Donnerstag , 20. September 2018
Aktuell
Home | Lokales | Ilmenau | Einweihung mit Wasserspiel
Interessierter Blick auf die Fassade des neuen Rathauses der Samtgemeinde Ilmenau: Boris Pistorius (l.) zeigte sich von der Architektur beeindruckt, was Rathauschef Peter Rowohlt natürlich freut. Foto kre

Einweihung mit Wasserspiel

Melbeck. Die Arbeiter hatten ordentlich Gas gegeben: Hier ging es schließlich um die Handwerkerehre, dass das Wasserspiel vor dem neuen Rathaus der Samtgemeinde Ilmenau rechtzzeitig vor der offiziellen Einweihung fertig wird. Und in der Tat wurde es eine Punktlandung. Sehr zur Freunde und Erleichtung von Samtgemeindebürgermeister Peter Rowohlt (SPD) und seinen Mitarbeitern.

Denn so konnte der Rathauschef am Sonnabend bei herrlichem Sonnenschein seinen Gästen zur offiziellen Einweihung des Verwaltungsgebäudes ein neues Rathaus ohne störende Baustellen präsentieren. Und das beeindruckte auch Niedersachsens Innenminster Boris Pistorius (SPD), der am Sonnabend auf Rundreise durch den Landkreis Lüneburg unterwegs war. Vor seinem Rathausbesuch in Melbeck hatte der Landespolitiker bereits einen Abstecher zur Lüneburger Feuerwehr gemacht, unter anderem dort auch das Feuerwehrmuseum besichtigt. Und nach den Einweihungsfeierlichkeiten in Melbeck ging es für Pistorius weiter in die Gemeinde Amt Neuhaus. Dort fand der Festakt zu 25 Jahre Rückgliederung statt.

„Es ist ein gelungener Neubau!“

Von der Architketur des neuen Rathausbaus zeigte sich der Innenminister sichtlich angetan: „Ich habe schon viele Rathäuser von außen und von innen gesehen“, merkte er an, das der Samtgemeinde Ilmenau aber könne sich wirklich sehen lassen. „Es ist ein gelungener Neubau!“, lobte er.

Dem konnte und wollte der stellvertretende Landrat Norbert Thiemann (CDU) nicht widersprechen: „Ich bin beeindruckt“, gab der Kreispolitiker unumwunden zu, das Rathaus überzeuge mit Chic und Charme. „So mancher Mitarbeiter aus anderen Rathäusern wird jetzt wohl auch ein wenig neidisch nach Ilmenau blicken“, glaubt Thiemann, der lobte, dass das Rathaus modern, aber trotzdem kein Fremdkörper sei.

Altes Gebäude soll zur Kinderkrippe um- und ausgebaut werden

Worte, die Peter Rowohlt natürlich freuen: „Das Rathaus hilft uns, zukünftige Aufgaben, egal ob vom Land, dem Landkreis oder den Gemeinden delegiert, aufnehmen zu können und bestehende Aufgaben barrierefrei und mit großer digitaler Unterstützung zu lösen“, erklärte der Samtgemeindebürgermeister, der stolz darauf ist, das alle Beschlüsse zum Rathaus-Neubau stets einstimmig in den entsprechenden Gremien gefasst worden seien.

Und diese Gemeinsamkeit, so Rowohlt weiter, scheine sich nun bei der Nachnutzung des alten Rathauses fortzusetzen. Das alte Gebäude soll nämlich zur Kinderkrippe um- und ausgebaut werden. „Wenn alles gut läuft, können wir zum Frühjahr 2019 die ersten Kinder nebenan willkommen heißen“, freut er sich.

Alles gut also? Nicht ganz! Gerade die Feierlichkeiten zur Einweihung der neuen Samtgemeindeverwaltung waren aus Sicht von Rowohlt der richtige Zeitpunkt, um auch einige kritische Worte zum Konstrukt „Samtgemeinde“ zu sagen: Der Verwaltungschef brachte es so auf den Punkt: „Wir feiern heute die Einweihung eines Rathauses für morgen in einer kommunalpolitischen Struktur von gestern“. Denn das Konstrukt Samtgemeinde, da ist sich Rowohlt sicher, habe ihren Zentit längst überschritten.

Altes Gebäude wird zur Kinderkrippe

An den nieersächsischen Innenminister Pistiorius gewandt äußerte Rowohlt daher die Bitte: „Wenn Sie eine Botschaft vom heutigen Tage mit nach Hannover nehmen, dann bitte die, dass wir in Niedersachsen vieles einfacher und viel schneller umsetzen könnten, wenn sich die große Koalition aus SPDund CDU in Hannover dazu durchringen könnte, die kommunale Struktur einmal dahingehend zu überdenken.“

Der niedersächsische Innenminister hörte die Worte wohl, sagte aber ganz diplomatisch: „Wenn sich eine Samtgemeinde zur Einheitsgemeinde umwandeln möchte, werden wir sie nicht daran hindern und sie dabei unterstützen. Aber wir werden das nicht von oben anordnen oder aufoktroyieren.“ Sprachs- und machte sich kurze Zeit später auf den Weg zu seinem nächsten Termin ins Amt Neuhaus – das übrigens eine Einheitsgemeinde ist.

Von Klaus Reschke

4 Kommentare

  1. Hallo Herr Reschke, hat Pistorius wirklich „aufoktruieren“ gesagt?

    • Otto
      sie wissen schon, von vorn sind sie ein großer Otto, von hinten ein kleiner ottO. schmunzel. es fehlt das y.

  2. Robin Williamson

    Gut aufgepasst, da hat sich der Fehlerteufel mal wieder eingeschlichen. (Und über den wortimmanenten Pleonasmus ließe sich auch noch diskutieren, aber das ist eine andere Sache…)
    Vielen Dank.

    • Ja, aber nur der Tippfehler stammt von Herrn Reschke. Die dümmliche Doppelung (auf-aufnötigen) verweist auf den Riesenhaufen gestanzter, „leerer Klanghülsen“ im „Sprachschatz“ bzw. im cerebralen Hohlkörper von Herrn Pistorius.