Dienstag , 25. September 2018
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Die Rathaus-Toiletten werden saniert. Anders als geplant, werden sie erst 2019 wieder genutzt werden können. (Foto: A/phs)

Das stille Örtchen bleibt länger dicht

Lüneburg. Der Ausbau der öffentlichen Toiletten an der Waagestraße im Rathaus dauert länger und wird sich bis ins kommende Jahr ziehen, heißt es auf Nachfrage aus dem Rathaus. Eigentlich sollten die Arbeiten bis Jahresende erledigt sein. Das stößt auf Unmut: Markthändler berichten, dass immer wieder Touristen bei ihnen nachfragen, wo es ein stilles Örtchen gebe. Viele weichen auf Kaufhäuser und Lokale am Markt aus. Den Weg zu den Ersatztoiletten im Klosterhof an der Ratsbücherei sei manchem zu weit. Laut Verwaltung hatten im Durchschnitt 3500 Personen pro Woche das Klo im Rathaus-Komplex angesteuert.

Hintergrund für die Verzögerung sind die Arbeiten am Gerichtslaubenflügel. Wie berichtet, wird der Trakt aus dem 14. Jahrhundert saniert. Handwerker reparieren das Dachtragwerk sowie das Backsteinmauerwerk der Fassaden. Restauratoren überarbeiten die mittelalterlichen, üppigen Fenstergemälde der Südfassade ebenso wie die Maßwerkfenster der Ostseite.

450 000 Euro sollen die neuen Klos kosten

„Der Sanierungsbedarf dort ist größer als zunächst angenommen“, sagt Stadtpressesprecherin Suzanne Moenck. „Das Gerüst muss im Eingangsbereich zum Innenhof länger stehen bleiben, deshalb können die Kanal-leitungen im Boden darunter nicht rechtzeitig erneuert werden.“ Die Arbeiten an der Toilettenanlage selbst lägen zwar im Zeitplan: „Aber der Anschluss an die Kanalleitungen erfolgt deshalb im neuen Jahr, da muss das Wetter mitspielen – wir brauchen frostfreie Böden.“

Die Toiletten ziehen um, denn an ihrem alten Standort hätten sie nicht erweitert werden können: Darunter liegt der Ambrosiuskeller, ein Teil des ehemaligen Ratskellers. Dessen Säulen würden eine zusätzliche Last nicht mehr schultern können. So soll der Zugang künftig über den kleinen Innenhof neben der Touristen-Info erfolgen. Die Arbeiten für die Klos werden mit rund 450 000 Euro veranschlagt, die Arbeiten am Flügel der Gerichtslaube mit 2,7 Millionen Euro.

Die Stadt hatte das Vorhaben kürzlich in einer Vorlage für den Verkehrsausschuss umrissen: „Die barrierefreie Toilette, das Herren-WC und die Haustechnik werden in der ehemaligen Ratskellerküche realisiert, das Damen-WC in einem angrenzenden, gewölbten Raum. Bei den Öffnungszeiten und Reinigungsintervallen werden die Belange der verschiedenen Nutzergruppen wie die Marktbeschicker berücksichtigt. Die Erschließung erfolgt über den angrenzenden Innenhof. Dieser wird neu gestaltet, barrierefrei umgebaut und mit Bänken möbliert.“

Von Carlo Eggeling