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Sie haben sich zu viert zusammengefunden, um als neue AStA-Sprecher das Studium für ihre Kommilitonen zu verbessern: (v.l.) Merten Ebbert, Katharina Hoppe, Julius Finks und Lena Lukow. (Foto: phs)
Sie haben sich zu viert zusammengefunden, um als neue AStA-Sprecher das Studium für ihre Kommilitonen zu verbessern: (v.l.) Merten Ebbert, Katharina Hoppe, Julius Finks und Lena Lukow. (Foto: phs)

Das Wohn-Problem

Lüneburg. Lange ist‘s her, dass die Studenten der Leuphana ein vierköpfiges Sprachrohr hatten. Zuletzt war die Suche nach Sprechern des Allgemeinen Studierendenausschusses, kurz AStA, müßig. Es gab kaum Bewerber und wenn sich jemand fand, blieb er selten die volle Amtszeit. Daran war auch die hohe Arbeitsbelastung schuld. Lena Lukow, Merten Ebbert, Katharina Hoppe und Julius Finks haben sich dennoch entschieden, sich als Sprecher zu bewerben – mit Erfolg. Das neue Quartett verbringt zurzeit jede freie Minute im AStA-Büro im 1. Stock von Gebäude 9. Jeder von ihnen trägt gleich ein ganzes Bündel an Anliegen auf den Campus.

Ebbert (21) hat sich bereits in etlichen Gremien engagiert und sitzt noch im Studierendenparlament, er möchte künftig viel Vernetzungsarbeit leisten. „Ich will nicht nur die Menschen auf dem Campus erreichen, sondern auch Themen in die Stadt tragen.“ Ebenso hält es der gebürtige Berliner für wichtig, auf Landesebene gute Kontakte zu pflegen. „Vieles kann man nicht an einer Uni allein lösen.“

Lena Lukow, die nach ihrem Abitur ein Jahr im Ausland war und jetzt in Lüneburg im Bachelor-Programm Studium Individuale eingeschrieben ist, hat sich von Anfang an im AStA engagiert. „Ich werde mich viel mit der Struktur beschäftigen, damit wie die Referate funktionieren, wie Sitzungen besser aufbereitet werden können“, umschreibt die 21-Jährige ihren Plan. Der Öffentlichkeitsarbeit wird sich Katharina Hoppe (21) widmen. Der Studentin der Kulturwissenschaften ist es wichtig, dass ihre Kommilitonen wissen, was der AStA genau tut, welche Angebote es gibt und dass ihnen die Türen des Büros bei etwaigen Problemen stets offen stehen.

Kritik am frühen Anmeldetermin für Prüfungen

Julius Finks ist im aktuellen Kollektiv der erfahrenste Sprecher. Er ist bereits im Januar in die Arbeit eingestiegen und hat sich jetzt erneut beworben hatte. Er möchte vor allem das Lernumfeld und den Alltag der Studenten verbessern. Für kritisch hält der 21-jährige Umweltwissenschaftler die Regelung, dass man sich unmittelbar nach Semesterstart für Prüfungen anmelden muss. Ebenso stört er sich daran, dass Studenten nach drei Fehlversuchen bei einer Prüfung sofort exmatrikuliert werden und dass sie im Falle einer Krankheit gegenüber der Universität genau offenlegen müssen, weshalb sie an einer Klausur nicht teilnehmen können. „Es ist völlig ausreichend, wenn einem der Arzt bescheinigt, dass man die Prüfung nicht ablegen kann“, sagt Finks, der Möglichkeiten, die entsprechenden Passagen in der Rahmenprüfungsordnung zu überarbeiten, schon im nächsten Jahr sieht. So sei im Senat thematisiert worden, dass das Regelwerk im kommenden Jahr neu besprochen und beschlossen werden soll. „Da werden wir uns einbringen.“

Einen großen Schritt hat das Team nur vier Tage nach Amtsantritt schon gemacht. So durfte es einen Termin mit dem Oberbürgermeister wahrnehmen, um einen runden Tisch einzurichten, der Stadt, AStA, Uni, Studentenwerk und weitere Akteure für regelmäßige Gespräche zum Thema Wohnungsnot zusammenbringt. „Im Wintersemester finden viele Studenten keine Bleibe, die Preise liegen weit über der BAföG-Pauschale von 250 Euro“, schildert Ebbert die Problematik. Ziel des Austauschs sei es, kurz- wie langfristige Lösungen zu finden, neben bereits bestehenden Angeboten wie Notunterkünften, Gemeinschaftsräumen des Studentenwerks und der Bettenbörse auch den Bau neuer Studentenwohnheime in Angriff zu nehmen.

Mehr Fördermittel nach Lüneburg holen als Ziel

Finks nennt als weiteres Ziel, Landesmittel für studentisches Wohnen nach Lüneburg zu holen. „Die Förderung fließt gerade sehr stark nach Hannover und Göttingen.“ Gleichzeitig wolle man keine Insellösung finden, um nur einzelnen Studenten zu helfen, sondern sich auch bundesweit dafür stark machen, mehr Fördermittel für den Sozialen Wohnungsbau zu generieren. „Es gibt häufig Diskussionen, dass Studenten andere ebenso finanzschwache Gruppen ausstechen, das ist nicht unser Anliegen. Alle sollen profitieren.“

Von Anna Paarmann