Mittwoch , 19. September 2018
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Der Blick auf den Bauplan zeigt, wie es auf der Baustelle weitergehen soll. Neue Wohnungen sind aber weiter rar in der Zuzugsregion Lüneburg. Foto: IG BAU

1362 Wohnungen neu gebaut im Kreis Lüneburg

Lüneburg. Vom Single-Apartment bis zum Bungalow: Im Landkreis Lüneburg sind im vergangenen Jahr 1362 Neubauwohnungen entstanden – 355 davon in Ein- und Zweifami lienhäusern. Darauf weist das Verbändebündnis Wohnen hin, in dem sich die Baugewerkschaft IG BAU und die Bauwirtschaft zusammengeschlossen haben. Das Bündnis beruft sich bei den Zahlen auf eine aktuelle Bilanz des Statistischen Bundesamtes.

Insgesamt haben die Bauherren im Landkreis Lüneburg demnach im vergangenen Jahr 190,5 Millionen Euro in den Neubau von Wohnungen investiert. „Das klingt viel. Tatsächlich müsste es aber mehr sein, wenn die Wohnraum-Offensive der Bundesregierung klappen soll. Der Neubau von bezahlbaren Wohnungen ist die einzige effektive Antwort auf steigende Mieten und hohe Immobilienpreise, von denen auch Niedersachsen betroffen ist“, sagt André Grundmann (IG BAU) vom Verbändebündnis Wohnen.

Insgesamt seien bundesweit im vergangenen Jahr nicht einmal 285.000 Wohnungen neu gebaut worden. Dabei habe die Große Koalition eine ganz andere Messlatte gelegt: 1,5 Millionen Neubauwohnungen bundesweit bis 2021 – also 375.000 pro Jahr. „Das bedeutet, dass der Wohnungsneubau schon in diesem Jahr um satte 32 Prozent zulegen müsste. Danach sieht es allerdings bislang weder in Niedersachsen noch bundesweit aus“, sagt Grundmann. Das Verbändebündnis Wohnen fordert daher den Bund, das Land Niedersachsen und die Kommunen auf, mehr für den Wohnungsbau zu tun. Vor allem für Menschen mit wenig finanziellen Mitteln.

„Im Wohnungsmangel und in steigenden Mieten steckt sozialer Sprengstoff. Gerade beim Neubau von Sozialwohnungen droht ein Desaster, wenn der Bund hier nicht ordentlich Geld in die Hand nimmt und investiert. Tag für Tag fallen Sozialmietwohnungen aus der Bindung. Der Bestand an Wohnungen für Menschen, die einen Wohnberechtigungsschein haben, schmilzt kontinuierlich ab“, warnt Grundmann. Auch die geplante Förderung für den altersgerechten Umbau lasse „jede Hoffnung auf einen Sanierungsschub für mehr Seniorenwohnungen gegen Null laufen“. Altersgerechte Wohnungen brauche auch der Landkreis Lüneburg. lz