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Dachdecker Björn Ahrncke vor der Johanniskirche. (Foto: us)
Dachdecker Björn Ahrncke vor der Johanniskirche. (Foto: us)

Helden der Hitze – Teil 6

Lüneburg. „Trinken, trinken, trinken“, rät Björn Ahrncke. Auf fünf bis sechs Liter Wasser kommt der Südergellerser in diesen Tagen, für ihn als Dachdecker ist die verstärkte Wasserzufuhr ein Muss, um bei diesen Extremtemperaturen nicht auszutrocknen. „Das geschieht schnell, wenn man nicht aufpasst“, sagt der 42-Jährige, der sich gerade um eine verstopfte Dachrinne auf St. Johannis kümmern muss. Arbeitet er zu lange in der Sonne, werde ihm schon mal schwindelig und im Bauch gibt‘s ein mulmiges Gefühl. „Spätestens nach einer Stunde muss man in den Schatten.“ Zum Schutz vor zu viel UV-Strahlung cremt er sich regelmäßig ein, zur Kühlung legt er sich auch mal ein nasses Handtuch in den Nacken, „das schützt auch vor zu viel Sonne“.
Wenn es sich einrichten lässt, organisieren er und seine Kollegen ihre Arbeitsabläufe möglichst nach dem Sonnenstand. „Wir versuchen, immer im Schatten zu arbeiten oder Arbeiten in der Sonne in den frühen Morgenstunden zu erledigen.“ Sven Böttcher, Inhaber der Dachdeckerfirma „Dach Böttcher“, weiß um die besondere Wetter-Belastung für seine Mitarbeiter in diesen Tagen. „Wir verlegen deshalb den Arbeitsbeginn gern nach vorn in die kühleren Morgenstunden.“ Tabu sind an solchen Hitzetagen Schweißarbeiten, „das ist nicht zumutbar“, sagt Sven Böttcher. Gegen den Durst spendiert der Chef auch mal eine Kiste Wasser. Und er empfiehlt, ausreichend Salz zu sich nehmen, „das schwitzt man nämlich auch alles aus.“ Auch wenn ihm die Sonne schon zu schaffen mache, ist Björn Ahrncke der Sommer dennoch die liebste Jahreszeit fürs Arbeiten: „Lieber Hitze als den ganzen Tag Schietwetter.“ us