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Anna Kosch (l.) und Janet Voigt vor dem Bauwagen des Waldkindergartens. Seit längerem ist die Anlage Ziel von Vandalismus. Jetzt haben die Erzieherinnen Strafanzeige gestellt. Foto: kre

Vandalismus am Waldkindergarten

Boltersen. Wer macht so etwas? Seit geraumer Zeit kämpfen die Erzieherinnen und Kinder des Waldkindergartens in Boltersen gegen Vandalismus und blanke Zerstöru ngswut. Jetzt wurde auch noch in ihren Bauwagen eingebrochen und eine Spendendose mit 50 Euro Bargeld gestohlen. Für Janet Voigt und ihre Kollegin Anna Kosch ist damit das Fass endgültig zum Überlaufen gebracht. „Wir haben Strafanzeige gestellt“, berichten die beiden Erzieherinnen – „jetzt ermittelt die Polizei!“

Seit 20 Jahren gibt es den Waldkindergarten in Boltersen, er ist längst zu einer festen Institution in dem kleinen Ort geworden. Generationen von Kindergartenkindern haben hier in und von der Natur gelernt, im Freien gespielt und Abenteuer erlebt. Und das ist bis zum heutigen Tage so.

Deshalb zeigen Janet Voigt und Anna Kosch auch wenig Verständnis dafür, dass ihre Einrichtung im Boltersener Wald immer wieder das Ziel von Vandalismus wird. Vor allem an den Wochenden, wenn keiner da ist, wird sie heimgesucht. Die beiden Erzieherinnen listen auf, mit welchen Problemen sie bereits zu kämpfen hatten: „Unsere Anlage wird zugemüllt, ein Holzpferd wurde mutwillig kaputt getreten, unsere Wegweiser geklaut“.

Seile der Spielgräte wurden angeschnitten

Gerade Letzteres aber könne im Ernstfall böse Folgen haben. „Die Schilder sind in einem Notfall wichtig für die Rettungsdienste“, erklärt Anna Kosch. Und der Vandalismus nehme zu: „Da werden aus purer Zerstörungswut Seile unserer Spielgeräte angeschnitten und Glasscherben unter den Geräten verteilt“, berichtet Janet Voigt: „So etwas ist kein Dummer-Jungen-Streich mehr, das kann üble Folgen haben.“

Vor allem nach den Wochenenden müssen Erzieher und Eltern das Gelände ganz genau ab- und untersuchen. Denn an den Wochenenden wird der Waldkindergarten offenbar gerne von Jugendlichen als Treffpunkt genutzt. Damit hätten die beiden Erzieherinnen im Prinzip auch kein Problem. Vorausgesetzt, die Besucher würden die Anlage im Wald so verlassen, wie sie vorgefunden haben. Tun sie aber nicht: Leere Flaschen gehören ebenso zu den unerwünschten Hinterlassenschaften, wie die Überbleibsel von Joints und Marihuhana-Tütchen. „Auch die müssen wir immer wieder einsammeln“, ärgern sich die Erzieherinnen. Jetzt haben die beiden sogar ein Tütchen mit einem kompletten Schlüsselbund auf der Anlage sichergestellt– und der Polizei übergeben.

Dass jetzt auch noch in ihrem frisch renovierten festen Unterstand, den Bauwagen, eingebrochen wurde, macht die beiden fassungslos. Dazu hatten die Täter die rückwärtige Scheibe eingeschlagen, um ins Innere des Wagens zu kommen. Jetzt verdeckt eine Sperrholzplatte die Fensteröffnung. „Dadurch haben wir auch kaum noch Licht im Wagen“, ärgern sich Kosch und Voigt.

Täter hatten es auf Dose mit Spendengeld abgesehen

Der oder die Täter hatten es offenbar ganz gezielt auf die Spendendose abgesehen, die anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Waldkindergartens aufgestellt worden war. Die Kinder hatten Bastelarbeiten erstellt, die von den Eltern gegen eine Spende erworben werden konnten. „Das Geld war für Neuanschaffungen bereits fest eingeplant“, berichtet Janet Voigt. Offenbar hatten die Täter von der Spendendose gewusst: „Nichts wurde durchwühlt, nur gezielt die Dose mit dem Geld entwendet.“ Neben dem materiellen Schaden beklagen die Erzieherinnen vor allem den Vertrauensverlust. „Wer so etwas macht, weiß gar nicht, was er bei den Kindern und den Eltern anrichtet“, ärgern sich die beiden.

Von Klaus Reschke