Aktuell
Home | Lokales | Bleckede | Grünes Licht für Stadtentwicklung
Touristenfreundlicher und gestalterisch einheitlich soll die Bleckeder Innenstadt werden. Dabei ist der Denkmalschutz ganz besonders wichtig für die Planer. (Foto: cm)

Grünes Licht für Stadtentwicklung

Bleckede. Der Rat der Stadt Bleckede hat bei seiner jüngsten Sitzung den städtebaulichen Rahmenplan für das Sanierungsgebiet Innenstadt/Schlossen­semble einstimmig verabschiedet. Damit haben die Politiker für die nächsten Jahrzehnte eine klare Richtung für die Entwicklung der Stadt unter besonderer Berücksichtigung der historischen Innenstadt vorgegeben. Bislang enthalten sind Maßnahmen mit einem Gesamtvolumen von 8,7 Millionen Euro. Davon trägt die Stadt selbst ein Drittel, die beiden anderen Teile werden durch das Städtebauförderungsprogramm von Bund und Land finanziert. Im Rahmen des Förderprogrammes ist auch die Unterstützung privater Sanierungen möglich.

„Wir haben uns nun über zehn Jahre die Zähne an der Breiten Straße ausgebissen.“
Jens Böther, Bürgermeister

Wohin die Reise gehen soll, stellte Charlotte Koch vom Planungsbüro Cappel und Kranzhoff während der Ratssitzung vor. „Das Bund-Länder-Programm ‚Städtebaulicher Denkmalschutz‘ zielt darauf ab, bau- und kulturhistorisch wertvolle Stadtkerne zu erhalten und zukunftsweisend weiter zu entwickeln“, schickte die Planerin vorweg. „Die historischen Innenstädte sollen dabei keinesfalls zu Museen werden, sondern sich zu lebendigen Orten entwickeln, die auch unter heutigen Bedingungen für Wohnen, Arbeit, Kultur und Freizeit gleichermaßen attraktiv sind.“
Bei der Bestandsanalyse haben die Planer auch Probleme erfasst, wie etwa Leerstände in der Innenstadt oder Fehler in der Gestaltung denkmalgeschützter Häuser. „Hier geht es darum, Fehler zu korrigieren und neue Nutzungskonzepte zu erarbeiten“, so Charlotte Koch. Damit soll die Innenstadt auch für Touristen attraktiver werden. Als konkrete Projekte sind die Sicherung und der Erhalt des Schlossensembles, des Elbtalhauses und weiterer Gebäude für rund vier Millionen Euro vorgesehen.

Straßen flexibel nutzbar

Bei der Verkehrsführung ist nach wie vor entscheidend, dass die Breite Straße zur Gemeindestraße umgewidmet wird und die Umgehung zur Landesstraße. Nur dann kann die Breite Straße baulich verändert werden, damit sie besser in das historische Stadtbild passt (LZ berichtete). Auch sollen etliche Straßen ebenerdig – also ohne Bordstein – umgebaut und auf Tempo 20 oder 30 verkehrsberuhigt werden. „So können wir die Straßen auch ganz flexibel nutzen wie etwa bei Veranstaltungen“, sagte Charlotte Koch. Gewünscht waren bei der Bürgerbeteiligung auch ein zentrales, öffentliches und barrierefreies WC sowie eine Ladestation für E-Bikes.

Auch die Grünflächen werden überarbeitet. Einzige Ausnahme: der Schlosspark. „Der unterliegt dem Denkmalschutz und darf nicht verändert werden“, erklärte die Planerin. Ansonsten sollen aus der Stadt heraus Verbindungen zu umliegenden Naherholungsbereichen geschaffen werden. Dabei werden teilweise neue Wege gebaut, andere attraktiver gemacht.
Bürgermeister Jens Böther (CDU) machte deutlich, dass sein Herz an diesem Projekt hängt. „Wir haben uns nun über zehn Jahre die Zähne an der Breiten Straße ausgebissen, weil sie eine Landesstraße ist“, sagte er. „Wir haben das Signal, dass es möglich ist, sie umzuwidmen, aber es wird eine Frage des Geldes sein.“ Doch die Umwidmung sei essentiell für das Gesamtprojekt und „ein großer Schritt für unsere Innenstadt“. Böther stellte auch klar, dass die vollständige Umsetzung des Rahmenplanes ein Zukunftsprojekt ist: „Vielleicht werden wir 2025 damit fertig sein.“

Von Claudia Misiek