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Claudio Patrik Schrock-Opitz soll Ideen entwickeln, wie die Marketing GmbH langfristig finanziell über die Runden kommen will, ohne ihre Kernaufgaben zu vernachlässigen. (Foto: t&w)

Wo bleiben die Zukunftsstrategien?

Lüneburg. Bei Städtetouristen steht Lüneburg hoch im Kurs. Steigende Zahlen bei den Stadtführungen, eine gute Bettenauslastung und der Verkauf in der Tourist-Information sind Belege dafür. Davon profitiert auch die Lüneburg Marketing GmbH (LMG), das spiegelt sich in ihrem Jahresabschluss 2017 wieder. Unter dem Strich verzeichnet die Gesellschaft ein Plus von rund 42 000 Euro, geplant waren 19 000 Euro. Der Jahresabschluss ist eines der Themen im Wirtschaftsausschuss, der am Donnerstag, 21. Juni, von 16 Uhr an im Albert-Ransohoff-Saal der Psychiatrischen Klinik, Am Wienebütteler Weg 1, tagt.

Laut Lagebericht der LMG konnten die Stadtführungen von 5272 auf 5492 gesteigert werden – das ist ein Plus von 4,18 Prozent. Die Übernachtungszahlen seien nach jahrelangem Dauerplus leicht gesunken um 1,2 Prozent auf 330 199. Im Veranstaltungsbereich habe man kostendeckend arbeiten können, weil ausreichend Sponsoren gefunden wurden. Der Geschäftsführer Claudio Patrik Schrock-Opitz weist in der Vorlage zum Ausschuss aber auch darauf hin, dass es zunehmend schwieriger werde, neue, wirtschaftlich starke Unterstützer zu gewinnen.

Eine gute Resonanz habe es bei den vier verkaufsoffenen Sonntagen gegeben, die das Marketing-Team mit dem Lüneburger Citymanagement organisiert hatte. Die Weihnachtsstadt Lüneburg sei noch stärker frequentiert worden, auch weil ein zusätzlicher Weihnachtsmarkt am Stint Gäste gezogen hat.

Weniger Übernachtungen, aber mehr Stadtführungen

Die geschäftliche Entwicklung sowie die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage könne unter Berücksichtigung der gesamtwirtschaftlichen sowie branchenspezifischen Entwicklung als zufriedenstellend bezeichnet werden, heißt es. Der Überschuss soll genutzt werden, um Verluste aus den Vorjahren weiter abzubauen. 2014 schloss die Gesellschaft unter dem damaligen Marketing-Chef Stefan Pruschwitz mit einem Minus von 132 000 Euro ab (LZ berichtete). Pruschwitz musste im Jahr darauf gehen. Neuer Chef der Marketing-Gesellschaft wurde im Oktober 2015 Schrock-Opitz.

Der war im vergangenen Jahr aufgefordert worden, einen umfassenden Entwurf einer strategischen Planung für die Marketing GmbH bis zum Jahr 2022 zu entwickeln. Denn die Stadt hatte entschieden, dass die LMG zu dem von ihr gewährten jährlichen Zuschuss in Höhe von 330 000 Euro für die Jahre 2018 bis 2022 zusätzlich 100 000 Euro jährlich erhalten soll. Das solle gewährleisten, dass unter anderem steigende Personalkosten aufgefangen werden. Aber es sollen auch Ideen entwickelt werden, um die Gesellschaft zukunftsfähig aufzustellen. Planungen für den Entwurf soll Schrock-Opitz bereits Anfang Mai im nicht-öffentlichen Aufsichtsrat vorgestellt haben, hieß es damals seitens der Aufsichtsratsvorsitzenden Gabriele Lukoschek. Die weitere Entwicklung des Entwurfs war für diesen Wirtschaftsausschuss angekündigt. Wie weit diese gediehen ist und ob etwas am Donnerstag präsentiert wird, ist offen. Nach Informationen der LZ soll Schrock-Opitz seit einigen Wochen krank gemeldet sein.

Von Antje Schäfer

One comment

  1. Es wird keine Zukunftsstrategie kommen. Wenn Herr Schrock Opitz das umsetzen könnte, hätte er es ja auch schon in der Vergangenheit machen können. Mittlerweile hat dieser Herr es sich doch mit allen in und um Lüneburg verdorben. Der Aufsichtsrat ist aufgefordert, endlich zu handeln. Dieser Stillstand ist ein wesentliches Verschulden der Kontrolleure.