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Das Jakobskreuzkraut ist für Weidetiere eine Gefahr, für Bienen hingegen Nahrung. Foto: t&w

Zankapfel Jakobskreuzkraut

Lüneburg. Von Juni bis September blüht es an Straßenrändern, Böschungen und auf Grünflächen leuchtend gelb: das Jakobskreuzkraut. Obwohl bei Tierhaltern wegen seiner toxischen Wirkung verhasst, wird seine Bekämpfung kontrovers gesehen.

„Jeder Teil der Pflanze enthält Pyrrolizidin-Alkaloide (PA), die für Säugetiere giftig sind“, sagt Alexandra Schönfeld, Sprecherin des Niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums. Besonders tückisch: „Die PA sammeln sich über einen Zeitraum in der Leber an und schaden dann den Zellen.“ Die Folge: Das Tier wird krank.

Bitterer Geschmack

Anfällig sind Pferde, Rinder, Schafe und Ziegen. „Die verschmähen die Pflanze aber auf den Weiden, weil sie viel zu bitter schmeckt“, sagt Schönfeld. Gefährlich werde es, wenn die Pflanze ihren Weg ins Heu findet: Die warnenden Bitterstoffe gingen dabei nämlich verloren. Wer das unerwünschte Gewächs auf seiner Weidefläche entdeckt, dem rät das Ministerium zur sofortigen Bekämpfung: „Ausstechen, abmähen, verbrennen.“ Auch der Landkreis warnt vor der Gefahr der Pflanze. Zu wie vielen Vergiftungen es tatsächlich kommt, sei allerdings nicht statistisch erfasst, sagt Sprecherin Katrin Holzmann. Tierhalter würden solche Fälle eher dem Tierarzt als dem Landkreis melden.

„Es gibt zwar Vergiftungsfälle, bei denen die Ursache unklar ist, aber eindeutige Vergiftungen durch Jakobskreuzkraut haben wir nur ganz selten“, sagt Jessica Götz, Tierarzthelferin der Praxis Dr. Jens in der Heiligenthaler Straße. Dass das so ist, liege nach Schönfeld nur daran, dass Städte, Gemeinden und der Landkreis gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer Niedersachsen ausführlich über die Gefahr des Jakobskreuzkrauts informieren. Fakt sei, dass es Fälle gebe, sagt Kreissprecherin Isabel Wesselink und erinnert an einen Fallbericht aus der Pathologie zum Tod eines Pferdes durch das Kraut.

Großer ökologischer Wert

Dass das Jakobskreuzkraut daher vielen ein Dorn im Auge sei, kann Thomas Mitschke, Vorsitzender der Nabu-Kreisgruppe Lüneburg, nachvollziehen. Allerdings verweist er auch auf die Schattenseiten der Bekämpfung: „Drei Viertel unserer heimischen Pflanzenarten sind durch Landwirtschaft, Straßenverkehr und Umweltbelastungen schon verschwunden. Alles grünt, aber nichts blüht!“ In dieser „grünen Wüste“ habe das Jakobskreuzkraut großen ökologischen Wert: „Es rettet momentan als eine der letzten Pflanzen Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge punktuell aus der Hungersnot.“

von Maribel Graf

One comment

  1. Pilze sind auch giftig. man sollte alles verbieten was giftig ist und auch noch geschäftsschädigend. ökologische werte sind der wirtschaft und ihre gläubigen wurscht. die einen schlingen , die anderen mahlen. eben wie bei kühen und pferden.