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Von Hitzacker nach Darchau schwimmen die 80 Teilnehmer der Aktion "Wir schwimmen die Elbe". Foto: geo

Rein in den Elbe-Strom

Darchau. Hamburg reicht am Sonnabend bis Hitzacker: Das Programm für den „Langen Tag der StadtNatur“ dehnt sich in diesem Jahr erstmals bis an die kleine Stadt an der Elbe aus: Dort werden 80 Frauen und Männer ab 11 Uhr im Fluss von Hitzacker nach Darchau schwimmen.

In Hamburg organisiert die „Loki Schmidt Stiftung“ zum achten Mal den „Langen Tag der StadtNatur“, der jedes Jahr einen anderen thematischen Mittelpunkt hat. In diesem Jahr ist es zum ersten Mal die Elbe. Für mögliche Kooperationen wandte sich die Stiftung daher auch an regionale Institutionen weiter elbaufwärts, und gemeinsam mit dem Haus des Gastes sowie dem Archezentrum in Neuhaus, der Biosphärenreservatsverwaltung Niedersächsische Elbtalaue in Hitzacker und natürlich der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) entstand die Idee für die Aktion „Wir schwimmen die Elbe“.

Ungewohnte Einblicke an die Ufer

„Die Elbe von der Wasserseite her zu erleben bedeutet, sich der stetigen Strömung hinzugeben, ungewohnte Einblicke an die Ufer zu haben und unmittelbarer Teil der Elbe zu werden“, sagt Holger Belz vom Archezentrum in Neuhaus, der die Organisationsfäden für die Großveranstaltung zusammenhält. „Mit diesem außergewöhnlichen Event wollen wir für die Schönheit der Flusslandschaft Elbe sensibilisieren.“

Inspiriert hat das Team die Elbschwimm-Staffel im vergangenen Jahr: Im Zuge des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung initiierten Wissenschaftsjahres zum Thema „Meere und Ozeane“ waren 2017 unter dem Motto „Das Meer beginnt hier“ 250 Frauen und Männer schwimmend die 575 Flusskilometer von Sachsen bis Geesthacht unterwegs, aufgeteilt auf verschiedene Staffeln.

„Die Elbe ist in diesem Bereich einfach wunderschön“

Mit dabei war auch Katharina Breuel (29) aus Henstedt-Ulzburg. Die Verwaltungsfachangestellte ist Triathletin und schwamm 2017 die Staffel zwischen Hitzacker und Bleckede. „Das war traumhaft“, erzählt sie. „Wir hatten Glück, dass uns keine Schiffe überholt haben. Die DLRG war hinter mir, sodass ich das Gefühl hatte, ich sei alleine in diesem Fluss. Und die Elbe ist in diesem Bereich einfach wunderschön.“

Die Triathletin Katharina Breuel ist dabei bei der Aktion „Wir schwimmen die Elbe.“
Die Triathletin Katharina Breuel ist dabei bei der Aktion „Wir schwimmen die Elbe.“

Vor dem Start hatten die Lebensretter den Schwimmern Tipps gegeben, in welchem Bereich des Flusses sie sich aufhalten sollten, damit sie nicht in die gefährliche Strömung geraten. Das wird auch in diesem Jahr der Fall sein. Abgesichert werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Rettungsschwimmern und Booten der DLRG Hitzacker und den Ortsfeuerwehren Neuhaus und Kaarßen. Das Deutsche Rote Kreuz unterstützt zudem von der Landseite her. Wer die Gesamtstrecke von 13,7 Kilometern mit Pausen versehen möchte, erhält auf zwei Versorgungsflößen die Möglichkeit, sich mit Getränken und Snacks zu versorgen und sich ein Stück weit mit der Strömung treiben zu lassen.

„StrandGUT – wir räumen auf!“

Die DLRG nutzt den Tag außerdem für eine weitere Aktion an Land. Unter dem Motto „StrandGUT – wir räumen auf!“ nutzt die Ortsgruppe Hitzacker den Tag, um mit Jugendlichen am Ufer aufzuräumen. „Ziel unseres Jugendprojekts ist es, die Gewässer-, Strand- und Überschwemmungsbereiche im Biosphärenreservat von Müll zu befreien“, sagt die Initiatorin Katharina Tomaschek. „Vor allem wollen wir verhindern, dass schwimmfähiger Müll beim nächsten Hochwasser weiter Richtung Hamburg und bis in die Nordsee gelangt.“

Um 11 Uhr schwimmen die 80 angemeldeten Teilnehmerinnen und Teilnehmer in zwei Gruppen – ambitioniert und gemütlich – los. Mit Ankunft der schnelleren Schwimmer rechnen die Veranstalter gegen 13.30 Uhr in Darchau. Die Aktion ist ausgebucht.

Von Carolin George

Tag der Stadtnatur in der Region

Mehr als 80 Veranstaltungen finden von Cuxhaven bis Prignitz statt

Lüneburg. Dank der Metropolregion Hamburg geht der „Lange Tag der StadtNatur“ diesmal weit über die Hamburger Stadtgrenzen hinaus – von Cuxhaven bis Prignitz. Zwar ist schon vieles ausgebucht, aber es gibt noch einige anmeldefreie Veranstaltungen, auch in den Kreisen Lüneburg, Harburg und Lauenburg. Ausgewählte Termine:

Sonnabend, 16. Juni

Aumühle: Waldführung um den Mühlenteich und den Sachsenwald, Treffpunkt ist vor dem Res­taurant Fürst Bismarck Quelle (Mühlenweg 3, Aumühle), 18.30 bis 20 Uhr. Naturführer Holger Bublitz lüftet bei einer Abendtour einige Geheimnisse des Sachsenwaldes. Festes Schuhwerk wird empfohlen. Erwachsene zahlen 9 Euro, Kinder nehmen kostenlos teil.

Seevetal: Rundtour von Bergedorf durch die Winsener Elbmarsch mit dem Radwanderbus, Haltestelle Jehrden-Karoxbostel (Winsener Landstraße), 12.55 bis 15.30 Uhr, Anfahrt ab S-Bahnhof Bergedorf mit dem Elb-Shuttle. Noch bis 3. Oktober tourt der Elb-Shuttle (www.elb-shuttle.de) kostenfrei durch die Elbmarsch. Anlässlich des Veranstaltungstags „Langer Tag der StadtNatur“ gibt es ab 14.12 Uhr eine geführte Tour ab Karoxbostel.

Sonntag, 17. Juni

Bleckede: Tag der offenen Tür im Biosphaerium Elbtalaue (Schlossstraße 10, Bleckede), von 11 bis 18 Uhr. Direkt am Elbdeich gelegen bietet das Biosphaerium Aktionen für Groß und Klein in der Ausstellung zur Vogel- und Wasserwelt, auf dem Schlosshof und im Gelände. Zum Beispiel eine Elbe-Rallye, eine Kurzexkursion an die Elbe oder Familienaktion am Gewässer. Eintritt frei, um Spenden wird gebeten.

Amt Neuhaus: Länderübergreifender Elbradeltag 2018, Treffpunkt ist am Archezentrum im Haus des Gastes (Am Markt, 5 Neuhaus), 10 bis 18 Uhr. Mit einer Führung durch das Archezentrum beginnt die Tagestour im Norden des länderübergreifenden UNESCO-Biosphärenreservates Flusslandschaft Elbe. Anschließend führt die zirka 45 Kilometer lange Route nach Preten in die Sudeniederung zu Auerochsen, Wildpferden und Weißstörchen, weiter entlang der Krainke und Sude in die Teldau und auf dem Elberadweg über Stiepelse und Konau zurück nach Neuhaus. Empfohlene Ausrüstung: Fahrrad, Fernglas, Regen- und Wechselkleidung. Teilnahme kostenlos, um Spenden wird gebeten.

Weitere Infos im Netz unter tagderstadtnaturhamburg.de