Donnerstag , 13. Dezember 2018
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Einbrecher hinterlassen oft eine Spur der Verwüstung. Besser gesicherte Fenster und Türen halten Tätern besser stand. (Foto: A/phs)

Einbrecher kommen seltener

Lüneburg. Die Angst vor Einbrüchen ist groß: Täter durchwühlen die Wohnung, nehmen Geld und Schmuck mit, Dinge, an denen Erinnerungen hängen. Das Gefühl von Sicherheit in den eigenen vier Wänden leidet. So schlimm das ist, das Risiko, zum Opfer zu werden, wird geringer. Ein Blick in die Kriminalstatistik zeigt, die Zahl der Taten in Lüneburg sinkt – auch im Land. Die Polizei sieht dafür mehrere Gründe: Die Beamten kontrollieren mehr, die Prävention zahlt sich aus, Hausbesitzer verbessern die Sicherheitstechnik.

„Wir sind wieder auf dem Stand von vor zehn Jahren“, sagt Polizeisprecherin Antje Freudenberg. 2007 wurden in Stadt und Kreis 272 Taten gemeldet, 2017 waren es 277. Allerdings gab es einen starken Anstieg zwischen 2013 bis 2015 auf bis zu 400 Einbrüche, davon rund die Hälfte in der Stadt. Auch in diesem Jahr scheint sich der Abwärtstrend zu verfestigen: Im ersten Halbjahr nennt die Statistik 126 Fälle.

Hamburg als Rückzugsort

Die Polizei sieht mehrere Gruppen am Werk: Beschaffungskriminalität von Drogenabhängigen spielt eine Rolle, dann gibt es die örtlichen Täter, die die Gelegenheit nutzen, und Banden, die überörtlich agieren. Oftmals haben diese Gruppen Verbindungen ins Ausland oder reisen extra nach Deutschland. Sie stammen nicht nur aus dem Osten und Südosten Europas, auch organisierte Chilenen hat die Polizei in der Vergangenheit festgenommen. Hamburg gilt als Rückzugsort, von dort aus ist das Umland schnell über Autobahnen und Bundesstraßen zu erreichen.

Die Polizei hat reagiert. Im Nachbarkreis Harburg, der besonders unter Einbruchswellen litt, hatte sie eine eigene Einheit gebildet. Lüneburg zog nach. In Hamburg hat der Polizeipräsident die seit Jahren erfolgreiche Ermittlungsgruppe Castle in eine eigene beim Landeskriminalamt angesiedelte Dienststelle umgewandelt, der knapp 50 Beamte zugeordnet sind. Die Hamburger arbeiten eng mit ihren Kollegen im Umland zusammen.

Polizei optimistisch

Das Konzept scheint aufzugehen. Man wolle den Tätern das Leben so unangenehm wie möglich machen, hatten Ermittler in der Vergangenheit erklärt. Polizeisprecherin Freudenberg verweist unter anderem auf Kontrollen, die die Polizei in der Region regelmäßig macht. Dabei schauen die Beamten nicht nur auf mögliche Verkehrsverstöße, sondern achten auf vermutliche Einbruchswerkzeuge in Fahrzeugen und registrieren eben auch auffällige Personen – in der Auswertung können Zusammenhänge zu Einbrüchen entdeckt werden.

Diesen Weg will die Polizei weitergehen. Abzuwarten bleibt, ob die Zahl der Einbrüche rückläufig bleibt. Freudenberg bleibt optimistisch: „Die Zahlen schauen danach aus.“

Von Carlo Eggeling