Mittwoch , 19. September 2018
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Zwei Orte, die gemeinsam in die Zukunft gehen: Thomasburg und Vastorf. Montage: cm

Die Zukunft auf dem Land

Thomasburg/Vastorf. Vor zwei Jahren haben die Gemeinden Thomasburg und Vastorf beschlossen, ihre Zukunft gemeinsam zu gestalten und sich als Dorfregion für das neue Dorfentwicklungsprogramm zu bewerben. Die erste Bewerbung schlug fehl, doch die Politiker beider Gemeinden machten im vergangenen Jahr kurz entschlossen einen zweiten Anlauf. Jetzt steht fest: Ganz drin sind die Ostheider zwar noch nicht, aber ein erster Schritt ist getan.

„Wir sind jetzt in die sogenannte soziale Dorfentwicklung aufgenommen worden“, berichtet Vastorfs Gemeindedirektor Dennis Neumann. „Das ist eine Vorstufe mit guten Chancen auf die endgültige Förderung.“ In dieser vor geschalteten Phase müssen die Gemeinden zusammen mit ihren Bürgern konkrete Projekte entwickeln, die dann eingereicht und bewertet werden.

„Es ist sehr viel machbar“

Die soziale Dorfentwicklung ist also ein kleiner Schritt voran, zeitlich jedoch eine Verzögerung, denn bis diese Phase abgeschlossen ist, können erneut bis zu zwei Jahre ins Land ziehen. Andererseits ist es auch eine Chance, im Gespräch mit dem Bürger zu ganz neuen Projekten zu kommen. Die Beteiligung der Bürger ist ein wesentlicher Bestandteil der sozialen Dorfentwicklung.

„Es ist sehr viel machbar“, sagt Neumann. „Alles, was mit kommunaler Infrastruktur zu tun hat, aber eben auch zum Beispiel Konzepte für die künftige Nutzung alter Hofstellen.“ Mögliche Projekte für Vastorf könnten beispielsweise eine Nutzung des Alten Bahnhofsgeländes als Mehrgenerationenwohnungen, das Erhalten von sozialen Treffpunkten wie Dorfgemeinschaftshäusern oder Gaststätten und die Verbesserung der Infrastruktur sein.

Informationsveranstaltung des Ministeriums

Letzteres liegt Thomasburgs Bürgermeister Dieter Schröder ebenfalls am Herzen, er sagt: „Damit meine ich nicht nur Straßensanierungen sondern auch Radwegebau.“ Beide Gemeinden können sich auch die Sanierung leerstehender Höfe zu barrierefreien Seniorenwohnungen vorstellen. „Aber das muss sich natürlich auch finanziell machen lassen“, betonten Schröder und Neumann.

Wie das Verfahren der sozialen Dorfentwicklung konkret aussehen könnte, werden die Gemeindechefs im August erfahren. Dann nämlich ist eine Informationsveranstaltung des Ministeriums für Ernährung und Landwirtschaft für die teilnehmenden Kommunen geplant. cm

Hintergrund

Soziale Dorfentwicklung

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft fördert Modell- und Demonstrationsvorhaben im Bereich „Soziale Dorfentwicklung“, um Dorfgemeinschaften bei der Gestaltung neuer Wege für ein soziales Miteinander zu unterstützen. Ziel ist es, innovative Lösungsansätze zu erproben und praxistaugliche Konzepte bundesweit bekannt zu machen. Für eine erfolgreiche soziale Dorfentwicklung ist das aktive Mitwirken der im Ort lebenden Menschen unverzichtbar.

In anderen Bundesländern wurden bereits Projekte umgesetzt. Dazu gehören generationsübergreifende Betreuung und Dorfkümmerer in Hessen, Dorfnetze in Rheinland-Pfalz, die Kombination von Wissenschaft und Dorfentwicklung in Greifswald und die Stärkung der dörflichen Versorgungsangebote in einem Dorf in Nordrhein-Westfalen.