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Am Hamburger Hauptbahnhof wird derzeit der Bahnsteig an Gleis 11 erneuert. Das hat bereits Auswirkungen auf die Regionalbahnen des Metronoms. Weitere Baustellen kommen jetzt hinzu. (Foto: dth)

Fahrplan-Chaos steht bevor

Lüneburg/Hamburg. Bahnreisende im Nah- und Fernverkehr auf der Trasse Hamburg-Hannover müssen sich ab Freitag, 6. Juli, vermehrt auf erhebliche Einschränkungen einstellen: Grund sind weitere, umfangreiche Bauarbeiten an den Gleisanlagen zwischen Hamburg und Bad Bevensen. Das führt bis in die zweite August-Hälfte zu ICE-Halteausfällen unter anderem in Lüneburg, Uelzen und Celle. Züge des Metronom in Richtung Hamburg fahren teilweise mit Verspätungen oder verkehren nur bis Hamburg-Harburg.

Bereits begonnen haben die Bauarbeiten im Hamburger Hauptbahnhof zur Erneuerung des Bahnsteigs an Gleis 11: Das führt noch bis zum 7. August zu ersten Änderungen in den Fahrplänen des Metronoms. Die Regionalbahn ME81664 ab Lüneburg-Westbahnhof nach Hamburg startet montags bis freitags wenige Minuten später, auch die Ankunftszeit von Regionalexpress-Verbindungen nach Hamburg verschieben sich teilweise leicht nach hinten. Die Metronomverbindung von Lüneburg nach Hamburg mit Abfahrt um 8.04 Uhr (ME81668) endet in Hamburg-Harburg. Von dort aus können Fahrgäste mit dem Ziel Hamburg Hauptbahnhof auf die S-Bahn umsteigen. In der Gegenrichtung fallen die Halte zweier Regionalexpress-Verbindungen (ME81687 um 17.28 Uhr und ME81689 um 18.31 Uhr) am Hauptbahnhof weg. Reisende in Richtung Lüneburg und Uelzen können die Verbindungen erst ab Harburg nutzen. Aber das ist nur der sanfte Auftakt, für das, was Fahrgäste ab Freitag erwartet.

Einschränkungen im Fernverkehr

Die Bauarbeiten der Deutschen Bahn auf verschiedenen Abschnitten sollen bis zum 26. August dauern. Dazu gehört die Erneuerung von insgesamt 17 Kilometern Gleisen. Bei Maschen wird eine neue Lärmschutzwand gebaut, bei Bad Bevensen finden Weichen-Arbeiten statt. Auch Unterhaltungsmaßnahmen an Oberleitungen stehen an. Insgesamt werden dafür rund sechs Millionen Euro investiert, teilt die Deutsche Bahn mit. Während der Bauarbeiten werden die Fernverkehrszüge überwiegend über Rotenburg umgeleitet und haben ab Hamburg eine frühere Abfahrtzeit. Die Fahrzeiten verlängern sich teilweise um bis zu 35 Minuten, heißt es.

Zu Halteausfällen in Lüneburg, Uelzen und Celle kommt es zudem bei der ICE-Linie 20 (Hamburg-Frankfurt-Basel) und der ICE-Linie 22 (Hamburg-Frankfurt-Stuttgart). Dafür hält der ICE Hamburg-Würzburg-München zusätzlich in Lüneburg, Uelzen und Celle. Weitere Fahrplanänderungen sind online bei www.bahn.de abrufbar. Weiter heißt es: „Pendler mit Streckenzeitkarten IC/EC zwischen Hamburg und Hannover können während der Bauarbeiten den ICE in diesem Abschnitt nutzen.“ Wer mit einem Nahverkehrszug erst nach Hamburg fahren muss, um dort auf einen Fernzug umzusteigen, sollte auch auf die erheblichen Baustellen-Einschränkungen bei Metronom achten. Und die Liste ist lang.

Ausfälle und Verspätungen bei Metronom

Einige Metronom-Züge sowohl der Regionalbahn- als auch der Regionalexpress-Verbindungen verkehren von Freitag bis zum 6. August zwischen Hamburg, Lüneburg und Uelzen mit veränderten Abfahrtszeiten. Zusätzlich können viele Züge der Regionalbahn (RB31) nicht zwischen Hamburg Hauptbahnhof und Harburg fahren, teilt Metronom-Sprecher Björn Pamperin mit. Außerdem fallen zwischen Hamburg und Uelzen einzelne Halte aus, von Montag, 9. Juli, bis Mittwoch, 11. Juli, fällt sogar eine Verbindung des Regionalexpress (ME81684) komplett weg und zwar die von Uelzen (6.26 Uhr) über Lüneburg (6.50 Uhr) bis Hamburg Hauptbahnhof (7.21 Uhr). Außerdem kann vom 9. bis 12. Juli jeweils zwischen 23.30 und 4.30 Uhr in Maschen mit den Zügen der Linie RB31 nicht gehalten werden. Als Alternative wird ein Ersatzverkehr mit Großraumtaxen eingerichtet. Viele Zügen starten auch von Lüneburg erst mit Verspätung. Wegen der vielen Baustellen sind auch die Fahrplanänderungen sehr unterschiedlich. Deshalb erstellt Metronom derzeit nur abschnittsweise Fahrpläne von jeweils wenigen Tagen, abrufbar hier.

Von Dennis Thomas

5 Kommentare

  1. Es ist wirklich ein Alptraum; auf keinem Weg kommt man in mittlerweile gut von Lüneburg nach Hamburg, wenn man dort täglich ins Büro MUSS: Mega-Baustelle am Maschener Kreuz, auf der B 209, auf der A39 und ganz frisch an der Kreuzung B404/A25 – und jetzt auch noch weitere Metronom-Ausfälle bzw. Verzögerungen. Nicht zu vergessen die vielen Autofahrer, die wegen Stau auf der A7 auf die A1 ausweichen.
    Als wären reguläre 4 Stunden Pendeln pro Tag nicht schon genug 🙁 Da frage ich mich als Herzens-Lüneburger schon irgendwann, ob es nicht besser wäre, doch etwas näher an Hamburg zu ziehen. Hoffentlich haben wir, wenn diese ganzen Baustellen abgearbeitet sind, endlich ein paar Jahre Ruhe. Das wünsche ich uns allen Pendel-geplagten sehr!

  2. Erst werden die Verbindungen über die A39 und die B 404 eingeschränkt und man gibt den tollen Rat auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. Und nun das hier! Man scheint höheren Orts etwas gegen Berufspendler zu haben!

  3. Tja, wer glaubt Verkehrsplaner planen den Verkehr, glaubt auch Zitronenfalter falten Zitronen.

    Sie müssen das verstehen lernen.
    Das sind Planer von Stadt, Kreis, Land und Bund – dazu eine Wir-sind-ein-total-losgelöst-von-allem-Bahnhofsbetreibergesellschaft – am Werk.
    Und das Telefon ist noch nicht erfunden.
    Da kann es schon, sagen wir mal, zu Überschneidungen kommen.

    • Sie haben ja so recht, wir Berufspendler sind einfach ignorant und lästig; 65 km halbwegs reibungs auf Autobahn oder Schiene ins Büro kommen zu wollen ist nun mal ein unerfüllbarer Wunsch.
      Ich mache mich mal auf die Suche nach Dankbarkeit. Dankbarkeit dafür, dass ich beim Schleichen auf der AB, der Bundestraße, im Metronom oder beim Warten auf dem Hauptbahnhof (auf meine Anschluss-RB) die Gegend und die Infrastruktur genießen kann, anstatt schon im Büro zu arbeiten oder abends nach einem langen Tag einen Spaziergang zu machen…

  4. Den Kommentaren der anderen ist nichts hinzuzufügen. Dass Baumaßnahmen wie aktuell irgendwann notwendig werden, das steht außer Frage. Dass man jedoch nicht zwischen Straße und Schiene koordinieren kann, ist nicht vermittelbar. Zudem ist erklärungsbedürftig, warum Metronom-Züge weiterhin hinter Fernzüge der DB zurückstecken müssen. Pendler sind diese „üblichen“ zehn bis 15 Minuten Verspätung täglich ja schon gewöhnt. Aber es stellt einen Vertragsbruch da. Denn einerseits hat die Metronom-Gesellschaft die Ausschreibung für Beförderungsdienstleistungen erhalten und muss diese umsetzen können, andererseits ist den zahlenden Kunden nicht vermittelbar, warum sie das politisch geschaffene Wirrwarr der Verkehrsdienstleistungen tolerien sollen. Abstimmungen „per Fuß“ bedeutet ja nicht nur Umzug, sondern auch Entzug von Steuereinnahmen am betreffenden Ort. Möglicherweise sollte auch eine Unterschriftenaktion/Bürgerinitiative gegründet werden, um die Dringlichkeit der Lage einmal mehr zu verdeutlichen. Gute Infrastruktur ist ein Standortfaktor und nicht allein eine Kostengröße.