Dienstag , 25. September 2018
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Die möglichen Baugebiete für Wohnen und Gewerbe im Westen Lüneburgs. (Grafik: Kleinebrahm)

Strauchelt die Auftragsvergabe?

Lüneburg. Für den geplanten Digitalcampus mit Gewerbe und Wohnen im Westen der Stadt will die Verwaltung ein oder mehrere Planungsbüros für die Erstellung der Flächennutzungsplanänderung und der Bebauungspläne suchen. Den Auftrag für die Suche hatte der Bauausschuss gegen die Stimme der Linken in der vergangenen Sitzung erteilt. Im Bauausschuss am Montag, 25. Juni, sollen nun zwei Varianten für das Vorgehen vorgestellt werden. Die Grünen winken jetzt schon ab, werden laut ihrem Fraktionsvorsitzenden Ulrich Blanck keiner Variante zustimmen.

Wie berichtet, wollen die Stadt, die Gemeinde Reppenstedt und die Uni in Volgershall einen 3D-Campus entwickeln. In dem Zusammenhang sollen auch Gewerbe und Wohnen im Westen der Stadt sowie auf Reppenstedter Gebiet angesiedelt werden. Die vom Oberbürgermeister präsentierten Planungen haben für einen Eklat gesorgt, weil dort der Grüngürtel West verläuft. Politiker der Grünen und Linken sowie Umweltverbände pochen darauf, dass der vom Rat 2014 gefasste Beschluss zum Erhalt des Grüngürtels ohne Wenn und Aber sowie dessen Unterschutzstellung umgesetzt wird.

In der vergangenen Bauausschuss-Sitzung wurde dennoch mehrheitlich der Beschluss gefasst, Lüneburg solle mit Reppenstedt, der Samtgemeinde Gellersen, dem Landkreis und der Uni die Planungen weiter vorantreiben und ein Planungsbüro per Ausschreibung suchen – allerdings unter Vorbehalt, dass die Beauftragung des Planungsbüros dem Bauausschuss vorzulegen sei und der Verwaltungsausschuss den Beschluss dazu fassen muss. Die Jamaika-Gruppe hatte in einem Änderungsantrag explizit gefordert: Die Verwaltung könne intern weiter planen, aber keine externen Aufträge vergeben.

Fünf Büros sollen ein Angebot abgeben

In der Vorlage zum Ausschuss heißt es nun, dass die Stadt beabsichtige, fünf Planungsbüros aufzufordern, ein Angebot abzugeben. Da Lüneburg und Reppenstedt zeitgleich planen, gebe es zwei Varianten zum Vorgehen. Zum einen könnten die Stadt und Reppentstedt die Planungsleistungen an denselben Planer vergeben. Dagegen spreche, dass Reppenstedt bereits ein Planungsbüro mit der Änderung des Flächennutzungsplanes beauftragt habe. Die zweite Variante sieht vor, dass Lüneburg und Reppenstedt die Planungsleistungen getrennt für ihre Gebiete vergeben und die Planer sich vertraglich zur Zusammenarbeit und Abstimmung mit dem jeweils anderen Planungsbüro verpflichten. Die Verwaltung em­pfiehlt, dieser Variante zu folgen und zeigt auf, was dann in einer Verwaltungsvereinbarung zwischen den beiden Kommunen geregelt sein soll.

Ulrich Blanck erklärt, dass seine Fraktion keiner Variante zustimmen werde, „weil kein Ratspolitiker einen neuen Auftrag erteilen sollte, bevor nicht das Stadtentwicklungskonzept angegangen wurde“. Im Übrigen bleibe zu hoffen, „dass die Reppenstedter diesen Auftakt zur Eingemeindungsstrategie auch bemerken“.
Der grüne Ratspolitiker verweist auch darauf, dass das Stadtentwicklungskonzept im Gruppenvertrag der Jamaikaner verankert ist und die Aufstellung des Konzeptes vom Rat beschlossen wurde. Die Ortsmitgliederversammlung der Grünen hatte jüngst einen Handlungsauftrag für Partei und Fraktion beschlossen, wonach zurzeit jegliche Planungen der Verwaltung und Auftragsvergaben an Planungsbüros für die Ausweisung von Baumaßnahmen im Bereich zwischen den bebauten Flächen von Lüneburg und Reppenstedt abzulehnen seien.

CDU will zustimmen, die FDP aber nicht

Für den Gruppenpartner CDU sagt Eberhard Manzke, Vorsitzender des Bauausschusses: „Wir sind dafür, dass das zukunftsweisende 3D-Campus-Projekt angeschoben wird, um die Fördergelder vom Land zu bekommen. Wir sind auch dafür, dass der Grüngürtel und die Frischluftschneise erhalten werden, aber so groß und sinnvoll wie notwendig.“ Das müssten aber die Fachleute erarbeiten. Deshalb werde die CDU zustimmen, dass ein Planungsbüro gesucht wird. „Parallel dazu sollte das Stadtentwicklungskonzept erarbeitet werden. Darum werden wir die Verwaltung bitten, die das selbst übernehmen sollte.“

Die FDP-Fraktionsvorsitzende Birte Schellmann unterstreicht: „Wir sind für den Digital-Campus. Aber die Verwaltung will dort auch Wohnen entwickeln. Und bevor wir nicht wissen, ob und in welchem Umfang wir das mit Blick auf den Grüngürtel, die Kaltluftentstehung und die Frischluftzufuhr zulassen wollen, kann man auch keinen konkreten Auftrag an ein Planungsbüro geben.“

Von Antje Schäfer

3 Kommentare

  1. Eine Sache habe ich (noch) nicht verstanden …. Warum 3D-Campus ?! Was soll der Name ? Damit das besser klingt muss dann aber noch „Innovativ“, „Global“, „Nachhaltigkeit“, etc. mit in den Namen. Das klingt alles ziemlich nach Bullshit-Bingo. Warum solch Name und was soll er bedeuten !?

    • Die geplante Bebauung ist 3dimensional. Aktuell ist es in vielen Bereichen eher 2D, da dort Felder und Wiesen sind und keine schicken Manzke Stadtvillen. Ist doch ganz einfach.

    • Karlheinz Fahrenwaldt

      Ein 3D Campus eines Startup Unternehmens das an der globalen innovativen IT Entwicklung teilhaben will ist eine zielführende Investition einer kommunikativen Zivielgesellschaft! Alles klärchen? 😉