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Sie haben das Sagen bei der Geldverteilung (v.l.): NBank-Vorstandsvorsitzender Michael Kiesewetter, Harald Ottmar als Leiter des Amts für regionale Landesentwicklung und der Leiter der Lüneburger Beratungsstelle, Stephen Struwe-Ramoth. Foto: t&w

Geldimpulse stärken die Wirtschaft

 Lüneburg. Das MuseumsCafé Bernstein im Gebäude des Ostpreußischen Landesmuseums konnte durch den MikroSTARTer neu eröffnet werden. Über dieses Programm der NBank bewilligt das Land Niedersachsen Kreditbeträge zwischen 5000 und 25.000 Euro. Im ehemaligen Regierungsbezirk Lüneburg nahmen im vergangenen Jahr 79 Gründer diese Chance in Anspruch, landesweit gingen 5,7 Millionen Euro an 271 Neugründungen.

Es geht bei der NBank aber auch um ganz andere Beträge. Ein Projekt des Reppenstedter Unternehmens RITTEC Umwelttechnik wurde mit Beteiligungskapital in Höhe von 600.000 Euro gefördert. Dabei geht es um den Kunststoff Polyethylenterephthalat (PET), die Firma hat ein Verfahren entwickelt, bei dem die PET-haltigen Abfälle aufgelöst und daraus Bausteine zurückgewonnen werden, die nahtlos wieder in Wertschöpfungsketten eingebracht werden. Nur zwei Beispiele für Projekte, die die NBank 2017 mit Zuschüssen, Beteiligungen und Krediten unterstützte.

Hilfe auch für wolfssichere Zäune

Der Vorstandsvorsitzende Michael Kiesewetter und Stephen Struwe-Ramoth als Leiter der NBank-Beratungsstelle Lüneburg stellten jetzt die Förderbilanz 2017 vor. Niedersachsenweit sanken die Förderungen von 654 Millionen Euro im Jahr 2016 auf 639 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Hier weist Kiesewetter allerdings darauf hin, dass im Jahr 2015 lediglich 451 Millionen flossen: „Wir hatten ein super Jahr 2017, die Zahl der Einzelförderungen ist stark gestiegen. Die Förderungen setzten Impulse für Wirtschaft und Start-ups.“

In die Region Lüneburg, für die NBank ist es der ehemalige Regierungsbezirk Lüneburg, gingen 125 Millionen Euro, 2016 waren es 194 Millionen. „Gefördert wurden 494 Unternehmen, davon 204 mit weniger als zehn Beschäftigten – wir legen unseren Fokus auf kleine Unternehmen.“  Dabei gab es 39 einzelbetriebliche Investitionsförderungen mit insgesamt 25,5 Millionen Euro. Unterstützt wurde beispielsweise die Bardowicker Firma Firstlaser, die Produkte aus Holz- und Kunststoffplatten fertigt, Stephen Struwe-Ramoth. „Um der steigenden Auftragslage gerecht zu werden und neue Märkte zu erschließen, ist der Bau eines zweiten Betriebsgebäudes mit Bearbeitungszentren und Lagerungssystemen erforderlich.“

Bauland ist nur begrenzt vorhanden

Aktuell profitiert ein zweites Bardowicker Unternehmen. Wirtschaftsminister Bernd Althusmann überbrachte Dorian Tackenberg, Geschäftsführer des Tierfutter-Spezialisten Hansemeat, einen Zuwendungsbescheid über 1,32 Millionen Euro, das Unternehmen will expandieren und insgesamt 6,6 Millionen Euro investieren.

In die Wohnraumförderung investierte die NBank 107 Millionen Euro landesweit. In der Region Lüneburg waren es 10 Millionen: 122 Mietwohnungen im sozialen Wohnungsbau wurden mit 8,8 Millionen Euro, 22 Wohneigentumsmaßnahmen mit 1,2 Millionen gefördert.

Hier sagt Kiesewetter klar: „Es liegt nicht am Geld, dass nicht ausreichend gebaut wird. Es gibt andere Gründe, Bauland ist beispielsweise nur begrenzt vorhanden, auch die personellen Kapazitäten etwa in den Bauämtern sind begrenzt. Wir werden gegebenenfalls bei den Förderungen nachsteuern.“

Infotafeln über die Wolfsbiologie

Hilfe gibt es auch im Bereich Arbeitsmarkt und bei der Infrastruktur. So gab es beispielsweise zwei kommunale Breitbandkredite über 11,3 Millionen Euro, Vorreiter war Uelzen. Und auch im Umwelt- und Naturschutz ist die Bank aktiv, Struwe-Ramoth: „Im Raum Gartow hat sich 2013 ein territoriales Wolfspaar angesiedelt. Gefördert wird dort eine wolfssichere Einzäunung für Gehegewild, die Erstellung von Infotafeln über die Wolfsbiologie und Waldtiere, eines Rundweges, zweier Blockhütten und einer Ausstellung der Landesjägerschaft zum Thema Wolf.“

Der Vorsitzende Kiesewetter macht Unternehmen Mut, sich beraten zu lassen. „Das läuft ziemlich unbürokratisch, die Unternehmer brauchen keine Scheu zu haben. Es gibt in dieser Förderperiode noch gute Chancen auf Geld.“ Er geht davon aus, dass 2018 an Kommunen, Unternehmen und Privatpersonen wieder mehr als 600 Millionen Euro ausgezahlt werden.

Von Rainer Schubert

Hintergrund

Der Geldverteiler des Landes

Aufgabe der NBank ist es, Fördermittel der Europäischen Union, des Bundes und des Landes im Namen des Landes Niedersachsen zu bewilligen, um die Regionen in einer Bündelung von Wirtschafts-, Arbeitsmarkt-, Wohnraum- und Infrastrukturförderung voranzubringen. Das geschieht unter anderem über Darlehen, Beteiligungen und Zuschüsse.

Der Leiter der Beratungsstelle Lüneburg, Stephen Struwe-Ramoth, ist mit seinem Team im Dezember 2016 von ihrem Domizil im Stadtzentrum An der Münze ins neue Haus der Wirtschaft an der Stadtkoppel gezogen. „Mit den Partnern im Haus gibt es eine exzellente Zusammenarbeit. So bieten NBank, Arbeitgeberverband und Wirtschaftsförderung beispielsweise gemeinsame Beratungen an.“ Die NBank kooperiert in Lüneburg unter anderem auch mit dem Amt für regionale Landesentwicklung, dessen stellvertretender Leiter Harald Ottmar bestätigt: „Die Zusammenarbeit ist ideal. Unser Amt hat einen stärkeren Blick direkt auf die Region, kann empfehlen, welche Förderung die Kommunen brauchen.“