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Freitag, der 13. - noch immer für viele ein Grund zum Aberglauben`? (Foto: A/dub)

Freitag, der 13.: „Kein Grund, die Decke über den Kopf zu ziehen“

Lüneburg. Schwarze Katzen, die von links kommen, zerbrochene Spiegel oder verschüttetes Salz: Die Bandbreite der Dinge, vor denen Abergläubische lieber die Flucht ergreifen würden, ist groß. Heute lässt sich die Angst vor dem Unglück nicht weiter verdrängen. Wohl kein anderes Datum ist so bekannt, gefürchtet, aber auch umstritten, wie Freitag, der 13. Die einen wollen am liebsten gar nicht das Haus verlassen und legen ihre Termine lieber auf einen anderen Tag, andere erhoffen sich heute besonders viel Glück. Doch was steckt hinter dem Mythos?

Dass das Datum für viele zum Unglückstag wird, liegt an zwei Faktoren: dem Freitag und der Zahl 13. Zum einen besteht in vielen Kulturen ein Zwölfersystem: Der Tag hat zwölf Stunden, das Jahr zwölf Monate. Ein Dutzend sind immer zwölf. Jesus hatte zwölf Jünger und wählte zwölf Apostel aus. Wir erinnern uns an das Märchen Dornröschen: Zwölf Feen hatte der König zu Ehren der Geburt seiner Tochter geladen, es war die böse 13. Fee, die die Prinzessin zum Tode durch eine Spindel verfluchte, und wieder die zwölfte, die den Fluch in einen 100-jährigen Schlaf abmilderte.

Die Zahl 13 ist die Übertretung der vollkommenen Zwölf, das eine zu viel, der kleine Schritt vom Glück zum Unglück. Und auch am Freitag haftet das Pech: sowohl Jesu Tod als auch Adam und Evas Vertreibung aus dem Paradies fallen auf den letzten Werktag der Woche. Wem das zu viel christlicher Aberglaube ist, wird an den Börsencrash im Jahr 1929 erinnert und zwar – natürlich – am „Schwarzen Freitag“.

Mindestens einmal und höchstens dreimal pro Jahr treffen die 13 und der Freitag aufeinander. Geschieht das, ist das Unglück automatisch vorprogrammiert. Oder? „Es besteht keinerlei Anlass, die Decke über den Kopf zu ziehen und das Haus nicht zu verlassen“, sagt Roger Pohl von der Gothar. Die Zahlen aus der Schadensstatistik für Privatkunden geben ihm Recht. Laut der gab es an den letzten beiden Unglückstagen im Januar 2017 und April 2018 sogar weniger Unfälle als normal: die Kölner Versicherung erfasste an beiden Tagen knapp über 500 Schäden, der Tagesdurchschnitt, bezogen auf die letzten vier Jahre, liegt aber bei 612 Schäden. Was die Schäden wirklich beeinflusse, sei laut dem Gothaer Schaden-Experten nicht das Datum, sondern das Wetter. Abergläubische können aber aufatmen: Für heute sieht es da im Landkreis Lüneburg blendend aus. mar