Mittwoch , 26. September 2018
Aktuell
Home | Lokales | Die Riesenmaschine
12 Meter lang, drei Meter hoch und breit und 22 Tonnen schwer ist die "Gussasphalt-Einbaubohle", die den Gussasphalt einbaut und glättet. (Foto: phs)

Die Riesenmaschine

Bardowick. Im Stau stehen macht niemandem Spaß – erst recht nicht bei der aktuellen Hitze. Wohl denen, die eine Klimaanlage im Auto haben. Allen anderen bleibt nur: Fenster auf. Immerhin – wer zufällig auf der Autobahn 39 neben der Großbaustelle zum Stehen kam, bekam in den vergangenen Tagen dort ordentlich was zu sehen. Und beim Anblick des meterhohen, dampfenden Stahlgiganten, der sich umgeben von einer Aura hitzeflimmernder Luft langsam fortbewegte, wurde vielen klar: Es könnte noch heißer sein. Das versöhnte sie vielleicht ein wenig mit ihrer Situation.

22 Tonnen schwer und 12 Meter lang ist die „Gussasphalt-Einbaubohle“, wie das Ungetüm heißt. Der Zweck der Maschine: massenweise Asphalt glätten und einbauen.

LKW bringen den flüssigen Asphalt in beheizten Kesseln zur Einbaustelle, erklärt Alexander Matz von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. „Die Heizung hält über ständige, kontrollierte Wärmezufuhr das Gemisch auf Einbautemperatur.“ Die liegt zwischen 200 und 230 Grad.

Die Kessel-Lastwagen schütten den flüssigen Asphalt auf der Baustelle aus, die Einbaubohle glättet die Masse und verteilt sie in der gewünschten Stärke – hier 3,5 Zentimeter – auf Straßenbreite. Zum Aufrauen der Oberfläche werden dicht hinter der Bohle Geisteinskörnungen aufgestreut.

800 Meter Asphalt am Tag

Ein Wettrennen zwischen einer Gussasphalt-Einbaubohle und einer Schnecke könnte eine spannende Sache werden: Laut Matz hat das Gerät eine Arbeitsgeschwindigkeit zwischen 0,015 und 0,18 Kilometern pro Stunde. „Im Fall der A 39 kann rückblickend eine Tagesleistung im Mittel von ca. 800 Metern angenommen werden.“ Zum Vergleich – das Kriechtier schafft immerhin 0,027 km/h.

Bedient wird die Gussasphalt-Einbaubohle von einer Kolonne. Die besteht aus sechs bis sieben Arbeitern und einem Einbaumeister. Dass es in den letzten Tagen so heiß war, ist aber für die Arbeiten kein großes Problem, blöd wäre nur Regen – denn der sei „schlecht für die Einbauqualität“.

Auf der A 39 ist der Job der Einbaubohle aber jetzt getan. Am Donnerstag wird sie abgebaut, insgesamt war der Asphaltverteiler neun Tage im Einsatz. Im Stau stehende Autofahrer müssen sich jetzt wohl etwas Neues zum Betrachten suchen.

Von Robin Williamson