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Eckhard Mank auf der Baustelle der K28. Die Notwendigkeit der Arbeiten bezweifelt er nicht, kritisiert aber die Planung der Baustelle. „Die Anwohner in Neu Lentenau wurden nicht informiert“. Foto: kre

Von der Außenwelt abgeschnitten

Lentenau. Und plötzlich war‘s vorbei mit der nachmittäglichen Ruhe: Quietschende Reifen, wütende Drohungen – und ein Straßenbauarbeiter, der nur mühsam seinen Frust und Ärger zurückhalten kann. Was war passiert? Was für den Tiefbauarbeiter und seine Kollegen offenbar Alltag ist – nämlich Autofahrer, die Absperrungen und Durchfahrtverbote ignorieren und munter durch Baustellen fahren. Beobachtet hat die Szenerie am Dienstag auf der Baustelle der Kreisstraße 28 auch Eckhard Mank aus Neu Lentenau. Was den 64-Jährigen besonders verärgert: „Solches Rowdytum müssen letztlich wir Anwohner ausbaden.“

Seit Ende Juni herrscht Ausnahmezustand für die Anwohner in Lentenau. Der Grund: Der kreiseigene Betrieb Straßenbau und -unterhaltung (SBU) lässt die Kreisstraße 28 zwischen Nutzfelde und Lentenau sanieren. Im direkten Baustellenbereich ist der Verkehr für den Durchgangsverkehr daher voll gesperrt. „Für Anlieger aber ist der Weg frei“, sagt Kreissprecherin Katrin Holzmann.

Offizielles Hinweisschild „Anlieger frei“ fehlt

Doch dafür, moniert Mank, fehle der offizielle Hinweis „Anlieger frei“. Und eine ausgewiesene Umleitungsstrecke für die Bürger aus Neu Lentenau gebe es auch nicht: Lediglich der Hinweis, dass man durch den Wald fahren könne. Für Mank keine echte Option.

„Wir hatten die betroffenen Anwohner über den Ablauf der Bauarbeiten vorab über die Hauspost informiert“, sagt Holzmann, Mank aber streitet das ab: „Bei uns in Neu Lentenau ist vom Landkreis oder dem SBU überhaupt keine Information angekommen.“ Eine Info habe er lediglich von der bauausführenden Firma im Briefkasten gefunden. Und in der steht, dass ab Mittwoch, 8 Uhr, bis Freitag, 13. Juli, 6 Uhr, die Straße nicht befahrbar sein wird. Der Grund: Auf die abgefräste Fahrbahn werden die Arbeiter zuerst einen Haftkleber aufsprühen, anschließend das Straßenstück neu asphaltieren.

In dieser Zeit müssen die Bürger aus Nutzfelde, Lentenau und Neu Lentenau ihre Autos entweder stehen lassen oder am Ortsrand parken – und einen entsprechenden Spaziergang in Kauf nehmen. „Mehr als einen Kilometer – unzumutbar“, findet Mank das, der aber auch sagt: „Ich will hier keinen Streit und keinen Ärger vom Zaun brechen. Aber die Art und Weise, wie diese Baustelle geplant wurde, irritiert mich schon.“

Straßensperrungen müssen hingenommen werden

„Bei Straßensanierungen und anderen größeren Baumaßnahmen im Straßenverkehr werden Behinderungen durch Vollsperrungen leider immer wieder vorkommen. Aufgrund von geringeren Breiten im Querschnitt der Fahrbahn müssen bei Einsatz bestimmter Maschinen Sicherheitsabstände eingehalten werden. Dann ist die Fertigstellung unter halbseitigen Sperrungen nicht möglich“, erklärt Holzmann und fügt hinzu: „Straßensperrungen müssen aufgrund von Baumaßnahmen leider hingenommen werden. Die Straßenbaulastträger, Verkehrsbehörden und Polizei sind gehalten, dafür zu sorgen, dass der Verkehr sicher fahren kann. Mit Beeinträchtigungen muss aber immer gerechnet werden.“ Noch bis Freitag, 20. Juli, werden die Bauarbeiter im Einsatz sein und die Gosse sowie die Fahrbahndecke erneuern. Rund 250.000 Euro kostet die Sanierung.

Von Klaus Reschke

One comment

  1. „und einen entsprechenden Spaziergang in Kauf nehmen. „Mehr als einen Kilometer – unzumutbar“, findet Mank“

    wat. WAT? Ein 1 Kilometer Spaziergang ist unzumutbar? Für jemanden > 80 Jahre vielleicht, aber die sollten sowieso nicht Auto fahren. Leute die meinen ein 1 Kilometer Weg sei unzumutbar sollen doch bitte in die USA auswandern – zu den anderen Umwelthassern.