Dienstag , 25. September 2018
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Lauenburg. Noch gut 200 Kilo Sprengstoff, ein empfindlicher Aufschlagzünder und am hinteren Ende schon zersplittert: Mit einer solchen ungewöhnlichen Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg hatte es der Kampfmittelräumdienst am Freitagmittag in Lauenburg zu tun. In der Stadt hielt man den Atem an, als der Blindgänger von 11 Uhr an auf den Söllerwiesen im Industriegebiet am Elbufer entschärft wurde.

Länger als geplant benötigte das Team um Sprengmeister Georg Ocklenburg für die Entschärfung. „Mit Ruhe, Geduld und Erfahrung sowie reichlich Öl zum Lösen des festgerosteten Zünders hat es dann geklappt“, berichtete Sprengmeister Heinz Kollath, der den Zünder aus der Bombe entfernte. „Ich habe ihn Millimeter für Millimeter rausgeschraubt“, so Kollath.

In der Zwischenzeit mussten etwa 700 Menschen die im Sperrradius um den Fundort herum liegenden Betriebe verlassen. Betroffen waren außerdem einige Häuser am Bahnhof. Gesperrt wurden die Bahnstrecke zwischen Lübeck und Lüneburg, die Bundesstraße 209 sowie der Elbe-Lübeck-Kanal. „Wir waren mit gut 30 Einsatzkräften vor Ort“, berichtete Polizeisprecher Holger Meier. „Es gab nur vereinzelt einige Behinderungen“, sagte er.

Um 10.55 Uhr hatte die Entschärfung begonnen, um 11.48 Uhr dann die erlösende Nachricht – alles gut gegangen. „“Es war eine sehr gute Zusammenarbeit der beteiligten Organisationen und der Kampfmittelräumdienst hatte uns Profis geschickt“,, zog Reingard Nieberg, der Leiter des Lauenburger Stadtentwicklungsamtes, ein Fazit. Es war der erste Bombenfund in Lauenburg. Die Stadt wurde nur einmal 1941 im Bereich des Elektrizitätswerkes an der Palmschleuse bombardiert. Vermutet wird, das der Blindgänger von einem amerikanischen Flugzeug stammt, das sich auf dem Heimweg nach einem Angriff seiner Last befreite. tja

11:48 Uhr:

Die Bombe konnte entschärft werden. Sämtliche Sperrungen sind ab sofort wieder aufgehoben.

10:55 Uhr

Die Entschärfung beginnt.

Die Entschärfung eines Blindgängers aus dem Zweiten Weltkrieg führt in Lauenburg aktuell zu einigen Sperrungen. Foto: Timo Jann

Im Lauenburger Industriegebiet an den Söllerwiesen hat die Entschärfung eines Bombenblindgängers aus dem Zweiten Weltkrieg begonnen. Nach Angaben von Sprengmeister Georg Ocklenburg vom Kampfmittelräumdienst Schleswig-Holstein, der die Entschärfung leitet, handelt es sich um einen so genannten „Zerscheller“. Das heißt, die Bombe ist beschädigt, der Heckaufschlagzünder fehlt. Ocklenburg schätzt, dass noch etwa 200 Kilo Sprengstoff in der Bombe stecken. Ocklenburg und sein Team wollen versuchen, den vorderen Aufschlagzünder zu demontieren. tja

Foto: tja

10: 38 Uhr:

Die Sperrung der Elbbrücke B 209 zwischen Lauenburg und Hohnstorf beginnt jetzt.

Lauenburg. Die amerikanische 1000-Pfund-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg in Lauenburg wird am Freitag unschädlich gemacht. Das teilten Stadt und Kampfmittelräumdienst mit. „Wenn alles gut geht, sind wir in 30 bis 45 Minuten durch. Wenn nicht, braucht Lauenburg ein neues Industriegebiet“, fasste Sprengmeister Georg Ocklenburg die Situation zusammen. Er leitet ein vierköpfiges Team, das sich um den Blindgänger, der gut nach seinen Angaben 200 Kilo Sprengstoff enthalten soll, kümmern wird.

Bombe lag in dreieinhalb bis vier Metern Tiefe

Lage und Zustand der Bombe stellen die Entschärfer vor eine Herausforderung. „Die Bombe lag in dreieinhalb bis vier Metern Tiefe, wobei das Grundwasser schon in eineinhalb Metern Tiefe steht“, berichtete Karlheinz Werbitzky, einer der beteiligten Sprengmeister. Nachdem Experten des Kampfmittelräumdienstes bei der Auswertung von Luftbildern auf die Verdachtsfläche an den Söllerweisen gestoßen waren, begannen die Erkundungsarbeiten am 4. Juni. Soweit Routine. Werbitzky: „Zwei Tage später mussten wir das Grundwasser absenken, um in die gewünschte Tiefe gelangen zu können. Wir haben die Bombe gesehen, aber es läuft in der Tiefe immer wieder Wasser in die Grube nach.“ Deshalb wurde der Blindgänger sogar angehoben, das Loch aber wieder verfüllt.

Dass es sich um eine amerikanische Fliegerbombe handelt, steht fest. Sie verfügte ursprünglich vorn und hinten über Aufschlagzünder. „Der hintere fehlt“, so Ocklenburg. Er hat nun geplant, den vorderen Zündern auszubauen. „Jede Bombe ist anders“, erklärt er und mag deshalb keine konkrete Gefahrabschätzung abgeben. Vorsorglich werden auf jeden Fall die Elbe, der Elbe-Lübeck-Kanal, die Bundesstraße 209 und die Bahnstrecke Lüneburg-Lübeck gesperrt. Außerdem werden der Bahnhof, die Hitzler-Werft und Teile des Industriegebietes evakuiert.

Sollte eine Entschärfung am Freitag nicht möglich sein, würde man vermutlich am Sonnabend eine Sprengung einleiten. Dazu seien dann aber zusätzliche umfangreiche Vorbereitungen nötig, hieß es auf der Pressekonferenz.

Ein Dutzend Polizisten werden die Straßen sperren

„Mit besonderen Lagen kennen wir uns ja aus, aber dann war es bisher meistens wegen eines Hochwassers, noch nie wegen einer Bombe“, erklärte Nieberg, der Leiter des Stadtentwicklungsamtes, am Montag. Am Freitag steht den Menschen also eine ganz neue Erfahrung bevor. Ein Dutzend Polizisten der Lauenburger Station unter Leitung von Ulf Clasen werden die Straßen sperren, außerdem Bundespolizisten den Bahnhof sichern und die Wasserschutzpolizei die Wasserstraßen sperren. Anwohner oder Mitarbeiter von Firmen, die durch die angeordnete Evakuierung betroffen sind, können sich in der Marina treffen. „Die Anordnung der Evakuierung gilt so lange, bis der Kampfmittelräumdienst Entwarnung gibt“, betont Nieberg. Das tut er deshalb, weil etwaige Komplikationen während der Entschärfung der Bombe zurzeit nicht abgeschätzt werden können.

Am Freitag, 29.06.2018 kommt es aufgrund einer Bombenentschärfung in Lauenburg ab ca. 11.00 Uhr zu einer Vollsperrung der Elbbrücke der B 209 zwischen Hohnstorf und Lauenburg. Mit Verkehrsbehinderungen muss gerechnet werden. Grafik: Polizei
Am Freitag, 29.06.2018 kommt es aufgrund einer Bombenentschärfung in Lauenburg ab ca. 11.00 Uhr zu einer Vollsperrung der Elbbrücke der B 209 zwischen Hohnstorf und Lauenburg. Mit Verkehrsbehinderungen muss gerechnet werden. Grafik: Polizei

Die Stadt wird mit Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst an der Industriestraße in Höhe Ladestraße ihr Lagezentrum einrichten. Ab 11 Uhr dürfen nur noch Sprengmeister Ocklenburg und sein Team in Richtung Klärwerk. „Wir werden von Haus zu Haus und in die Betriebe gehen und angeordnete Evakuierungen überprüfen““, stellt Clasen klar.

Alle Beteiligten gehen auf Nummer sicher

Die Versorgungsbetriebe Elbe werden für die Entschärfung eine Gasleitung kappen müssen. „So wollen wir mögliche Rückstöße ins Netz bei einer eventuellen Explosion verhindern“, erklärt Joachim Schöttler, der Geschäftsführer des Energieversorgers. Alle Beteiligten gehen auf Nummer sicher. Der Termin wurde auch von Mittwoch auf Freitag verschoben, um Betriebsabläufe nicht zu sehr zu stören. So wird das Chemiewerk Worlée im 560 Meter großen Sperrkreis liegen und deshalb seine Prozesse der Produktion herunter fahren müssen. „Wir sind den Betrieben da entgegen gekommen“, berichtet Nieberg.

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Möglich wurde das, weil die Bombe keinen Langzeitzünder hat. Doch auch der einzig verbliebene Aufschlagzünder birgt ein Risiko. Immerhin lag die Bombe wohl mehr als 70 Jahre im Boden und hatte dort Grundwasserkontakt. „Das Umfeld ist für uns sehr schwierig, da vernünftig an den Zünder zu gelangen“, erklärte Sprengmeister Karlheinz Werbitzky. „Wir gehen aber davon aus, dass alles gut gehen wird“, zeigte sich Nieberg trotz der Herausforderungen optimistisch. tja 

Die Stadt wird ab Donnerstag unter der Telefonnummer (0 41 53) 5 90 93 00 ein Bürgertelefon schalten. Hier erhalten Betroffene alle nötigen Informationen.

Folgende Bereiche der Stadt Lauenburg/Elbe müssen geräumt werden:
Südlich des Elbe-Lübeck-Kanals belegene Bereiche der „Hitzler-Werft“
Alter Bahnhof 1
Bahnhof 1
Kläranlage der Stadtbetriebe Lauenburg/Elbe AöR
Worléestraße (gesamt)
Söllerstraße 14 – 16
Söllerstraße 29 – 31
Söllerstraße 33
Industriestraße ab Hausnummer 18 aufsteigend (in südliche Richtung)
Straße Auwiesen (gesamt)

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