Donnerstag , 15. November 2018
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Gemeinsam packen sie das Projekt Blecckeder Stadtmodell an (v.l.): Lutz Röding, Jens Böther, Ludger Bisping, Detlef Gosselk und Egbert Broerken. (Foto: cm)

Ein Team gießt ein glänzendes Stadtmodell

Bleckede. Ein Zukunftsprojekt hat Bleckedes Bürgermeister Jens Böther die Sanierung der historischen Innenstadt genannt. Etwas, das im nächsten Jahrzehnt fertig wird. Doch eines soll schon in diesem Oktober realisiert werden: Ein bronzenes Stadtmodell von Künstler Egbert Broerken. „Die Idee kam von Thomas Weiseth und wir haben uns gefragt, warum soll in unserer Region nur Lüneburg so etwas haben“, sagte Lutz Röding von der Bürgerstiftung Bleckede. „Wir sind sehr dankbar dafür, dass sich der Bürgermeister für eine Finanzierung über die Städtebauförderung eingesetzt hat.“

30 000 Euro für Bleckede in Bronze

Rund 30 000 Euro kostet das einen Quadratmeter große Modell, die Hälfte kommt aus der Städtebauförderung, die andere will die Bürgerstiftung über Spenden finanzieren.

Es wird vor der Kirche stehen, da wo jetzt noch die Bauernrosen wuchern. „Das ist ein schön zentraler Ort und wird noch mit zusätzlicher Beleuchtung und Bänken hergerichtet“, berichtet Böther.
Das Modell im Maßstab 1:500 deckt in etwa das Sanierungsgebiet der Innenstadt ab. Dargestellt werden Häuser und Straßenzüge, die zusätzlich noch mit Blindenschrift gekennzeichnet werden. „Ich bin vor Jahren auf diese Idee gekommen, weil ich einmal eine Stadtführung für Blinde beobachtet hatte und mir dachte, man müsste ihnen mehr an die Hand geben als nur die Aussage: Das ist unser Dom“, berichtet Künstler Egbert Broerken. Als Student hatte der Soester in einer Gießerei gearbeitet, deshalb weiß er genau, was möglich ist.

Doch vor der eigentlichen Skulptur liegt ein weiter Weg. Den Anfang machen Katasterpläne und Hunderte von Fotos der Bleckeder Innenstadt. Dann baut Broerken ein erstes Modell, aus dem wiederum eine Silikonform entsteht. „Die pinsel ich dann mit Wachs aus und fülle den Rest“, erklärt Broerken.

Modell nicht massiv

Bei der anschließenden Erwärmung, läuft das Wachs heraus und wird durch die Bronze ersetzt. Das Modell ist also nicht massiv, sondern eigentlich nur sieben Millimeter dick. „Dadurch lassen sich die Details besser darstellen“, so Broerken. Mehr als 100 dieser Stadtmodelle haben er und sein Sohn Felix inzwischen gebaut.

Während Broerken mit seiner Kamera durch Bleckedes Altstadt läuft, macht sich die Bürgerstiftung auf, um das restliche Geld zu sammeln. „Zwei Drittel haben wir schon durch größere Spenden zusammen“, erklärt Ludger Bisping. Doch weitere Spenden sind willkommen.

Von Claudia Misiek