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Martha und Vincent haben mit ihrer Klasse gleich doppelt abgeräumt: Die Drittklässler der Grundschule Hasenburger Berg haben viel Zeit in einen Klimakalender mit Spartipps investiert. (Foto: t&w)
Martha und Vincent haben mit ihrer Klasse gleich doppelt abgeräumt: Die Drittklässler der Grundschule Hasenburger Berg haben viel Zeit in einen Klimakalender mit Spartipps investiert. (Foto: t&w)

Warum die Gletscher schmelzen

Lüneburg. Martha und Vincent kennen jede Menge Tipps zum Sparen: Die Wäsche sollte draußen getrocknet, der Kochtopf stets mit Deckel und auf einer passenden Herdplatte verwendet werden. „Auch wäre es gut, wenn man nicht in den Urlaub fliegt, sondern mit Bus oder Bahn fährt und sich ein Ausflugsziel in der Nähe aussucht“, sagt die neunjährige Schülerin, die all diese Anregungen gemeinsam mit ihren Klassenkameraden in einem Klimakalender festgehalten hat.

Auch den Treibhauseffekt haben die Drittklässler der Lüneburger Grundschule Hasenburger Berg darin anschaulich erklärt. Vincent (9) hat die Folgen längst überblickt: „Wegen der Gase gelangt zu viel Wärme auf die Erde, deshalb schmelzen die Gletscher.“ Mit ihrem Kalender konnte die 3 c auch beim Schülerwettbewerb „Klimadetektive“ überzeugen und den 1. Platz ergattern.

220 Drittklässler aus Stadt und Kreis

Insgesamt elf Klassen aus Stadt und Landkreis Lüneburg hatten sich für die 11. Auflage angemeldet, im Dezember wurden den Lehrkräften Klimadetektiv-Koffer ausgehändigt. Mit Messgeräten für Stromverbrauch, Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit haben die 220 Drittklässler in der Schule und zu Hause untersucht, wo unnötig Ressourcen verbraucht werden. Bis Juni hatten sie Zeit, ihre Projekte auszuarbeiten. Die Minikampagnen und Klimakalender wurden jetzt von einer Jury bewertet, die Preise bei der Siegerehrung im Glockenhaus verliehen.

Zur Relevanz sagt Andrea Umana Lima: „Es ist wichtig, dass die Kinder von klein auf lernen, was Klimaschutz eigentlich bedeutet, wie Ressourcen besser verbraucht und Energie eingespart werden kann.“ Jedes Jahr sei die Nachfrage der Schulen groß – ganz zur Freude der Mitarbeiterin der Klimawerk Energieagentur, die den Wettbewerb stets gemeinsam mit dem kommunalen Entsorgungsunternehmen GfA, Stadt und Landkreis Lüneburg organisiert. Begeistert war auch Bürgermeister Eduard Kolle. „So viele Kinder hatten wir hier noch nie. Wenn ihr jetzt alle Klimadetektive seid, kann mit unserer Umwelt nichts mehr schief gehen.“ Die Erwachsenen seien auf die Mithilfe der kleinen Bewohner angewiesen, „heutzutage gehen wir über vieles einfach hinweg. Das ist gar nicht gut“.

In diesem Jahr wurden alle Klassen belohnt, neben den Podestplätzen gab es auch jede Menge Sonderehrungen. Gleich zwei Mal durfte die 3 c von Martha und Vincent jubeln, im Modul „Minikampagne“ sicherte sie sich den 2. Platz. Die Schüler dürfen sich nun nicht nur auf eine Wanderung und Übernachtung freuen, sondern auch auf einen Ausflug in die Boulderhalle.

Der Sieg geht nach Hohnstorf

Noch etwas überzeugender fand die Jury jedoch die Kampagne der 3 b aus Hohnstorf. Die neunjährige Elisabeth konnte nicht mehr still sitzen, als ihr klar wurde, dass ihre Klasse den 1. Platz ergattern würde. „Wir hatten ein großes Problem mit Abfall an unserer Schule, der Müll wurde nicht getrennt, auch haben uns Eimer gefehlt“, erzählt sie gemeinsam mit ihren Mitschülern Kieran (9) und Jaart (8). „Jetzt trennen wir in Restmüll, Papier und gelber Sack.“ Auch hätten die Schüler Abfalllisten und Dienstpläne für die anderen Klassen erstellt, für die Erstklässler gar Schilder und Hinweise gebastelt, welcher Müll in welche Tonne gehört. „Und der Bürgermeister von Echem hat uns 100 Euro für unsere Klassenkasse geschenkt, davon konnten wir Mülleimer kaufen.“

Von Anna Paarmann