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Mehr als 400 Menschen tummelten sich am Donnerstagabend auf dem Schrangenplatz, um sich im neu eröffneten Restaurant Burger schmecken zu lassen. Eine solche Ansammlung hat Lüneburgs einst so beliebte Gastromeile lange nicht gesehen. (Foto: phs)
Mehr als 400 Menschen tummelten sich am Donnerstagabend auf dem Schrangenplatz, um sich im neu eröffneten Restaurant Burger schmecken zu lassen. Eine solche Ansammlung hat Lüneburgs einst so beliebte Gastromeile lange nicht gesehen. (Foto: phs)

Comeback einer Gastromeile

Lüneburg. Dass die Menschen in Scharen am Schrangenplatz ihre Gesichter gen Sonne strecken, an ihrem Getränk nippen und das Flair der Lüneburger Gastromeile genießen, dieses Bild gehörte zuletzt der Vergangenheit an. Das einst so beliebte Karree hatte wegen mehrerer Ladenschließungen massiv an Attraktivität verloren, der Platz wirkte verwaist. Die Publikumsströme verlagerten sich zurück an den Stint, in die Heiligengeist- und in die Rackerstraße. Jetzt steht der Schröderstraße eine Art Wiederbelebung bevor. Am Donnerstagabend hat die Burger-Kette „Peter Pane“ im ehemaligen „Comodo“ eröffnet. Und auch bei einigen verwaisten Gebäuden in der Nachbarschaft gibt es Bewegung.

So ist von Teilen der antiken Fassade des ehemaligen „News“ nicht mehr viel zu sehen. Gerüste reichen meterhoch in die Luft, Fenster sind abgeklebt. Wie die LZ vom Eigentümer des Gebäudes erfuhr, hängen die Renovierungsarbeiten und die Anpassungen an die Brandschutzbestimmungen in der Küche mit einer Neueröffnung zusammen, „spätestens im nächsten Jahr“. Nach etlichen Angeboten habe man sich für einen Bewerber entschieden. Unterschrieben sei der Mietvertrag jedoch noch nicht. „Es ist eine Gruppe, in zwei Monaten kann ich mehr sagen.“ Wie berichtet, hatte sich der „News“-Wirt Matthias Ellinger vor etwas mehr als einem Jahr aufgrund eines „großen Investitionsstaus“ für die Schließung entschieden.

Bewegung gibt es auch im ehemaligen „Mäxx“. So sollen sich die beiden Parteien, der in Berlin lebende Eigentümer der Immobilie und die Lünemäxx GmbH, deren Streit zuletzt das Landgericht beschäftigt hatte, auf einen Vergleich geeinigt haben. Insider erzählen, die Gesellschaft, in der Demir Tas eine wichtige Rolle spielt, habe das Gebäude nun für einen höheren siebenstelligen Betrag gekauft. Die Anwälte beider Parteien sahen sich bis Redaktionsschluss nicht in der Lage, den Vergleich zu bestätigen. Sie erreichten ihre Mandanten nicht.

Sicher ist: Etliche Größen aus der Lüneburger Immobilienwelt hatten sich aufgrund des bestehenden Pachtvertrags mit der Lünemäxx GmbH und den massiven Mängeln beim Brandschutz nicht an das Objekt herangetraut. Denn eben diese Mängel hatten im Juni 2016 zur Schließung des Lokals geführt. Nun verkündet die Stadt, dass für die Beseitigung jener Mängel eine Baugenehmigung erteilt worden sei. „Nach unserem Kenntnisstand ist mit den Baumaßnahmen allerdings noch nicht begonnen worden“, sagt Pressesprecherin Ann-Cathrin Behnck.

Leerstand vermeiden als oberste Prämisse

Für Heiko Meyer, Chef des Lüneburger Citymanagements (LCM), ist gerade die jüngste Neueröffnung eine Bereicherung für den Schrangenplatz. „Das sah zuletzt schon trostlos aus“, räumt er ein, betont aber auch, dass die vorhandenen Läden an der Schröderstraße gut liefen und die Meile deshalb nicht „tot“ sei. Meyer betreibt dort das „Coffee House No. 1“. Als einen „Gewinn fürs Stadtbild“ bezeichnet er die erfolgten Renovierungsarbeiten an der Fassade des ehemaligen Kerber-Kaufhauses, in dessen Erdgeschoss jetzt die Burger-Kette aus Lübeck eingezogen ist. Jörg Lehrndorfer, Eigentümer der Immobilie, beziffert die Fassaden- und Dacharbeiten mit 75 000 Euro. „Den Innenausbau hat Peter Pane in Eigenregie ausgeführt“, sagt er. Dass es sich beim Neuling einmal mehr nicht um ein inhabergeführtes Geschäft handelt, kommentiert Meyer so: „Der LCM geht es erstmal darum, alle Läden zu besetzen. Ein Leerstand ist ein Rückschritt.“

Ähnlich beurteilt Michael Zeinert, Präsident des Vereins Lüneburger Kaufleute, die Lage. „Es geht um gute gastronomische Qualität, ein differenziertes Angebot und ein attraktives Umfeld – davon wird Lüneburg profitieren.“ Es sei schön, dass wieder mehr Frequenz in die Schröderstraße gebracht werde, denn in den vergangenen zwei Jahren hätten die Zählungen in der Bäckerstraße Frequenzrückgänge ergeben. Das sei auch auf die Leerstände in Lüneburgs Gastromeile zurückzuführen. Zeinert wertet: „Eine attraktive Schröderstraße ist immer gut für die gesamte Innenstadt.“

Von Anna Paarmann

One comment

  1. …ehemaligem Mäx:
    Bringen wir es mal auf den Punkt: Es wird also mit dem Geld gekauft, welches Herr Sevim über Jahre am Fiskus in die eigene Tasche gesteckt hat!
    Alle wissen das