Mittwoch , 26. September 2018
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Die Lüneburger Jan Frischgesell und Jan Ole Westphal beim Internationalen Fest in Aalen. Die Abiturienten der Raabe-Schule sind bereits gewappnet für ihre Radtour von Fulda nach Venedig. Foto: privat

Radeln für die Demokratie

Lüneburg. Zwei Lüneburger haben sich nach ihrem Abitur etwas Besonderes vorgenommen: Jan Ole Westphal und Jan Frischgesell machen eine Fahrradtour von Fulda über Aalen und dann in die Alpen bis nach Venedig. Damit will das Duo auf seinen Freiwilligendienst in Georgien aufmerksam machen und möglichst noch Sponsoren dafür finden. Denn Anfang September geht es für die beiden Lüneburger nach Georgien in die Hauptstadt Tbilisi.

Mit der Organisation „act for transformation“ in Aalen werden sie zusammen mit weiteren Freiwilligen für ein Jahr in verschiedenen Organisation mitarbeiten, die sich für einen demokratischen Wandel in dem Land einsetzen. Gefördert wird der Freiwilligendienst vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), das 75 Prozent der Kosten übernimmt. Die Freiwilligen sollen im Gegenzug für die Teilnahme am sogenannten weltwärts-Programm durch einen „Förderkreis“ unter ihren Bekannten Spenden einwerben und die Unterstützer über das Jahr über ihre Tätigkeit informieren.

Junge Menschen für sportliche Aktivitäten begeistern

Die beiden Lüneburger, die gerade ihr Abi an der Wilhelm-Raabe-Schule geschafft haben, wollen auf ihrer Radtour für den weltwärts-Freiwilligendienst werben und um Unterstützung bitten. Beide sind selbst begeisterte Sportler und nehmen regelmäßig an verschiedenen Triathlon-Veranstaltungen teil. Auch in ihrem Freiwilligenjahr wollen sie in den Organisationen, in denen sie mitarbeiten, junge Menschen für sportliche Aktivitäten begeistern und den Teamgeist fördern. So kam beim Vorbereitungsseminar für die Freiwilligen die Idee auf, den Spaß mit dem Nützlichen zu verbinden und die geplante Radtour zu einer Sponsoren-Radtour zu machen. Bei ihrem Stopp in Aalen beim Internationalen Fest haben sie von „act for transformation“ ihre Radlerhemden für die Aktion überreicht bekommen.

Seit einem Monat ist auch eine Freiwillige aus Georgien im Um-Welthaus in Aalen dabei und im September kommt die zweite Freiwillige. Theorethisch sollten auch diese Freiwilligen um Unterstützung in ihrem Land bitten, doch dies ist praktisch unmöglich. Die wirtschaftliche Situation in dem Land ist nicht gut, rund 25 Prozent der Bevölkerung sind als Arbeitsmigranten in anderen Ländern und das monatliche Durchschnittseinkommen von 500 Euro ist nicht ausreichend für eine Familie. So haben die Freiwilligen, die nach Georgien gehen, beschlossen, solidarisch auch für Unterstützung der georgischen Freiwilligen zu werben.

Über die einzelnen Etappen ihrer Radtour berichten sie auf Facebook

„act for transformation“ möchte nicht einen einseitigen Freiwilligendienst von jungen Menschen in andere Länder anbieten, sondern einen partnerschaftlichen Austausch, der auch junge Menschen nach Deutschland einlädt. Denn die Erfahrung, für ein Jahr in einem anderen Land mitzuarbeiten, eine andere Kultur kennenzulernen und wichtige Erfahrungen für das spätere Leben zu sammeln, sei nicht nur für deutsche Jugendliche sinnvoll und gut, sondern auch für junge Menschen in anderen Ländern.

Über die einzelnen Etappen ihrer Radtour berichten Jan Ole Westphal und Jan Frischgesell auf der Facebooksite von act for transformation unter www.facebook.com/Act-for-transformation-367396896677041/. Weitere Informationen über die Organisation und Unterstützungsmöglichkeiten gibt es zudem auf www.act4transformation.net im Internet. lz