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Hier sollte die neue Mensa gebaut werden. Diese Pläne aber sind zu den Akten gelegt. Alles deutet nun auf einen kompletten Schulneubau hin. Foto: kre

Klares Votum für Neubau

Melbeck/Deutsch Evern. Umbau oder Neubau der Grundschule in Deutsch Evern? Diese Frage beschäftigt die Politik in der Samtgemeinde Ilmenau nun schon geraume Zeit: Doch spätestens seit Montagabend schlägt das Pendel deutlich in Richtung Neubau aus. Dabei hatte „nur“ der Bauausschuss getagt, ein empfehlendes, kein beschließendes Organ. Trotzdem war die Stimmung „pro Neubau“ am Ende der Sitzung unübersehbar.

Der Ausschussvorsitzende Karsten Fuhrhop (BLI) ließ denn auch gleich eine „Probe-Abstimmung“ durchführen: Ergebnis: Fünf Kommunalpolitiker sprachen sich für einen Neubau aus, zwei enthielten sich. „Einstimmig also“, nahm Fuhrhop das Votum schmunzelnd, aber zufrieden zur Kenntnis.

Bebauungsplan ist keine Hürde

Dass sich die Bauausschussmitglieder so überraschend klar positionieren, ist auch dem Vortrag von Architektin Bettina Prell-Leppen geschuldet, die im Auftrag der Samtgemeinde prüfen sollte, inwieweit ein Neubau beim Sportplatz Moorfeld überhaupt möglich ist. Und die Architektin hatte gute Nachrichten: Der Bebauungsplan müsse zwar von der Gemeinde Deutsch Evern entsprechend geändert werden, „aber das sieht der Landkreis als unproblematisch“, betonte Prell-Leppen.

Drei mögliche Standorte schaute sich die Architektin genauer an, und einer davon kristallisiert sich für sie als machbar heraus: Die Fläche direkt hinter dem Jugendzentrum. Ob nun zwei, zweieinhalb oder dreizügig gebaut werden soll – „die Fläche ist für jedes Bauvorhaben groß genug“, betonte die Bauexpertin. In der Vergangenheit hatten sich Vertreter des Rates, des Bauausschusses und der Schule Neubauten in verschiedenen Städten angeschaut. Dabei lag das Augenmerk vor allem auf Schulen, die in Modulbauweise errichtet worden waren. Denn ein Bau in konventioneller Weise erscheint den Ratsmitgliedern kaum finanzierbar, weil zu teuer. „Ein konventionell errichteter zweieinhalbzügiger Schulneubau würde laut Prell-Leppen bereits mit 7,5 Millionen Euro zu Buche schlagen, dreizügig würde der Neubau – konventionell errichtet – sogar 8,6 Millionen Euro kosten. „Zu teuer, unbezahlbar“, so die überwiegende Meinung des Rates.

Modulbauweise wäre günstiger

Günstiger wäre da die Modulbauweise: Knapp 5,6 Millionen Euro müsste man für ein zweieinhalbzügigen Neubau auf den Tisch blättern, knapp 6,7 Millionen Euro für die dreizügige Variante. Doch am meisten zeigten sich die Ratsmitglieder von der sogenannten „Holztafelbauweise“ angetan. Im Gegensatz zur Modulbauweise individuell planbar und dazu noch deutlich kostengünstiger. 5,1 Millionen Euro würde ein zweieinhalbzügiger Neubau in Holzständerbauweise kosten, knapp 5,9 Million Euro die dreizügige Variante. „Preislich attraktiv, sieht gemütlich aus, bietet ein gesundes Raumklima – eine wirklich interessante Variante“, befand Fuhrhop. Zu klären sei allerdings, ob nun zwei, zweieinhalb oder doch dreizügig gebaut werden muss.

Eine Frage, die sich für Samtgemeindebürgermeister Peter Rowohlt (SPD) schon lange nicht mehr stellt. Der Rathauschef will eine zukunftsichere Lösung, spricht sich klar für einen dreizügigen Neubau aus: „Für mich ist klar, wohin die Reise geht“, machte er am Montagabend noch einmal deutlich. Wohlwissend, dass diese Haltung nicht alle Mitglieder im Rat mittragen: 27 Mitglieder zählt der Rat, dass da nicht jedes Projekt einstimmig durchgeht, ist Rowohlt durchaus bewusst: „Wir müssen uns auch nicht alle lieb haben, aber wir müssen in der ganzen Diskussion auch mal einen Punkt setzen!“

Kreditaufnahme wird nicht untersagt

„Je länger wir mit der Entscheidung warten, desto teurer wird ein Neubau“, mahnte Dieter Konrad (SPD), der sich klar gegen einen Umbau und eine Renovierung der alten Schule ausspricht: „Es wird ein altes Gebäude bleiben!“
Sorge, dass der Landkreis die Neubau-Pläne noch durchkreuzen könnte, hat Rowohlt nicht: Mit dem Rechnungsprüfungsamt (RPA) habe er bereits gesprochen: „Das RPA wird uns die Kreditaufnahme für den Schulbau nicht verbieten.“

Von Klaus Reschke