Aktuell
Home | Lokales | Dicke Luft in der Bar
Polizisten und Zoll-Beamte nehmen Kurs auf die Shisha-Bar in der Grapengießerstraße. Foto: be

Dicke Luft in der Bar

Lüneburg. Das Messgerät der Polizei schlug sofort an und piepte ohne Unterlass – Werte in der Shisha-Bar an der Grapengießerstraße waren überschritten. Beamte erklären, die Kohlenmonoxid-Konzentration liege weit über dem zulässigen Grenzwert, am Ofen für die Kohle gar in einem lebensbedrohlichen Bereich. Schließlich rückte die Feuerwehr an, um das Lokal mit einem 500-Watt-Gebläse zu belüften.

Mit einem Großaufgebot haben Zoll, Polizei und Stadt am Mittwochabend vier Wasserpfeifen-Lokale in Lüneburg überprüft: Um 19 Uhr schwärmten Dutzende Kontrolleure zeitgleich neben der Grapengießerstraße auch an der Neuen Sülze, an der Wittenberger Bahn und an der Schützenstraße in die Läden. Im Fokus der Aktion stehen neben den Emissionen auch mögliche Verstöße gegen den Jugendschutz, bauliche Vorschriften, Steuervergehen sowie Schwarzarbeit.

So harmlos ist das Ganze nicht

Für die Betreiber kam das Vorgehen der Behörden überraschend. Der Betreiber des Lokals an der Grapengießerstraße verstand die Aufregung nicht. Da kein Gast in dem Kellerlokal gewesen sei, sei die Lüftung nicht eingeschaltet gewesen. Als er seinen Laden vor drei Jahren eröffnet habe, habe es von den Behörden keine Beanstandungen gegeben: „Ich arbeite selber da, ich würde doch etwas gegen schlechte Luft tun.“

So harmlos ist das Ganze nicht. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung warnt, in geschlossenen Räumen steige die Gefahr einer Kohlenmonoxidvergiftung bekanntlich an. Allein die Düsseldorfer Uniklinik hat 2017 laut Medienberichten in der Druckkammer 40 Patienten mit Vergiftungen behandelt. Ergebnisse der Aktion wollen die Behörden am Donnerstag vorstellen.

Von Carlo Eggeling