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Loreen (l.) und ihre Mitschüler Meyra und Ardi (r.) haben mit ihrem Sieb einen Fang gemacht. Lehrerin Silvia Deller (l.) und Naturpädagogin Kirsa Weidemann helfen bei der Bestimmung. Foto: t&w

Abenteuer an der Goldbeck

Lüneburg. Endlich! „Dann schaut mal, ob ihr etwas entdeckt.“ Die ganze Zeit schon haben Amelie, Nick, Fynn und die anderen auf das Startsignal von Kirsa Weidemann gewartet, und sofort strömen die Schüler auf dem weitläufigen Gelände aus. Denn heute ist ihr Projekttag, es gilt, die Natur auf dem Aktivspielplatz in Kaltenmoor zu entdecken.

Geheimnisvoll-idyllisch schlängelt sich die Goldbeck durch das verwunschene Areal des Aktivspielplatzes, der kleine Bachlauf ist Hauptanziehungspunkt an diesem Morgen. Um kurz nach acht Uhr hatten sich die Kinder auf den Weg gemacht, es sind Schüler der Klassen 1a und 1k der Igelschule, letztere ist die Kooperationsklasse der Schule am Knieberg, Förderschule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung.

Sachunterricht und Naturerfahrung

Ausgestattet mit Eimern und Keschern haben die Schüler die Aufgabe, herauszufinden, welche Tiere in der Goldbeck leben. Hilfestellung hat zuvor Kirsa Weidemann gegeben, sie ist Sozialpädagogin bei der Jugendpflege der Stadt und betreut als Naturpädagogin den Aktivspielplatz in Kaltenmoor. „Hier gibt es Flohkrebse, Köcherfliegen, Strudelwürmer und manchmal auch Kaulquappen, aber die werden wir jetzt wohl noch nicht finden“, sagt Kirsa Weidemann und breitet Bilder der Tiere vor sich auf der Erde aus.

Paula (6) hat sie sich gut eingeprägt. „Guck mal, Flohkrebse“, ruft sie stolz, als sie schon wenige Minuten später vier dieser kleinen Tierchen in ihrem Kescher entdeckt. Auch die anderen sind fündig, mit ihren Gummistiefeln stehen sie mitten im Bachlauf, einige sind barfuß unterwegs. Was sie gefangen haben, kommt in einen Eimer, in dem es allmählich munter kribbelt und krabbelt. Nick hat eines der Tiere herausgefischt, ein Lupenbecher hilft ihm bei der genauen Bestimmung. „Ich glaube, das ist ein Strudelwurm“, meint der Erstklässler, hält Kirsa Weidemann den Becher hin und erntet zustimmendes Nicken.

Auch soziales Lernen gehört zum Programm

„Wir machen das mindestens einmal im Jahr“, sagt Mira Kontokollias. Die Klassenlehrerin der 1a schätzt diese Exkursion in die Natur, „es ist eine schöne Ergänzung zum Sachunterricht“. Das weiß auch Kirsa Weidemann, die von „wichtigen Primärerfahrungen“ spricht und ergänzt: „Es geht um Fangen und Forschen.“

Weil aber auch die 1k der Förderschule dabei ist, geht es auch um soziales Lernen, wie Klassenlehrerin Silvia Deller erklärt. Seit fünf Jahren schon gibt es diese Kooperationsklasse, außer Deutsch und Mathematik werden alle Unterrichtsfächer gemeinsam unterrichtet. Zum ersten Mal sind sie nun beim Ausflug zum Aktivspielplatz dabei.

„Ich habe den Frosch entdeckt“

Erfahrungen und Erlebnisse des Tages werden anschließend im Unterricht aufbereitet, „dazu gehören auch die individuellen Tagebucheintragungen“, sagt Mira Kontokollias. Für Fynn steht schon fest, was er in sein Tagebuch schreibt: „Ich habe den Frosch entdeckt“, berichtet der Erstklässler stolz. Und fast hätte es auch mit dem Fangen geklappt, wenn die Klassenlehrerin nicht Erbarmen mit dem schon halb erschöpften Tier gehabt hätte.

„Der Aktivspielplatz kann übrigens von jedermann besucht werden“, sagt Kirsa Weidemann, die sich immer über naturbegeisterte Kinder und solche, die es gern werden wollen, freut. Der Aktivspielplatz an der Theoder-Heuss-Straße ist während der Schulzeit montags bis freitags von 15 bis 18 Uhr, sonnabends von 12 bis 18 Uhr und während der Ferien montags bis sonnabends von 12 bis 18 Uhr geöffnet.

Von Ulf Stüwe