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Das Elektroauto soll per App buchbar sein und Passagiere zu Bushaltestellen oder Bahnstationen bringen.

Mit einem Elektro-Shuttle bis zur nächsten Bushaltestelle

Hamburg. Die Hamburger Stadtteile Osdorf und Lurup sind eher schlecht angebunden an den Hamburger Verkehrsverbund. Und wurden nun genau deshalb ausgewählt: Ein bundesweit neues Shuttle-Angebot im öffentlichen Nahverkehr soll in beiden Stadtteilen Fahrgäste von nahen Haltepunkten bis zur Bushaltestelle oder Bahnstation bringen. Dazu können die Fahrgäste ihre benötigte Fahrt zum HVV-Tarif über eine App buchen. Automatisch werden anschließend ähnliche Routen – sofern es möglich ist – zu Fahrgemeinschaften gebündelt. Eine solche Verankerung im öffentlichen Nahverkehr sei bisher einmalig, teilten die Projektentwickler, die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) und die Bahn-Tochter Ioki, gestern in Hamburg bei der Vorstellung mit.

Britischen Taxis nachempfundenes Design

Wenn das Projekt gut laufe, sei auch eine Ausweitung auf HVV-Gebiete außerhalb Hamburgs – etwa in Niedersachsen oder Schleswig-Holstein – möglich, hieß es. Zum Angebot des HVV zählen unter anderem vier U-Bahn-Linien und sechs S-Bahn-Linien sowie große Teile des Streckennetzes weiterer Regionalbahngesellschaften, 649 Buslinien (betrieben unter anderem von der Hamburger Hochbahn und der KVG Stade) sowie sechs Fährlinien im Hamburger Hafen und auf der Elbe.

Der Fahrer eines britischen Taxis nachempfundenen Elektro-Autos, das vom britischen Hersteller LEVC mit sechs Sitzplätzen entwickelt wurde, bringt die Gäste zur individuell gewünschten Haltestelle. Feste Fahrpläne oder Routen, wie vom herkömmlichen Nahverkehr bekannt, gibt es nicht. Der Service ist über die „ioki Hamburg App“ buchbar und zunächst von Montag bis Freitag zwischen vier Uhr morgens und ein Uhr nachts verfügbar. Vom 8. August an soll er täglich rund um die Uhr zu buchen sein. Rollstuhlfahrer können über eine Rampe einsteigen, Kinderwagen können ebenfalls befördert werden. Die Mitfahrt ist mit allen Zeit- und Einzelfahrkarten des HVV möglich, so dass den Nutzern keine Mehrkosten entstehen. Die Fahrt kann von einer beliebigen Adresse im Bediengebiet zu einer Haltestelle erfolgen oder umgekehrt. Im Bediengebiet werden in Abständen von nicht mehr als 200 Metern zusätzliche Haltepunkte zur optimalen Flächenabdeckung eingerichtet. So wird der bestehende ÖPNV ergänzt. rnd/dpa/lz