Mittwoch , 26. September 2018
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Niko Rabe ist Innovationsmanager der Sparkasse Lüneburg und setzt auf das Bezahlen per Smartphone. Foto: t&w
Niko Rabe ist Innovationsmanager der Sparkasse Lüneburg und setzt auf das Bezahlen per Smartphone. Foto: t&w

Bezahlen mit dem Smartphone

Lüneburg. Oma Kasupke geht noch zum Schalter. Wenn sie Geld haben möchte, wendet sie sich an den Herrn Schneider von der Sparkasse. Hin und wieder hat sie ihr S parbuch dabei und lässt ihre Zinsen eintragen. Viel ist das nicht, aber Kleinvieh macht ja auch Mist. Der freundliche Herr Schneider hilft ihr auch dabei, wenn sie mal eine Überweisung ausfüllen muss – diese langen Zahlen- und Buchstabenreihen sind auch schwer zu durchschauen. Mit Online-Banking und diesem ganzen Internetkram hat Oma Kasupke nichts am Hut. Doch ihre Kinder und Enkel sind da anders. Sie ziehen ihr Geld am Automaten, überweisen Handwerker-Rechnungen am Laptop und bezahlen im Supermarkt mit ihrem Smartphone. Für diese technikaffinen Kunden hat die Sparkasse Lüneburg jetzt neue Angebote.

Eines vorweg: Oma Kasupke wird bei Herrn Schneider auch weiterhin freundlich in der Filiale bedient. Für alles andere gibt es Niko Rabe. Er ist Innovationsmanager bei dem Lüneburger Geldinstitut und als solcher dafür verantwortlich, die neuen Möglichkeiten auch für die Kunden nutzbar zu machen. Und jetzt gibt es gleich fünf solcher „digitalen Innovationen“, wie die Sparkasse sie nennt.

Sprachgesteuertes Banking

Wie viel Geld habe ich noch auf meinem Konto? Dazu brauchen Kunden längst nicht mehr zwingend zu Herrn Schneider am Schalter oder zum Kontoauszugsdrucker in der Filiale gehen. Sie können ihren Kontostand längst jederzeit am Computer abfragen, künftig auch per Sprachsteuerung am Tablet ganz ohne Tippen. Dabei hilft Google, und zwar über deren Home-Lautsprecher oder die Google Assistant-App. Das ist nicht nur kostenfrei und bequem, weil man zum Beispiel vom Sofa gar nicht mehr aufstehen und nicht mal ein technisches Gerät in die Hand nehmen muss, es erleichtert auch Kunden mit eingeschränkter Sehfähigkeit, ihre Umsätze abzufragen, verdeutlicht Sparkassenvorstand Torsten Schrell. Die Kommunikation sei verschlüsselt, das garantiere ein hohes Maß an Sicherheit.

Echtzeit-Überweisung

Wer zum Beispiel einen Gebrauchtwagen von privat kaufen und nicht Tausende Euro in bar mit sich herumtragen möchte, kann jetzt direkt nach der Besichtigung des Fahrzeugs eine Echtzeit-Überweisung tätigen. Der Verkäufer kann nach wenigen Sekunden feststellen, ob das Geld auf seinem Konto eingegangen ist. Das funktioniert bei Beträgen bis zu 15.000 Euro über App oder die Internetseite der Sparkasse. Wer ein GiroPrivileg-Konto hat, kann die Echtzeit-Überweisung kostenfrei nutzen. Kunden mit einem anderen Konto zahlen je Echtzeit-Überweisung 0,50 Euro.

Multibanking

Wer Konten und Depots bei verschiedenen Geldinstituten hat, braucht fortan nicht mehr immer von einem Bankportal zum anderen zu wechseln, sondern kann alle auf dem Portal der Sparkasse Lüneburg integrieren und so leichter und schneller einen Überblick bekommen.

Bezahlen per Smartphone

Moment, ich hab‘s passend: Das Kramen nach Kleingeld im Portemonnaie kann dauern. Viele zahlen deshalb im Supermarkt lieber mit Karte. Doch auch die könnte eigentlich bald zu Hause bleiben. Vom 30. Juli können Kunden der Sparkasse Lüneburg mit der neuen App „Mobiles Bezahlen“ an rund 600.000 von 800.000 Händler-Terminals in Deutschland mit ihrem Smartphone bezahlen. Dazu müssen sie einmal die Daten ihrer Sparkassen- oder MasterCard in der App speichern, dann brauchen sie nur noch ihr Handy an der Kasse in Terminalnähe halten. Bis 25 Euro geht das auf Wunsch ohne, ab 25 Euro mit PIN-Eingabe. Das Tageslimit liegt bei 5000 Euro. Zudem gibt es weitere indivduelle Sicherheitseinstellungen. Allerdings gibt es die App vorerst nur für Android und nicht fürs iPhone. Und was passiert beim Verlust des Handys? Sparkassenvorstand Torsten Schrell sagt: „Dann sollte man wie beim Verlust einer EC-Karte gleich bei der Hotline anrufen, dann wird alles gesperrt.“ Ist das Smartphone entsprechend mit Zugangsbeschränkung wie PIN oder Fingerabdruck gesichert, sei das Sicherheitsrisiko also nicht größer als bei Verlust oder Diebstahl einer EC-Karte.

Elektronischer Safe

Das Testament, die Vorsorgevollmacht, die Lebensversicherung – wichtige Dokumente können von Oktober an auch ohne eigenen Tresor im Keller sicher verwahrt werden – virtuell. Über das Banking-Portal der Sparkasse hat zunächst jeder GiroPrivileg-Kunde Zugang zu einem elektronischen Safe, in den er jederzeit beliebige Dokumente hochladen oder auf bereits gespeicherte Dateien zugreifen kann. Alle Daten liegen auf deutschen Servern, nach deutschem Datenschutzstandard gesichert und geschützt.

Von Alexander Hempelmann

In Zahlen

Entwicklung des Online-Bankings

Einige Eckdaten aus dem Jahr 2017 bei der Sparkasse Lüneburg:

49,3 Prozent der Privatkunden nutzen Online-Banking
7,4 Millionen Besuche verzeichnete die Internetfiliale der Sparkasse Lüneburg im vorigen Jahr (+ 70,5 Prozent)
22.338 elektronische Aufträge erteilten die Kunden (+ 31,4 Prozent)
14.395 aktive Nutzer hat die Sparkassenapp

2 Kommentare

  1. Wenn man so die Hacks des CCC, oder die Berichterstattung bei Heise über diese „Innovationen“ so verfolgt, dann hat man doch vollstes Vertrauen.
    Die (Bank-)Daten in der Cloud, und Google hilft beim finden. Ja, nee schon klar.
    Da kann man auch gleich seinen prall gefüllten Geldbeutel mitten auf den Marktplatz legen.

    Entweder e-Banking ist sicher, dann ist es kaum nutzbar.
    Oder es ist leicht nutzbar, dann…

    Mit e-Banking bekommt man die Antwort auf eine Frage, die keiner stellen würde.

  2. Anstatt ein kostenpflichtiges, selbstgebasteltes System zu präsentieren, sollten die Sparkassen ENDLICH Apple Pay unterstützen und Deutschland damit als eines der letzten EU-Länder aus der digitalen Steinzeit holen. Stattdessen macht man sich mit dieser Marke Eigenbau lächerlich. Sollte vor den Sparkassen eine andere deutsche Bank zuerst Apple Pay anbieten, werde ich wechseln, genauso wie zehntausende andere Kontobesitzer. Warum blockieren die Sparkassen die Verhandlungen mit Apple?