Aktuell
Home | Lokales | Bardowick | Gewerbegebiet stößt an seine Grenzen
Rund 16 Hektar misst das Gewerbegebiet "Wittorfer Heide" in den ersten drei Bauabschnitten. Demnächst könnten alle bisher verfügbaren Flächen verkauft sein. Foto: skyimage21

Gewerbegebiet stößt an seine Grenzen

Bardowick. Der Weg ist frei für weitere Ansiedlungen im Gewerbegebiet „Wittorfer Heide“ zwischen Wittorf und Bardowick an der ehemaligen B4. Die Versammlung des „Planungsverbands Gewerbegebiet B4“ stimmte jüngst dem Verkauf weiterer Flächen an mittelständische Unternehmen zu. Damit wären fast sämtliche Grundstücke der ersten drei Bauabschnitte auf insgesamt rund 16 Hektar Fläche vergeben. Doch das Gewerbegebiet nordwestlich des Domfleckens soll mittelfristig weiter wachsen, sagt Bardowicks Kämmerin Evelin Zeyn auf LZ-Nachfrage.

Planungsverband schließt Handel von Kraftfahrzeugen aus

Einen Zuschlag erhält unter anderem eine Lüneburger Firma, die sich auf die Zwischenverpflegung durch Automaten im Betriebs- und Produktionsmarkt spezialisiert hat. Die Waren werden nicht in dem Unternehmen produziert, sondern lediglich mit den angebotenen Gütern gehandelt, heißt es. Mit dem Erwerb einer rund 5400 Quadratmeter großen Fläche im Gewerbegebiet „Wittorfer Heide“ will sich das Lüneburger Unternehmen, das 30 Mitarbeiter in Vollzeit beschäftigt sowie eine handvoll Teilzeitkräfte, vergrößern.

Eine Absage erhielt hingegen ein örtlicher Händler, der Wohnwagen an- und verkauft sowie Dienstleistungen wie Gasprüfungen, Frühjahrs-Check, Aufbereitungen und Reparaturen anbietet. Der Reisemobilist hatte Interesse an einer rund 5000 Quadratmeter großen Fläche. Der Planungsverband hatte sich aber bei der Vergabe von Gewerbegrundstücken einst selbst auferlegt, den Handel von Kraftfahrzeugen auszuschließen. Damit soll die Ausweitung der Automeile an der ehemaligen B4 in der Ortsdurchfahrt unterbunden werden. Die Versammlung teilte nun die kritische Haltung des Vorstands und sprach sich gegen einen Kaufvertrag aus.

Die letzte zum Verkauf stehende Gewerbefläche aus den ersten drei Bauabschnitten hat derweil eine Größe von rund 8500 Quadratmetern. Die Verbandsversammlung sprach sich dafür aus, die Fläche aufzuteilen. Laut Kämmerin Zeyn liefen derzeit Verhandlungen mit drei Unternehmen aus den Bereichen Handel, Dienstleistung und Produktion, die sich dort ansiedeln wollen.

Aktuell 18 Unternehmen im Gewerbegebiet ansässig

Derzeit sind bereits 18 Unternehmen in dem Gewerbegebiet tätig, ein produzierendes Gewerbe erweitert dort gerade seinen Standort um eine Halle. Die Bandbreite der Firmen reicht vom Hermes-Verteilzentrum Lüneburg über Waagenbau, IT-Systemhaus, Strandkorb-Herstellung bis hin zum Spezialbeschichter „KRD Coatings“. Der größte Teil der Gewerbeansiedlung befindet sich auf Wittorfer Gemeindegebiet. Dort habe sich die Entwicklung laut Zeyn bereits bezahlt gemacht. Das Gewerbesteueraufkommen der Kommune im sechsstelligen Bereich habe sich in den vergangenen vier, fünf Jahren bereits verdoppelt.

Sollte laut Zeyn alles gut gehen und auch das letzte Grundstück verkauft werden, könne sich der Planungsverband, der sich aus den Mitgliedern des Samtgemeinderats Bardowick zusammensetzt, auf die Entwicklung neuer Bauabschnitte konzentrieren. Der vierte Bauabschnitt ist quasi durch die Ansiedlung des Landmaschinentechnikers Agravis im östlichen Bereich des Gewerbegebietes schon vorgezeichnet. Zeyn: „Es dürfte aber zwei bis drei Jahre dauern, bis wir in eine weitere Vermarktung einsteigen können.“

von Dennis Thomas

2 Kommentare

  1. wer der wirtschaft alles opfert, opfert sich zum schluss selbst. ob politiker dieses begreifen? land ist nicht unendlich vorhanden. die menschen werden immer mehr. wie ernähren, wenn alles zugebaut ist?

    • Jahrtausendstark

      Dachbepflanzung, direkt unter der Windenergieanlage aus dem 3D Drucker Herr Bruns.
      Außerdem kann man ja dank Gentechnik den Ertrag der letzten freien Landwirtschaftsflächen steigern… was natürlich wiederum der Wirtschaft zu Gute kommt. *schmunzel*