Mittwoch , 19. September 2018
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Hans-Dieter Haase zeigt den Schaden an seinem Ford. Das Auto wurde im Parkhaus am Klinikum beschädigt. Die Polizei reagierte zu spät, Videoaufnahmen, die zum Täter hätten führen können, waren da schon wieder gelöscht. Foto: phs

Ein ärgerlicher Fehler

Lüneburg. Der Dienstweg war offenbar zu lang, weil es innerhalb der Polizei mehrere Tage dauerte, sind Videoaufnahmen gelöscht worden. Die Bilder hätten möglich erweise den flüchtigen Verursacher eines Parkplatz-Unfalls überführen können. Polizeisprecher Kai Richter räumt ein: „Da ist uns etwas durchgerutscht, das tut uns leid.“

Fahrertür war eingedellt und zerschrammt

Es ist eine Allerweltsgeschichte, allerdings eine teure. Hans-Dieter Haase musste Ende Mai ins Klinikum. Gemeinsam mit seiner Frau Anita war er gegen 12.15 Uhr ins Parkhaus gefahren, um den weißen Ford Kuga abzustellen. Die Behandlung dauerte länger als gedacht und weil sich Haase nicht wohlfühlte, holte seine Frau das Auto aus dem Parkhaus und fuhr zum Eingang, um ihn und ihre Tochter Jeanette einsteigen zu lassen. Am Krankenhausportal merkte die Familie dann, dass die Fahrertür eingedellt und zerschrammt war.

Zu Hause in Ochtmissen angekommen, riefen die Haases die Polizei. Eine Streife kam und nahm den Unfall auf. Den Beamten war aufgrund der Spuren klar: Ein rotes und eher größeres Auto habe wahrscheinlich den Schaden verursacht.

Hinweis ging offenbar verschütt

Jeanette Haase sagt: „Wir hatten die Parkhaus-Gesellschaft angerufen. Dort hat man uns gesagt, dass Ein- und Ausfahrt von Videokameras überwacht würden. Die Aufnahmen werden drei Tage gespeichert, dann aus Datenschutzgründen gelöscht.“ Eben das habe man auch den Polizisten gesagt: „Die Zeit drängt!“

Doch dieser Hinweis ging offenbar verschütt. „Ich habe nach zwei Wochen bei der Polizei angerufen“, schildert die Tochter. Der Sachbearbeiter habe ihr erklärt, dass er den Vorgang vom 29. Mai erst fünf Tage später auf den Tisch bekommen hat – zu spät, um die Aufnahmen zu sichten. Die waren da perdu.

3000 Euro kostet die Reparatur

Anita Haase sagt: „Es ist ärgerlich, weil wir extra darauf hingewiesen haben.“ 3000 Euro koste die Reparatur, die zahle zwar die Versicherung: „Aber wir müssen einen Eigenanteil von 300 Euro tragen und werden hochgestuft.“ Dazu komme eine Menge Papierkram. Und besonders misslich sei es, dass der Täter wahrscheinlich davonkomme.

Hauptkommissar Richter kann den Frust verstehen und entschuldigt sich. Er blickt nach vorne: „Wir werden das hier besprechen, um solche Fehler künftig zu vermeiden.“

Hinweise: (04131) 83062215.

Von Carlo Eggeling

One comment

  1. Hallo,
    leider ist dies kein Einzelfall.
    Ich habe ein ähnliches Problem in einem Lüneburger Parkhaus gehabt. Die Polizei scheint total unterbesetzt zu sein, um sich um solche „Lappalie“ zu kümmern.
    Der Schaden dabei ist die eine Sache, der ist ärgerlich und kostet den Geschädigten Geld. Viel schlimmer finde ich, dass wir den Verursachen damit ein klarer Zeichen setzen. „Kein Problem, du hast keine Strafverfolgung zu befürchten“ und das obwohl §142 StGB eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe für unerlaubtes entfernen vom Unfallort vorgesehen ist.