Donnerstag , 15. November 2018
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Wetterexperte Reinhard Zakrzewski wagt einen Blick in die Ferienzeit. Foto: privat

Die Sache mit dem Siebenschläfer

Lüneburg. Heute, Mittwoch, starten wir in den Siebenschläferzeitraum und gleichzeitig in die Sommerferien. Damit ist wieder Daumendrücken für das Urlaubswetter angesagt. Doch wie üblich in dieser Jahreszeit, stehen die längeren Witterungstrends auf wackeligen Beinen.

Der Grund: In der Welt der Wettermodelle herrscht mit Blick auf den wegweisenden Siebenschläferzeitraum (27. Juni bis etwa 10. Juli) noch große Unsicherheit. Schon ab Montag wackeln die Mittel- und Langfristprognosen der Wetterdienste wie ein Lämmerschwanz hin und her. Mal kündigen sie für die ersten Julitage eine massive Hitzewelle an, mal legen die Wetterkarten eine Abkühlung aus nördlichen Richtungen nahe.

Strahlend blaues Grill- und Badewetter

Wirklich eingetütet ist das Wetter nur bis zum kommenden Wochenende. Rechtzeitig zum Siebenschläfertag hat sich von Großbritannien bis Skandinavien eine umfangreiche Hochdruckzone etabliert. Sie wird dem nordöstlichen Niedersachsen in den nächsten Tagen strahlend blaues Grill- und Badewetter von 26 bis 30 Grad und angenehm frische Nächte um 11 Grad bringen. Für die von Trockenheit geplagte Landwirtschaft verschärft sich die Lage also erneut.

Anfang kommender Woche deutet sich nach den meisten Prognosen eine Fortsetzung des trockenwarmen bis heißen Sommerwetters an. In zunehmend schwüler Luft nimmt aber die Gewittergefahr aus Südwesten zu. Ob es nach Wochenmitte einen richtigen Luftmassenwechsel mit deutlicher Abkühlung gibt, ist noch nicht klar. Zum Ende des Siebenschläferzeitraums zwischen dem 8. und 10. Juli liegt sowohl eine weitere Abkühlung mit Niederschlägen als auch eine neuerliche Hitzewelle im Bereich des Möglichen.

Völliges Abtauchen ist aber unwahrscheinlich

Nach den Berechnungen des amerikanischen Wetterdienstes NOAA werden sich die Temperaturen in der zweiten Julihälfte in Norddeutschland langsam normalisieren. Bei häufigem Sonnenschein und anhaltender Trockenheit sollten die Urlauber weiterhin auf ihre Kosten kommen. Wagt man einen spekulativen Blick in den August, wird der Monat wohl nicht so dolle ausfallen. Ein völliges Abtauchen ist aber unwahrscheinlich. Läuft es normal, sind zum Ferienausklang noch der eine oder andere heiße Tag um 30 Grad dabei, vorzugsweise kühleres und wechselhaftes Wetter zur Monatsmitte sowie viel Sonnenschein und spätsommerliche Wärme Ende August/Anfang September.

Fazit: Mit Ausnahme der von Trockenheit und Ernteausfällen geplagten Landwirte werden wir uns über den Sommer 2018 wohl nicht beschweren können.

Von Reinhard Zakrzewski