Aktuell
Home | Lokales | Baufläche bleibt vorerst unberührt
Mehrere Eigenheime und ein Wohnprojekt für Senioren sollen auf dem unbebauten Grundstück in Wilschenbruch entstehen. Doch dazu muss der B-Plan geändert werden, sagt die Stadt. (Foto: skyimage21)

Baufläche bleibt vorerst unberührt

Lüneburg. Eigentlich wollte Uwe Gerner schon längst fertig sein. Der Geesthachter Investor möchte in Wilschenbruch schmucke Einfamilienhäuser und ein Wohnprojekt für Senioren entstehen lassen, gleich gegenüber dem Auekamp, einem der nobelsten Viertel Lüneburgs. Auch dort war er als Investor aktiv, alles klappte reibungslos, die Grundstücke sind inzwischen alle verkauft, die meisten bebaut. Nur mit seinem neuen Projekt geht es nicht voran. Gerner schiebt es auf die Stadt.

„Sowas habe ich woanders noch nicht erlebt“, sagt Uwe Gerner. Mehrfach sei er bei der Stadt gewesen, habe seine Pläne erläutert, diese auf Wunsch der Stadt nachgebessert, wieder und wieder. „Wir haben zig Gespräche geführt. Und immer, wenn man glaubte, man sei auf dem richtigen Weg, stoppte es plötzlich wieder.“

Auf dem 8000 Quadratmeter großen Grundstück am Reiherstieg sollen den Plänen des Bau-Investors zufolge sechs bis sieben Einfamilienhäuser entstehen, außerdem ein zweiteiliger Gebäudetrakt für altersgerechtes Wohnen für Senioren, das zur Straßenseite hin ausgerichtet ist.

Hindernis: B-Plan von 1967

Noch im Oktober 2016 zeigte Gerner sich optimistisch, sein Projekt zügig umsetzen zu können. Schließlich, so Gerner damals, hätten die Stadt und er ein gemeinsames Ziel: die Schaffung von dringend erforderlichem Wohnraum. Selbst den Vorgaben der Stadt – ein Drittel geförderter Wohnungsbau, ein Drittel frei finanziert, ein Drittel Einfamilien- und Reihenhäuser – wollte er sich nicht grundsätzlich in den Weg stellen.

Als Hindernis stellte sich aber schnell der vorhandene Bebauungsplan für das Gebiet aus dem Jahr 1967 heraus. Denn das Areal, auf dem bis vor wenigen Jahren noch das ehemalige Kinderheim stand – Gerner ließ es Anfang 2016 nach Erwerb des Grundstücks abreißen, nachdem er sich gegen eine Beschlagnahme des Gebäudes durch die Stadt zum Zwecke der Flüchtlingsunterbringung vor Gericht erfolgreich gewehrt hatte –, sieht laut B-Plan an der Stelle Gemeinbedarf vor.

„Daran hat sich auch nichts geändert“, sagt Stadtpressesprecherin Suzanne Moenck. Dies habe man Gerner auch schriftlich im Mai mitgeteilt, nachdem man zuvor gemeinsam mit dem Investor ausgelotet habe, ob das Projekt dennoch umsetzungsfähig sei. Klar sei aber, und das hätten die Gespräche gezeigt, dass man um eine Änderung des B-Plans nicht herumkomme. „Da stehen wir auch bei Anwohnern im Wort“, erläutert Moenck.

Das sieht Uwe Gerner anders. Nach dem Abriss des Kinderheims sei der alte Bebauungsplan „obsolet“. Weil dort jetzt eine Baulücke sei, könne auch ohne Änderung gebaut werden. Zwar will Gerner grundsätzlich an seinem Projekt festhalten, „wenn die Stadt da aktuell aber nicht mitgehen will, dann ist es eben so.“
Dass die Stadt ihm noch wegen der gerichtlichen Auseinandersetzung gram sei, weist Moenck zurück. „Wir würden uns freuen, mit dem Investor auch weiterhin im Gespräch zu bleiben.“

Von Ulf Stüwe

One comment

  1. Ich würde dennoch nicht ausschließen, dass weiterhin persönliche Ressentiments eine Rolle spielen. Hat sich wahrscheinlich verselbstständigt. Schade für Hernn Gerner und seine Kunden.