeindeverwaltung

Durch die Fertigstellung der neuen Samtgemeindeverwaltung ist noch ein Gebäude in Melbeck frei geworden – nämlich die Gemeindeverwaltung in der Floetstraße. Auch für diese Immobilie gibt es Pläne: „Wir sollten prüfen, ob dieses Gebäude nicht für eine Kindertagespflege beziehungsweise Großtagespflege geeignet wäre“, schlug Meyer vor. Womöglich könne auch die nachschulische Betreuung in das Gebäude mit einziehen. Ob das Gebäude für derlei Pläne überhaupt baulich und brandschutztechnisch geeignet ist, das soll zunächst durch Experten geklärt werden.

Zuvor hatte Peter Kuckat (Grüne) davor gewarnt, mit diesen Plänen Begehrlichkeiten zu wecken, die womöglich nicht erfüllt werden könnten: „Auf dem Areal ist der Bauhof der Gemeinde untergebracht, außerdem wohnen dort Mieter“, gab er zu bedenken und Komander wandte ein: „Wir sollten uns erst einmal darüber einig werden, was wir mit dem Gebäude überhaupt wollen.“ Deshalb soll sich der Gemeindedirektor mit einem Architektenbüro in Verbindung setzen und eine bautechnische Begehung des Hauses durchführen. Das beschloss der Rat einstimmig bei zwei Enthaltungen.

Von Klaus Reschke

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