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Das Uni-Gelände in Volgershall: Hier soll der 3D-Campus entstehen. Foto: boldt

Werben für den Digitalcampus

Lüneburg. Die 3D-Druck-Produktion wird in den kommenden Jahren explodieren, ist Wolfgang Bülow, Vorstand der Bionic Production AG, überzeugt. Das Unternehmen, das im 3D-Druck unterwegs ist, ist seit Anfang des Jahres auf dem Gelände der Uni in Volgershall angesiedelt. „Wir haben die Erwartung, dass wir den Campus mit der Leuphana und Start-up-Unternehmen erweitern können“, erklärte Bülow im Wirtschaftsausschuss der Stadt. Dort war der Digitalcampus, den Stadt und Kreis, die Uni und die Samtgemeinde Gellersen entwickeln wollen, einmal mehr Thema. Das Projekt finden alle Fraktionen gut. Aber die Frage sei, wo und wie viele Flächen dafür zur Verfügung gestellt werden müssen, machte die Ausschussvorsitzende Dr. Monika von Haaren (Grüne) deutlich.

Vielfältige Chancen in Forschung und Lehre

Die Verwaltung hatte Vertreter der Süderelbe AG, der IHK und von der Uni eingeladen, die deutlich machten, wie wichtig das Projekt Digitalcampus aus ihrer Sicht für eine zukunftsorientierte Entwicklung des Wirtschaftsstandortes Lüneburg ist. Christian Brei, Leiter der Uni-Verwaltung, erklärte, dass die 3D-Druck-Technologie nicht nur großes Potenzial für die industrielle Revolution habe. Das Thema Digitalisierung biete auch für die Uni vielfältige Chancen in Forschung und Lehre. Er sieht auch die Chance, ein Cluster – also ein Netzwerk von Produzenten, Zulieferern, Hochschule, Dienstleistern – für 3D-Druck hier anzusiedeln. Dr. Jürgen Glaser von der Süderelbe AG machte deutlich, dass für die Ansiedlung von weiteren Start-ups Wohnen und Gewerbe zusammengehören, um Wohnen und Arbeiten zu vernetzen.

Dieses Angebot wolle man mit den geplanten drei Baugebieten, zwei auf Lüneburger Areal, eins auf Reppenstedter, als interkommunales Projekt machen, sagte Mädge. Der Grüngürtel und die Frischluftschneise würden nicht bebaut. Die „Nase des Grüngürtels“ auf Reppenstedter Gebiet solle gesichert werden. „Wir wollen für junge Leute, die im digitalen Bereich arbeiten, Raum schaffen“, warb er.

Bauausschuss am Montag, 25. Juni, ab 15 Uhr

Die Bionic Production AG ist derzeit mit 15 Mitarbeitern in Sachen 3D-Druck in verschiedenen Branchen unterwegs, „Schwerpunkt Maschinenbau, Luftfahrt und Automobil-Industrie“, sagte Bülow. Gegründet wurde das Unternehmen 2015 von Studenten, die Mitarbeiter des Laser-Zen­trums Nord waren. Das wurde von der Fraunhofer-Gesellschaft übernommen, mit der Bionic eine gute Kooperation habe. Perspektivisch geht Bülow davon aus, dass für Bionic 2024 bis zu 150 Mitarbeiter hier arbeiten könnten, der Umsatz von 1,3 Millionen in 2017 dann auf 25 Millionen hochschnellen könnte. Dazu kämen dann Start-up-Unternehmen. Auf die Frage, wie viel Fläche Bionic allein bis dahin brauchen werde, erklärte Bülow: 3000 bis 4000 Quadratmeter. Damit stehe aber nicht fest, was durch ein Cluster insgesamt an Fläche benötigt werde.

Auf die Frage von Frank Soldan (FDP), wie der Zeitplan der Stadt aussehe, antwortete Mäd-ge: „Wir wollen die Idee des Digitalcampus in eineinhalb Jahren umsetzen“, also den Bebauungsplan in dieser Zeit auf den Weg bringen. Im Bauausschuss am Montag, 25. Juni, ab 15 Uhr im Huldigungssaal im Rathaus, möchte die Verwaltung grünes Licht für die Suche nach Planungsbüros zur Erstellung der Flächennutzungsplanänderung und der Bebauungspläne bekommen. Die Grünen wollen nicht zustimmen, fordern, dass die Verwaltung erstmal das Stadtentwicklungskonzept angeht.

Von Antje Schäfer

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