Mittwoch , 26. September 2018
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Harald Vahlbruch blickt zufrieden auf seine Zeit als Leiter der Christianischule zurück. Foto: t&w

Eine Zeit voller Veränderungen

Lüneburg. „Mir war wichtig, die Schule immer ruhig und ziel­orientiert durch die schulpolitischen Veränderungen der letzten Jahre zu führen.“ Wenn Harald Vahlbr uch zurückblickt, fällt das Wort „Veränderungen“ häufiger. Kein Wunder, schließlich hat der Leiter der Christiani-Oberschule nicht nur selbst zahlreiche berufliche Stationen hinter sich, auch seine Schule war von Anpassungen nicht verschont geblieben. Nun geht der langjährige Schulleiter in den Ruhestand.

„Dankbar bin ich vor allem für das Arbeitsklima, das hier herrscht, und dass viele Veränderungswünsche immer aus dem Haus kamen und nicht von oben angeordnet wurden“, sagt Vahlbruch. 1999 kam der gebürtige Lüneburger als Konrektor zur früheren Realschule, sieben Jahre später übernahm er dann selbst die Position des Schulleiters. „Das bin ich sogar drei Mal geworden“, berichtet der 63-Jährige. Denn die Schule wurde danach mit der aufgelösten Hauptschule zusammengelegt, 2012 dann wurde aus der Haupt- und Realschule die heutige Oberschule. Und jedes Mal musste sich Harald Vahlbruch neu bewerben.

„Ich hatte ein großes Aufgabengebiet“

Seine Liebe zum Lehrerberuf begann in Lüneburg. An der damaligen Pädagogischen Hochschule studierte er fürs Lehramt an Grund- und Hauptschulen, in Munster absolvierte er sein Referendariat. Danach unterrichtete er zehn Jahre an der Hauptschule in Lauenburg, wechselte dann für weitere zehn Jahre als stellvertretender Schulleiter zum Schulzentrum Dahlenburg und leitete dort die Orientierungsstufe.

Über mangelnde Aufgaben an der Christianischule konnte Vahlbruch nicht klagen, „ich hatte ein großes Aufgabengebiet“. Dazu zählt er die Umstellung durch die beschlossene Inklusion oder auch die Integration der Flüchtlingskinder. Parallel entwickelte er „gemeinsam mit den Kollegen“, wie er betont, das Gewaltpräventionsprogramm und erarbeitete ein komplett neues Schulprogramm – „man muss auf Veränderungen reagieren“.

„Das Thema sehe ich ambivalent“

Ein wenig stolz ist er, dass die Haushaltsmittel, die der Schule zur Verfügung standen, stets im Einklang mit allen Beteiligten verteilt und eingesetzt werden konnten. „Ich konnte viele Wünsche erfüllen, es gab nie Dissonanzen.“ Auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch entsprechende Stundenplan-Gestaltung lag ihm am Herzen.

Was er bedauert, ist die ewig lange und noch anhaltende Sanierung der Schule. „Wenn wir in dem Tempo weitermachen, brauchen wir noch einmal 15 Jahre.“ Zwar hätten sich alle Beteiligten bemüht, „aber ich hätte mir gewünscht, dass es schneller gegangen wäre“. Und die geplante und in der Schule nicht unumstrittene Umstellung zur IGS? Da hält er sich bedeckt: „Das Thema sehe ich ambivalent.“

Sein Amt wird er bis zur Ernennung eines neuen Schulleiters – das Bewerbungsverfahren dafür läuft bereits – an seinen derzeitigen Stellvertreter Detlef Stach übergeben. Er selbst plant gemeinsam mit seiner Frau ausgiebige Fahrten mit dem eigenen Wohnmobil: zunächst durch Nordamerika, dann Australien und Neuseeland, später Südafrika und Südamerika.

Von Ulf Stüwe