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Karstadt-Filialgeschäftsführer Eberhard Wedler hat zwischen Fanartikeln Platz genommen. Einige Kunden hätten nach dem Aus der Löw-Elf ihre gekauften Trikots wieder umtauschen wollen. (Foto: mar)

Keinen Bock mehr auf Stimmung

Lüneburg. Zwei Wochen lang war Deutschland im WM-Fieber. Hüte und Blumenketten in schwarz-rot-gold, Konfetti-Kanonen, Tri kots und Pappbecher mit Fußballmotiven – die Produktpalette, mit der die deutschen Fans ihre Begeisterung zeigen konnten, war groß. Die Nachfrage nach Fan-Produkten ist nach dem frühen Ausscheiden der Löw-Elf jetzt allerdings – wenig überraschend – eher verhalten. Was passiert mit all den Fanutensilien?

„Wir hatten einiges an Fan-Artikeln“, sagt Sabrina Wäsche, Leiterin der Kik-Filiale Am Berge. „Die wurden jetzt relativ weit herunterreduziert – auf bis zu 10 Cent. Das ist die Untergrenze.“ Neben Servietten, Luftballons und Dekoaufstellern habe es auch Kinder-Trikots im Sortiment gegeben. Die seien allerdings alle schon vor WM-Beginn verkauft worden. Enttäuscht ist die 29-Jährige nicht vom Absatz: „Ich hoffe, dass für die künftige EM oder WM noch etwas verkauft wird. Schließlich sind die Fanprodukte zeitlos.“

Kunden wollten Trikots umtauschen

Bei Karstadt ist die Palette der Fanartikel besonders breit: Rasseln, Klatschen, Ketten, Bälle und Fahnen sind nur ein kleiner Ausschnitt. „Die Produkte werden erst nach der WM weggeräumt“, sagt Eberhard Wedler. Der Geschäftsführer der Lüneburger Filiale ist mit den Verkäufen zufrieden. „Selbst nach dem Aus haben wir noch Trikots verkauft. Das nächste Spiel kommt garantiert.“ Allerdings habe es auch am Tag nach dem letzten Spiel der Deutschen ein paar Kunden gegeben, die ihre Trikots umtauschen wollten.

„Im Grunde kräht da kein Hahn mehr nach.‘‘
Christoph Walser, Mitarbeiter bei Müller

Bei „Butlers“ ein paar Meter weiter waren Konfetti-Raketen und Lichterketten in Deutschlandfarben im Sortiment, die seien allerdings schon wieder im Lager verschwunden, sagt Mitarbeiterin Pauline Schulz. Auch „Nanu Nana“ habe Blumenketten, Armbänder und Autofahnen zur Weltmeisterschaft schon wieder ins Lager geräumt, sagt Verkäuferin Nicole Stroz. „Es ist viel übrig geblieben.“

Bei „Ricardo Paul“ an der Schröderstraße ging der Verkauf der Fanutensilien nach dem deutschen WM-Aus ebenfalls zurück. „Seitdem liegen die Sachen herum‘‘, sagt Mitarbeiter Dominik Eisele. Dabei dreht es sich bei den Artikeln nicht mal fokussiert um die WM oder die deutsche Elf. Eisel hofft daher: „Man kann die auch zur Champions League noch auspacken.‘‘

Vorrat für die nächste Meisterschaft

Bei „Müller“ an der Grapengießerstraße stellt der Rückgang des Verkaufs kein großes Pro­blem dar. Der Platz werde ohnehin für die Artikel zum Schulanfang gebraucht. Christoph Walser, Leiter der Parfümerie-Abteilung, ist der Meinung, dass die WM-Stimmung dieses Jahr in Lüneburg sowieso nicht so bemerkenswert gewesen sei: „Im Grunde kräht da kein Hahn mehr nach.‘‘ Bei Intersport Friedrich werden vor allem die WM-Bälle noch weiterhin verkauft. Vor dem Ausscheiden von Özil und Co. sei aber auch hier der Verkauf besser gelaufen.

Bei „Budnikowsky“ am Platz Am Sande, wo man unter anderem Hüte, Armbänder, Flip Flops und Trikots in schwarz-rot-gold kaufen kann, wurde „tatsächlich noch etwas verkauft‘‘, erzählt Filialleiterin Silke Studt-Johanning. Der Verkauf der Fanartikel begann vier bis sechs Wochen vor der WM eher schleppend, bei WM-Beginn wurde es viel mehr. „Selbst ich werde mir noch etwas für die nächste WM oder EM kaufen‘‘, sagt sie, da viele Artikel jetzt reduziert seien. Doch einen Restbestand werde es wohl geben, der voraussichtlich innerhalb der nächsten bis übernächsten Woche wieder zurückgeschickt werde.

Von Franziska Meyer und Maribel Graf

One comment

  1. Apropos Stimmungen, große Erwartungen und mickerige Resultate:

    Liebe Frau Sprockhoff,

    ein schöner Artikel, den Sie da für die „Zeit“ geschrieben haben:

    https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2018-07/neuhaus-gemeinde-ostdeutschland-niedersachsen-anschluss-ueberland-d18/komplettansicht

    Die Betrachtung ergänzt die gelungene „LZ-Multimedia-Reportage“ von Ihnen, Frau Grundmann und Herrn Bohlmann über „25 Jahre Rückgliederung von Amt Neuhaus“:

    http://www.landeszeitung.de/neuhaus