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Sie organisieren jetzt die zweite Wandelwoche in Lüneburg (v.l.): Norbert Bernholt, Horst Jäger und Mark Beelmann. Foto: t&w

Nichts für hängende Mundwinkel

Lüneburg. Für Norbert Bernholt ist die Einrichtung eines Zukunftsrats Traum und Ziel zugleich. Das Stadtparlament möchte der Lüneburger damit gewiss nicht ersetzen, sondern Bürgern die Möglichkeit geben, zu bestimmten Themen deutlich Stellung zu beziehen. Er hofft zudem, dass ein eindeutiges Votum aus der Bürgerschaft vielleicht dazu führt, „mal aus dem strammen Parteidenken rauszukommen“. Ein Zukunftsrat für Lüneburg – das ist eines von vielen Themen, das die Wandelwoche vom 19. bis 27. Oktober bestimmen wird.

Im vergangenen Jahr hat das Event in Lüneburg Premiere gefeiert, viele Initiativen und Organisationen hatten sich beteiligt und insgesamt 36 Veranstaltungen auf die Beine gestellt. Jetzt wagen Norbert Bernholt und Horst Jäger, die treibenden Kräfte und Initiatoren der Wandelwoche, einen zweiten Anlauf: Schwerpunkte haben sie in den Bereichen Partizipation und Vernetzung der Initiativen gesetzt. „Im besten Fall natürlich über die Wandelwoche hinaus“, betont Jäger.

Ein Zukunftsrat als Gegenpol

Beide Anliegen vereint sieht sein Kollege in einem Zukunftsrat, gern schaut Bernholt da nach Hamburg. Das dortige Modell könnte zu Lüneburgs Blaupause werden. Dort sei der Rat nicht nur aufgrund persönlicher Beziehungen gut vernetzt, „er hat auch ein Standing in der Öffentlichkeit“. Der Vorteil eines solchen Gremiums sieht er auch darin, Aspekte in die Politik zu tragen, die seiner Ansicht nach sonst in gängigen parlamentarischen Verfahren untergehen würden. Ähnlich sieht das auch Horst Jäger: „Man sagt uns immer nach, wir seien politikmüde. Ein Zukunftsrat kann ein Gegenpol sein, auf Themen ganz anders rumdenken.“

Bei der Auftaktveranstaltung der Wandelwoche am 19. Oktober steht jedoch ein anderes Thema im Mittelpunkt: „Eine starke Kommune braucht lebendige Demokratie.“ So lautet der Titel des Vortrags, den Karl Martin Hentschel vom Verein Mehr Demokratie ab 19 Uhr hält. Ein zweites Referat verfolgt das Ziel, Partizipation erfahrbar zu machen.

Bislang haben 13 Initiativen fest zugesagt: So widmen sich die Zugvögel dem Thema „Visa-Vergabe von weißen Menschen gemacht“, der Tauschring ist dabei, außerdem steht im Heilhaus ein Workshop zum Konfliktmanagement an. In der Familien-Bildungsstätte (Fabs) kann Brot selber gebacken werden, Jugendliche können an Achtsamkeitsübungen teilnehmen. Das Projekt „BienenBürger“ hält einen Vortrag und verteilt Samengut, die Dorener Ölmühle bietet Naturkosmetik. Eine StadtRad-Tour organisiert Lüneburg im Wandel, Janun beteiligt sich unter anderem mit einer konsumkritischen Stadtführung, zudem ist ein Filmvortrag zum Buch von Gerald Hüther geplant.

Thementage zur Ernährung, zur Energie und Mobilität

Erstmals sollen auch drei Thementage stattfinden: Einer widmet sich im Bereich Ernährung regionalen und fairen Lebensmitteln, WirGarten, die Marktschwärmer und Fairtrade beteiligen sich. Der Thementag Energie setzt sich mit Strom, Wärme und Mobilität aus der Sonne auseinander, eine Besonderheit ist eine Mieterstrom-Beratung. Der ÖPNV, Cambio, StadtRad und die Lastenrad-Initiative befassen sich mit Mobilität, dazu sind Aktionen auf dem Marktplatz geplant. Einen angemessenen Abschluss sieht Jäger in einer Party, sie soll am 27. Oktober in der Fabs stattfinden. Zum Hintergrund sagt er: „Menschen, die sich mit Wandel beschäftigen, laufen eben nicht mit hängenden Mundwinkeln und Birkenstocklatschen rum. Das Thema kann Spaß machen.“

Von Anna Paarmann

Beteiligung

Weitere Partner erwünscht

Wer an der diesjährigen Wandelwoche mitwirken möchte, kann am Mittwoch, 15. August, um 19 Uhr ins „Mosaique“ an der Katzenstraße kommen. Wer an dem Termin keine Zeit hat, kann sich auch bei Horst Jäger unter (04131) 6844792 anmelden. Weitere Informationen zum Programm gibt es auf der Seite wandelwoche-lueneburg.de im Internet.