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Norbert Heemann (M.) zeigt Barbara Mussack und Tobias Winkelmann von der Klimaschutzleitstelle eine Sonnenstrom-Lösung für das alte Einfamilienhaus und den E-Smart. (Foto: Landkreis Lüneburg)
Norbert Heemann (M.) zeigt Barbara Mussack und Tobias Winkelmann von der Klimaschutzleitstelle eine Sonnenstrom-Lösung für das alte Einfamilienhaus und den E-Smart. (Foto: Landkreis Lüneburg)

Sonnige Aussichten

Lüneburg. Seit mehreren Wochen dreht sich der Zähler der Photovoltaik-Anlage von Familie Heemann aus Lüneburg kräftig. Bei mehr als acht Sonnenstunden am Tag versorgen die Solarzellen auf dem Dach das rund 80 Jahre alte Einfamilienhaus locker mit Energie. Mit rund 50 Kilowattstunden pro Tag so reichlich, dass sogar noch Strom für ein Elektro-Auto übrig bleibt. Seit Ende 2017 ist die Anlage mit einer Leistung von 10 Kilowatt Peak auf dem Dach. Die Idee zu dem Projekt kam Hausherr Norbert Heemann vor gut einem Jahr durch den Solar-Check, den die Klimaschutzleitstelle für Hansestadt und Landkreis Lüneburg gemeinsam mit der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen vermittelt.

Ein Energieberater checkte auf Anfrage der Familie das Haus. „Mich interessierte, was sich bei einem älteren Haus überhaupt nachträglich machen lässt – und mit welchem Aufwand“, berichtet Norbert Heemann. „Dafür ist die Meinung eines unabhängigen Experten sehr hilfreich, denn der möchte kein bestimmtes Produkt verkaufen.“ Ergebnis der Beratung: Die große Dachfläche kann gut genutzt werden, um Sonnenstrahlung einzufangen und Strom zu erzeugen – und zwar von Osten und Westen.

Anlage rentiert sich nach fünf bis sechs Jahren

Während bisher rund 180 Euro monatlich an Stromkosten anfielen, sind es nun im Schnitt nur noch etwa 50 Euro – inklusive Einspeisevergütung gerechnet. Ab Sommer 2018 ersetzt außerdem ein E-Smart den zehn Jahre alten Benziner der Familie und fährt dann mit selbsterzeugtem Solarstrom. Das Auto lädt sich während der Standzeiten auf, vorzugsweise natürlich wenn die Sonne scheint – eine Ersparnis von rund 150 Euro im Monat. Die neue Solaranlage dürfte sich damit in etwa fünf bis sechs Jahren rentiert haben.

„Mit einer Solaranlage auf ihrem Haus können Hausbesitzer nicht nur Heiz- oder Stromkosten senken, sie können auch ein großes Stück Unabhängigkeit von fossilen Energiequellen gewinnen und den Wert ihres Gebäudes steigern“, ergänzt Tobias Winkelmann von der Klimaschutzleitstelle. Und Barbara Mussack von der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen erklärt: „Beim Solarcheck nimmt sich der Berater eine Stunde Zeit und prüft, ob und wie Solarenergie genutzt werden kann. Beim Solarstrom steht heute der Eigenverbrauch im Mittelpunkt, denn der selbst erzeugte Strom ist billiger als der Strom aus dem Netz.“ Die Solarberater beantworten auch Fragen zu Kosten, Wirtschaftlichkeit und Fördermitteln.

Professionelle Beratung kostet 110 Euro

Interessierte können sich bei der Klimaschutzleitstelle für den Solar-Check anmelden. Für zehn Euro erhalten die Teilnehmer eine professionelle Beratung, die sonst 110 Euro kostet. Unter allen Teilnehmern werden zudem fünf Solarladegeräte mit Powerakku für Smartphone und Co. verlost. Interessierte Hauseigentümer wenden sich an die Klimaschutzleitstelle, Stefanie Nicklaus, unter (041 31)26 12 47.

Der Solar-Check ist ein Kooperationsprojekt der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen mit der Klimaschutzleitstelle Lüneburg. Infos zu Fördertöpfen sowie Berater finden Interessierte im Energieportal des Landkreises unter www.landkreis-lueneburg.de/energieportal. lz